Archiv für April 2010
Der Einzug der Netzpolitik in den Bundestag
Am 5. Mai konstituiert sich die Internet-Enquete-Kommission. Mindestens zwei Jahre lang soll sie das Phänomen Internet untersuchen und am Ende der Politik Empfehlungen geben. Lesen Sie dazu den ZEIT-Artikel auf http://www.zeit.de/digital/internet/2010-04/internet-enquete-experten
“Die Krise nicht verschwenden!”
Rede von Bundespräsident Horst Köhler beim IX. Munich Economic Summit am 29. April 2010 in München
Stellen Sie sich vor, die Stromerzeuger hätten ein neues Versorgungssystem installiert, das ihnen prächtige Gewinne beschert und dann allen anderen vier Wochen Stromausfall. Stellen Sie sich vor, die Bauern würden mit neuen Anbaumethoden erst reich werden und dann alle sieben Jahre eine Missernte auslösen. Stellen Sie sich vor, die Wasserwerke machten uns mit Innovationen ihr Leitungswasser schmackhaft wie nie und dann würde innovationsbedingt plötzlich kein Trinkwasser mehr aus den Hähnen kommen.
Stellen Sie sich vor, das wäre in allen drei Fällen durchaus vorhersehbar gewesen und auch vorausgesagt worden. Dann würden Sie sich doch zwangsläufig fragen: Ist es denn nicht Aufgabe des demokratischen Staates, seine Bürger zu schützen? Und müsste der Staat dann nicht alles in seiner Macht Stehende tun, damit nie wieder ein Geschäftszweig sein Wachstum und seine Gewinne mit dem Risiko steigert, dass viele andere darunter existenziell zu leiden haben? Die Antwort kann nur Ja! lauten.
Der neunte Munich Economic Summit ist dem Thema gewidmet “The financial crisis: The way forward”. Diesen Weg vorwärts werden wir nur finden, wenn wir weit über die Finanzkrise hinaus denken. Wir dürfen die Krise nicht verschwenden, sondern müssen aus ihr lernen. Sie hat sehr grundsätzliche Fragen aufgeworfen. Darum halte ich drei Antworten auf die Krise für geboten: Wir brauchen erstens Finanzmärkte unter dem Primat demokratischer Politik und im Dienst der Gesamtwirtschaft. Wir brauchen zweitens eine Wirtschaft im Dienste der gesamten Gesellschaft. Und wir brauchen drittens ein gesellschaftliches Miteinander, zu dem alle beitragen. Das sind drei Gestaltungsaufgaben, die uns niemand abnimmt. Sie verlangen den Mut der Politik, die Einsicht der Bürger und die Bereitschaft zur demokratischen Selbstbestimmung. (…)
Lesen Sie die vollständige Rede von Bundespräsident Horst Köhler beim IX. Munich Economic Summit am 29. April 2010 in München
45 Mrd. Euro für Griechenland? Wirklich für Griechenland?
Seit ein paar Tagen geht es durch die Medien: Griechenland braucht kurzfristig 45 Mrd. Genau genommen, fordert Griechenland Kredite in Höhe von 45 Mrd. zu einem Zinssatz unter dem Marktzins. Doch fließt dieses Geld wirklich an Griechenland oder etwa an die Geschäftsbanken?
Lesen Sie dazu einen Beitrag auf http://www.global-change-2009.com/blog/45-mrd-euro-fur-griechenland-wirklich-fur-griechenland/2010/04/
Wachstumsfelder der Zukunft (I)
Von Andreas Stein, Kassel
Ich habe mich nun einige Jahre umgesehen und umgehört. Ich habe viel gelesen, viele Gespräche geführt und vielen Ansätzen nachrecherchiert. Vor knapp zwei Jahren habe ich auf die Webseiten der 2005 gestarteten Initiative www.forum-fuehrung.com das Redaktionssystem aufgesetzt, in dem ich diese Worte hier gerade schreibe, um sie dann gleich per Mausklick zu veröffentlichen. Am 01. Juli 2008 haben ich dann gemeinsam mit Grit Wunderlich und Axel Pormetter eine Online-Redaktion gegründet, um der Plattform mehr Leben einzuhauchen und ihre Verbreitung zu fördern. Wir wollten wachsen und das haben wir dann auch getan: Über 700 Artikel sind inzwischen erschienen, weitere Partner haben sich angagiert und die Besucherstatistik zeichnet eine schöne Bewegung nach oben. Das alles ist eine Form von Wachstum.
