Viele wunderbare Weihnachtsgeschenke …

Von Andreas Stein, Kassel

Weihnachten ist das Fest der Liebe und der der Besinnung. Während wir das Jahr hindurch bereit sind, Stress und Hektik zu akzeptieren - selbst wenn wir dabei den Überblick und die Kontrolle verlieren – verstärkt sich zum Weihnachtsfest der Anspruch und tatsächlich auch die Bereitschaft, zur Besinnung auf die wesentlichen Dinge des Lebens zu kommen. Dies geschieht z. B. durch die Besinnung auf die Liebe als auf die im Kern seinsstiftenden Verhaltensmotivation überhaupt. Damit diese - vernünftige – Besinnung auf den KERN eine angemessen Wertschätzung erfährt, will ich es noch etwas deutlicher ausdrücken: Das Weihnachtsfest fördert die Besinnung auf die wesentlichen Dinge des ÜBERlebens. Und weil wir diese zuerst und ganz primär in der Familie erfahren haben, ohne die unser eigenes Leben ja nicht einmal entstanden wäre, ist das Weihnachtsfest auch das Fest der Familie.

In einer modernen Gesellschaft brauchen wir aber nicht nur die Familie, um zu überleben. Das Zeitalter der “Sippenherrschaft” haben wir überwunden, wenn auch nicht in dem Maß, wie wir es oft annehmen. In einer modernen Gesellschaft haben wir einen Staat, der sich wiederum von einer möglichst florierenden Wirtschaft ernährt. Beides bestimmt die Bedingungen, unter denen wir “überleben”. Funktionieren Staat und Wirtschaft gut, dann befördert, erleichtert, ja beschwingt es unser Überleben. Sind die Verhältnisse gestört, dann sind wir bedroht. Entsprechend dieser Kriterien sichte ich meine “Weihnachtsgeschenke”.  Das schönste Geschenk ist das mit dem wertvollstem Beitrag für das weitere Überleben.

Meine Aufzählung der schönsten Weihnachtsgeschenke starte ich mit den Worten von Bischof Wolfgang Huber, dem Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche. Er erwarte, “dass niemals wieder ein Vorstandsvorsitzender der Deutschen Bank ein Renditeziel von 25 Prozent vorgibt”, sagte Huber. Dadurch würden Erwartungen geweckt, die immer größer würden und nicht erfüllt werden könnten. So war es am 24. auf www.spiegel.de zu lesen. Das ist eine bedeutende Aussage zum weiteren Überleben in einer friedlich-funktionierenden Gesellschaft! (siehe dazu Anmerkung am Textende)

Ebenso bedeutsam erscheinen mir zum wiederholten Male die Worte von Bundespräsident Horst Köhler, der in seiner Weihnachtsansprache »Das Band, das uns zusammenhält« Orientierung zur weiteren Ausrichtung anbietet und Chancen betont. Sie finden die Rede auf www.bundespraesident.de.

Eines der schönsten Geschenke zu diesem Weihnachtsfest ist das Essay von Bernd Ziesemer, dem Chefredakteur des Handelsblatt, der zum heiligen Abend eine wahre Schatzsammlung von Argumenten zu der Arbeit liefert, die im nächsten Jahr auf uns wartet. Was der ”wunde Geist des Kapitalismus” jetzt braucht, lesen Sie hier: Der wunde Geist des Kapitalismus (bei Handelsblatt.com am 24.12.2008 veröffentlicht).

Frank Schirrmacher beschenkt uns zum heiligen Abend mit “einem Rettungsschirm, der wunderbarerweise alle zusammen und jeden Einzelnen rettet, …, der immer funktioniert und die neuen Maßstäbe zwischen den großen und den kleinen Zahlen setzt: Bildung und Realismus.” Damit, davon ist Schirrmacher überzeugt, können wir die festgestellte “objektive Erniedrigung” überleben, die das Milliardenspiel um unverstandene Produkte und wohlverstandene Boni für die Mehrzahl der arbeitenden Menschen darstellt. Mehr über diesen Rettungsschirm lesen Sie in unter »Jahr der Erwartung und Entwertung« auf www.faz.net.  

Wie viele wunderbare Geschenke zur Besinnung auf den Kern! So zahlreich wie zu diesem Weihnachtsfest sind sie lange ausgeblieben. Das lässt die Hoffnung keimen! Nun bleibt uns noch, die vielen wahrhaftigen Erkenntnisse in Taten zu verwandeln. Im Jahr 2009 muß dafür wieder belohnt werden, was die Gesellschaft stabilisiert, statt sie mit immer weiteren Schulden zu überziehen. Das Geschenk dieser Erkenntnis – da bin ich ganz sicher - wird aber nicht mehr lange auf sich warten lassen!

(Anmerkung zur Kritik von Bischof Huber: Nach Meldungen aus der Wirtschaftpresse reagierte ein Sprecher der Deutschen Bank inzwischen und sagte, das Geldinstitut betrachte die “persönliche Attacke von Bischof Huber” auf Ackermann an Heiligabend “sowohl in der Sache wie in der Form als unangebracht”. Betrachten sollten wir bitte nicht den Konflikt an sich als “Weihnachtsgeschenk”, sondern die öffentliche Debatte um diese Frage von breitem gesellschaftlichen Interesse!)

Begleiten Sie mich beim weiteren “Auspacken” und berichten Sie hier von Ihren wertvollsten “Geschenken”. ”Fürchtet Euch nicht!” rufen die Engel. Das Fest der Liebe ist ein Fest der Überwindung von Angst und zur Stärkung von lebensnotwendigem Vertrauen. Lassen Sie es uns gemeinsam feiern! 

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