Homöopathie. Die große Illusion

Leitartikel “Der große Schüttelfrust” in: Der Spiegel Nr. 28, pp 58 – 67 vom 14.7.10

von Martina Knappert-Hiese, Kressbronn

Mit großem Interesse habe ich Ihren Artikel gelesen und stelle fest, dass auch Herr Ernst wie viele andere seiner Kollegen noch nicht in der Gegenwart angekommen ist. Die Aufklärung hat uns einen immensen Fortschritt gebracht und uns beim Auf- und Ausbau unserer technischen Zivilisation geholfen. Grundlage der Aufklärung ist eine Trennung in Subjekt und Objekt – ein erkennendes Gehirn in einem männlichen oder weiblichen Körper beschreibt und erläutert das von ihm getrennte Objekt, um es zu verändern oder zu verbessern. In der Geschichte des Abendlandes waren es allerdings meistens Männer, die sich einen Zugriff auf andere Länder, andere Völker und auch Frauen verschafften. Für diese führten sie Kriege, um das Ansehen von Volk und Vaterland zu vergrößern und den Fortschritt über den Globus zu verbreiten.

Dass bis heute weder die Erde selber noch der größte Teil der auf ihr lediglich dahinvegetierenden Menschen vom westlichen  Fortschritt Vorteile besitzen, wie es viele Europäer und Nordamerikaner tun, ist ebenfalls eine objektive Wahrheit, für die wir keine Lösung finden. Im Zeitalter von Finanz- und Wirtschaftskrisen müssen wir uns endlich auch mit den Grenzen unserer Vernunft auseinandersetzen. Wir Menschen sind Teil der Natur und bestehen aus Körper, Geist, Seele, Gemüt usw. Je nach Kulturkreis gibt es andere Bezeichnungen, die jedoch identische Sachverhalte beschreiben.

Zur Rettung der Krisen nutzen wir wissenschaftliche Methoden, denen wir die Suche nach objektiver Wahrheit zuschreiben. Das Bewusstsein des einzelnen Individuums ist für diese Wahrheit unbedeutend – die Wirksamkeit von Homöopathie wird auf der Basis naturwissenschaftlicher Beweisführung untersucht, in der das Bewusstsein als nichtexistent gilt. Die moderne Hirnforschung ist dabei schon viel weiter und weist selber naturwissenschaftlich exakt nach, dass die Trennung von Objekt und Subjekt eine Illusion ist. Die Naturwissenschaft nähert sich der Geisteswissenschaft längst wieder an. Ich empfehle allen Schulmedizinern dringend die Auseinandersetzung mit den Forschungsergebnissen von Gerald Hüther, Joachim Bauer u.a., damit sie eine Ahnung davon erhalten, was das Bewusstsein alles ermöglicht.

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