Es gibt sehr unterschiedliche Erscheinungen von Wachstum. Und es gibt gesundes und ungesundes Wachstum. Denken Sie beispielsweise an Krebszellen, die ein schnelles Wachstum aufweisen und damit die anderen Organe des Körpers schädigen und zerstören können. Sie sind ein Beispiel für ungesundes Wachstum. Wenn Sie dagegen in der Natur miterleben, wie Bäume, Früchte und andere Nahrungsmittel wachsen, dann sind Sie Zeuge von gesundem Wachstum. Ich halte die Unterscheidung von gesundem und ungesundem Wachstum wichtiger als die Frage, ob wir Wachstum wünschen oder nicht. In der Krisendiskussion der letzten beiden Jahre ist diese Frage verstärkt aufgekommen, die nach meiner Auffassung am Thema vorbei geht. Wir sollten nicht darüber sprechen, ob Wachstum unser Ziel ist oder nicht. Wir sollten nach meiner Überzeugung darüber nachdenken und darüber sprechen, welches Wachstum unser Ziel ist. Außer der Verantwortung, der wir damit nachkommen, tun wir uns damit einen weiteren Gefallen: Wir führen uns wieder die Chancen vor Augen, die uns unsere Zukunft bietet!
Zukünftiges Wachstum wird mit Wandel gepaart sein, das scheint inzwischen sicher. Bundespräsident Horst Köhler spricht in seinen Reden zur Thematik schon längere Zeit von einer Transformation, vor der Wirtschaft und Gesellschaft stehen. Das paßt in das Bild, das sich im Dialog mit Experten mir selbst entwickelt hat. Darin stellt der volkswirtschaftliche Wachstumseinbruch von 2009 nicht das Ende der Geschichte des Wachstums dar, sondern nur das Ende einer Episode ungesunden Wachstums in der Geschichte. Diese Episode kann nun überwunden werden und bietet uns dann die Chance zu neuem Wachstum, was in seiner Beschaffenheit anders sein wird als das bekannte, bisher erwartete und politisch verordnete Wachstum. Wachstum läßt sich nicht durch einen Gesetzgeber erzwingen. Das hat der Ostblock 1989 gelernt und der Westen 2009. Wachstum läßt sich nur fördern, pflegen, unterstützen. Wie man mit Wachstum umgeht, darüber kann man von Gärtnern und Bauern viel lernen. Fragen Sie selbst doch einmal nach: Kennen Sie einen Gärtner oder Bauern, der sich vor seine Aussaat stellt und ihr dann zuruft: “Ich befehle Dir zu wachsen!”?
Gesundes Wachstum braucht kreative Freiheit, sonst kann es nicht entstehen und blühen. Wenn wir gesundes Wachstum finden und ernten wollen, müssen wir den Spuk der letzten Jahre überwinden, davon bin ich überzeugt. Unsere Aufgabe darf nicht darin bestehen, Geistern hinterher zu jagen oder uns von Geistern jagen zu lassen. Geister gehören verscheucht. Dann kehrt wieder Frieden und Wohlstand ein. Dazu will ich auch über diese Plattform meinen Beitrag leisten, indem ich weiter nach Wachstumsfeldern der Zukunft frage und an dieser Stelle von den Ergebnissen berichte. Ich möchte die Leser auf eine Entdeckungsreise zu neuem Wachstum führen. Und ich stelle mich jetzt auf neues Wachstum ein, auf gesundes Wachstum.
Wie können Sie zum »Politikfrust-Abbau« einen Beitrag leisten?
Vor einigen Tagen habe ich ein Angebot zum »Politikfrust-Abbau« an dieser Stelle bekannt gemacht. Nun habe ich mir noch einmal die Frage gestellt, welchen Beitrag Sie, der Leser dieser Zeilen und wahrscheinlich auch Bürger Deutschlands, leisten können. Folgende Punkte sind mir eingefallen:
- Sprechen Sie wieder mehr über Politik, auch wenn das unmodern geworden scheint. Politik ist ein essentieller Teil unseres Lebens und kommt überall dort zum Tragen, wo 2 oder mehr Menschen miteinander in Kontakt kommen. Politik dreht sich nämlich um die Fragen, die automatisch entstehen, wenn sich eine Gruppe oder Gemeinschaft entwickelt. Das geht in der Familie los, setzt sich auf der Arbeitsstelle und im Unternehmen fort, findet sich in den Vereinen, usw., usw.: Politik ist überall, nicht nur in Berlin, Brüssel oder Washington.
- Fragen Sie in den Gesprächen über Politik nicht nur nach den Ursachen von Unzufriedenheit und Enttäuschung, sondern auch nach besseren Lösungen als die, die zur Unzufriedenheit und zur Enttäuschung geführt haben. Fragen Sie also nach den »besseren Lösungen«.
