„Zukunft einkaufen“ – ein ausgezeichnetes Projekt
Preis für die Unterstützung ökologischer und fair gehandelter Produkte – Präses Buß: Konjunkturprogramm gegen Sozialabbau und Klimakrise
Westfalen. Das Projekt „Zukunft einkaufen“ der evangelischen und katholischen Kirche ist ausgezeichnet worden: Es erhielt am Mittwoch (9.9.) in Berlin den „Fairtrade Award“. Diesen Preis verleiht der Verein „TransFair“ an Initiativen und Organisationen, die sich herausragend für fairen Handel engagieren. Mit „Zukunft einkaufen“ wollen die Kirchen ihre Marktmacht nutzen: Als Großverbraucher unterstützen sie damit solche Produkte, die unter ökologischen Bedingungen hergestellt und fair gehandelt wurden. Das beginnt beim Kaffee und hört beim Recycling-Papier noch lange nicht auf.
Alle an „Zukunft einkaufen“ teilnehmenden Kirchengemeinden und kirchlichen Einrichtungen stellen systematisch ihre Beschaffung auf „ökofair“ um. Gleichzeitig bietet „Zukunft einkaufen“ eine Infoplattform zu fair gehandelten und ökologischen Produkten. Das Projekt hilft, die kirchliche Beschaffung wesentlich zu verbessern. In Kooperation mit der Wirtschaftsgesellschaft der Kirchen in Deutschland (WGKD) werden darüber hinaus Rahmenverträge für ökologisch und fair gehandelte Produkte angeboten.
Die Auszeichnung „Fairtrade Award“ soll den Fairen Handel stärker ins Licht der Öffentlichkeit rücken sowie die Akteure anregen und ermutigen. Die Preise wurden am Vorabend der Internationalen Fairtrade-Konferenz (www.fairtrade-conference.com) in Berlin verliehen.
Präses Alfred Buß als leitender Theologe der Evangelischen Kirche von Westfalen erklärt dazu: „In einer Zeit sich überlagernder Krisen ist es wichtig, dass die Kirchen in Deutschland gemeinsam Wege für einen nachhaltigen Konsum aufzeigen und dabei selber mit gutem Beispiel vorangehen.“ Angesichts des großen kirchlichen Beschaffungsvolumens und der kirchlichen Vorbildwirkung sei dies ein wertvolles „Konjunkturprogramm“ gegen Sozialabbau und Klimakrise.
„Wir zeigen neue Wege auf, die Kirche und kirchliche Einrichtungen ökologisch und nachhaltig zu gestalten. Der Fairtrade-Award gibt uns dabei weiteren Rückenwind“, so Projektleiter Klaus Breyer, Umweltbeauftragter der Evangelischen Kirche von Westfalen.
Bundesweit getragen wird das Projekt von den Arbeitsgemeinschaften der katholischen und evangelischen Umweltbeauftragten in Deutschland. „Von Dresden bis Bremen sind wir mit unserem Managementsystem in guter ökumenischer Zusammenarbeit erfolgreich“, betont Thomas Kamp-Deister vom Bistum Münster, Projektleiter der katholischen Kirche.
Das bundesweite Projekt wird derzeit in 49 Testeinrichtungen in 13 Regionen erprobt. Es wird mit Eigenmitteln der Kirchen und von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt gefördert.
www.zukunft-einkaufen.de
Projektleitung:
Klaus Breyer, Institut für Kirche und Gesellschaft der Evangelischen Kirche von Westfalen, Iserlohner Straße 25, 58239 Schwerte, Telefon 02304/755329
Thomas Kamp-Deister, Katholische Landvolkshochschule, Am Hagen 1, 48231 Warendorf-Freckenhorst, Telefon 02581/9458229