Gedanken zu einer zukunftsweisenden Kommmunalpolitik

Wenn Pabst Benedikt eine Weltregierung für erforderlich hält und das maßlose Gewinnstreben von Wirtschaftsbossen und Managern als unmoralisch und unethisch verurteilt, dann  bringt er darin  seine Sorge um das Wohl der Menschen und der Welt zum Ausdruck. Auch gläubige Christen werden sich deshalb aber nicht verleiten lassen zu hoffen, dass diese Weltregierung von einer göttlichen Instanz eingesetzt würde. Der Mensch  trägt Verantwortung für sein Tun, er ist aus dem Paradies vertrieben und muss zwischen Gut und Böse unterscheiden. Auf der Mikroebene, in alltäglichen Lebenszusammenhängen, sind alle Menschen aufgefordert, ihre demokratischen Möglichkeiten auszunutzen. Sie müssen als Wählende mit ihrer Stimme für ein Umfeld sorgen, indem  auch immaterielle Werte noch wachsen und gedeihen können. Wir brauchen nicht jede Mode mitmachen und jedes mediale Zerstreuungsangebot nutzen, um vermeintlich eine Steigerung unserer Lebensqualität zu erzielen. Weniger ist oftmals mehr!

Die verbindlichen Gesetze in den Einzelstaaten und der Europäischen Union haben die  jeweiligen Regierungen verabschiedet. Damit ist für einen verbindlichen Rahmen auf der Makroebene gesorgt. Verständlicherweise kommt es unter ungeregelten globalen Wirtschaftsverflechtungen oft zu unvermeidbaren Widersprüchen. Deshalb ist es umso wichtiger, dass wir gemeinsam vor Ort – zusammen mit der Kommunalverwaltung  (=Mesoebene) – zukunftsweisende Projekte durchführen, die unmittelbar nachhaltige Verbesserungen ermöglichen. Teure Bauprojekte und  ästhetische Verschönerungsmaßnahmen reichen leider nicht aus, um unsere Lebensqualität tatsächlich zu steigern. Notwendig wäre zunächst eine paritätische  Beteiligung von Frauen und Männern in den Kommunen. Wir sollten offen zur Sprache bringen, warum Frauen sich eher selten zu Wort melden und Männer – nach wie vor die Mehrheit in den Gemeinderäten – der Ansicht sind, dass  Investitionen genügen, um menschliche Bedürfnisse zu befriedeigen. Frauen wissen doch am besten, dass familiären Aufgaben die Voraussetzung dafür sind, dass Männer und Kinder überhaupt im Alltag bestehen können. Warum wird in diesem unmenschlichen Wirtschaftssystem eigentlich nur Lohnarbeit bewertet und gilt bisher als ausschließlich Wert schöpfend?

Es wird Zeit, dass auch reproduktive Tätigkeiten von Frauen endlich  angemessen und überprüfbar – also objektiv – bewertet werden. Frauenarbeit ist seit Jahrtausenden eine  unersetzbare Kraftquelle, damit Männer Imperien schaffen, Kriege führen und den Fortschritt vorantreiben konnten. Heute sind andere Werte gefragt! Was eine umfassende Demokratie, die auch der Pabst einfordert, mit kommunaler Beteiligung und Verantwortungsübernahme zu tun hat, das lässt sich bei Vandana Shiva in ihrem Buch „Erddemokratie“ sehr anschaulich nachlesen. Nur Bürgerbeteiligung und demokratische Einflussnahme werden verhindern, dass das menschliche Miteinander mehr wiegt als wirtschaftliche Gewinnmaximierung. Auch deshalb wurde die Agenda 21 auf dem Erdgipfel verabschiedet.

Martina Knappert-Hiese
www.knappert-hiese.de
http://news.forum-fuehrung.com/?p=1415

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