- Gehen Sie wählen, verzichten Sie nicht auf Ihr Wahlrecht! Falls Sie mit dem Wahlsystem unzufrieden sind, ist es besser, wenn Sie Ihre Wahlstimme ungültig machen, als wenn Sie der Wahl fern bleiben. Sie haben dann nämlich dokumentiert, dass Sie unzufrieden sind und müssen sich nicht vorwerfen lassen, dass Ihnen alles egal ist.
- Treten Sie in eine Partei ein. Suchen Sie dazu die Partei aus, die die höchste Übereinstimmung zwischen Ihren Zielen und den Zielen des Parteiprogramms bietet (keine Partei wird zu 100% eine Übereinstimmung mit Ihren Vorstellungen bieten). Achten Sie aber bei der Auswahl der Partei auch auf die Personen, die in jeweiligen Partei bei Ihnen vor Ort in der Region aktiv sind. Achten Sie dabei darauf, wie die Aktiven dieser Partei miteinander umgehen und sprechen. Nur wenn Ihnen der “Umgangsstil” innerhalb einer Partei entgegen kommt, werden Sie dort etwas erreichen können.
- Gehen Sie an alle Aktivitäten mit Ausdauer heran. In Sachen Politik kommt man selten zu schnellen Ergebnissen. Wer etwas anderes erwartet, der wird sicher enttäuscht. Sprechen Sie offen über Ihre Erwartungen und Erfahrungen. So schaffen Sie Glaubwürdigkeit und Vertrauen und bewahren sich selbst davor, in Rollen hinein zu geraten, in denen Sie “sich selbst fremd” werden.
- Bezahlen Sie den Mitgliedsbeitrag in Ihrer Partei immer pünktlich. So schonen Sie die Nerven Ihres “Schatzmeisters”. Und Sie leisten so einen weiteren wichtigen Beitrag zur politischen Kultur, weil Sie von sich behaupten dürfen, dass Sie ein “Gesellschafter”, ein “Aktionär” und ein “Shareholder” Ihrer Partei sind. Wenn Sie einmal kein Geld haben: Geben Sie möglichst frühzeitig ein entsprechendes Signal und bitten Sie um eine “beitragsfreie” Zeit.
- Versuchen Sie nicht, aus Ihrer Partei eine “Kirche” zu machen. Und wenn Sie Mitglied einer Kirche oder Religionsgemeinschaft sind: Versuchen Sie nicht, daraus eine “Partei” zu machen. Die Trennung von Kirche und Staat ist eine historische Entwicklung über Jahrhunderte, die sich insgesamt bewährt hat. Das eine kann und soll das andere nicht ersetzen oder in Frage stellen. Selbstverständlich können und sollen sich beide gesellschaftlichen Gestaltungskräfte gegenseitig offen verhalten und zahlreiche Schnittstellen zur Zusammenarbeit an ihren unterschiedlichen Kernaufträgen nutzen und beleben.
- Speziell im Zusammenhang mit der Überwindung der 2007/2008 sichbar ausgebrochenen Finanzkrise: Drängen Sie ihren politischen Mitbewerber öffentlich nicht in eine Rolle, die ein veraltetes Denkmuster bedient. Die Versuchung ist zwar gerade im Zusammenhang mit aktuellen Wahlen verlockend, führt aber zu einer weiteren Verschleppung der Überwindung von Krisenursachen und -auswirkungen. Wir befinden uns in einer Zeit des Wandels, stehen vor ungeheuren Herausforderungen bezüglich der Erhaltung unseres materiellen und immateriellen Wohlstands. Seien Sie also innovativ in Ihrem Denken, Reden und Handeln und suchen Sie sachbezogene Zusammenarbeit, wo es sich anbietet und möglich ist. So bauen Sie nicht nur Politikfrust ab, sondern tun auch etwas, wovon wir alle profitieren!
Soweit meine ersten sieben Empfehlungen an Sie, wenn Sie einen Beitrag zum »Politikfrust-Abbau« leisten möchten. Weitere Hintergründe zum »Politikfrust-Abbau« lesen Sie bei Interesse auf www.forum-fuehrung.com/?p=4613. Oder schreiben Sie mir: andreas.stein@forum-fuehrung.com.
“Die Stimme der Vernunft”: Horst Köhler zum 90. Geburtstag von Richard von Weizsäcker
Von Andreas Stein, Kassel
Protestantisch, liberal und auf dem Weg zu einer neuen Ordnung. Das sind Werte und Haltungen, die mich an das Wirken von Richard von Weizsäcker erinnern. Es sind aber auch die Werte und Haltungen, die ich bei unserem derzeitigen Bundespräsidenten Horst Köhler wahrnehme, mit denen ich mich selbst identifiziere und orientiere und die mir in der Gegenwart oft zu kurz kommen. Gerade das Bewußtsein, dass wir uns aktuell “im Prozess zu einem neuen Zielverständnis” befinden, scheint mir durch die Krise der letzten 3 Jahre gestört und dringend erneuerungsbedürftig. In seiner Tischrede deutet der Bundespäsident Ursachen dafür an, wenn er einen Eindruck spiegelt, den er jüngst durch das neue Buch von Tony Judt “Das vergessene 20. Jahrhundert” erfahren hat:
»Judt sieht ein “Zeitalter des Vergessens” und der Uneinheitlichkeit des Gewussten anbrechen. Früher, schreibt er, “hatten die meisten Leute auf der Welt begrenzten Zugang zu Informationen. Aber die Angehörigen eines Staates, einer Region oder einer Gemeinde wussten Vieles gemeinsam, dank staatlicher Schulen, staatlichem Radio und Fernsehen und einer gemeinsamen Presse.” Heute dagegen sei es umgekehrt – es gebe eine Flut von Informationsschnipseln und immer weniger, was die Bürger gemeinsam wissen.«
Horst Köhler ehrt Richard von Weizsäcker nicht nur in lobenden Worten, sondern auch dadurch, dass er an Weizsäckers Haltung anknüpft und sie damit bestätigt: »Ihre kritisch mahnenden Worte zur Parteiendemokratie haben nichts von ihrer Aktualität verloren. Dabei sind wir uns einig: Ohne die Parteien lässt sich unsere Demokratie nicht sinnvoll organisieren. Aber offensichtlich laufen den Parteien die Bürger davon. Und keine der Parteien vertritt mehr als ein Drittel der Wähler. Mancherorts haben die Parteien Schwierigkeiten, geeignete Kandidaten für kommunale Mandate zu finden. Die Demokratie lebt von der Mitwirkung der Bürger, oder wie Lothar de Maizière am 18. März im Deutschen Bundestag sagte: “Demokratie ist … ein wirklicher Dienst aller an der Gemeinschaft und für das Gemeinwohl.” Hierzu möchte ich die Bürger ermuntern und appelliere an die Parteien, den Bürgern mehr Möglichkeiten zu einer solchen Mitwirkung zu bieten. Nur so bleibt unsere Demokratie lebendig und zukunftsfähig.«
Die Rede von Horst Köhler zum 90. Geburtstag von Richard von Weizsäcker ist nicht nur eine angemessene Würdigung der Verdienste des Bundespräsidenten a. D., sie ist auch eine Anknüpfung an dessen Ethos und eine Orientierung für die Gegenwart und Zukunft der Bürger, die sich als Teil einer verantwortlichen und offenen Gemeinschaft verstehen. Zum Beispiel dann, wenn Köhler an die Auftritte von Richard von Weizsäcker erinnert: “Seine freundliche Zugewandtheit und sein kluger Rat stiften Vertrauen, Zuversicht und Orientierung.”
Vulkanstaubwolke ist ein »echtes Gespenst«
Von Andreas Stein, Kassel
Letzten Sonntag stellte ich auf dieser Plattform die Frage “War die Vulkanstaubwolke über Europa nur ein Phantom, ein Gerücht?”. Inzwischen ist klar: Die Vulkanstaubwolke ist echt. Messungen von speziell ausgerüsteten Flugzeugen haben Staubpartikel im Luftraum über Deutschland nachgewiesen. Der Staub, zuvor nur durch Computersimulationen prognostiziert, ist nicht nur in den Nachrichten, sondern auch in der Luft. Offen bleibt jedoch die Frage, ob die Sperrung des Luftraums über Deutschland und Europa angemessen war. Denn auch die Staubmessungen vom Dienstag sagen wenig darüber aus, wie gefährlich oder ungefährlich die vorhandene Staubkonzentration und Staubkonsistenz für Flugzeuge (gewesen) ist. Und deshalb bleibt die Vulkanstaubwolke auch ein Gespenst. Wir können nicht einschätzen, wie bedrohlich und gefährlich sie wirklich ist. Diese Unsicherheit ängstigt uns und die Angst beeinflusst unser Verhalten (100.000 Flüge wegen Aschewolke ausgefallen). Und so wird aus dem realen Staub auch ein reales Gespenst.
Eigentlich war ich immer der Auffassung, es gibt keine Gespenster. Aber das Beispiel der Vulkanstaubwolke ist mir ein Beispiel, wie real Gespenster sind. Und wenn ich etwas nachdenke, dann fallen mir weitere “echte Gespenster” ein, z. B.:
- Finanzkrise
- Klimawandel
- Schweinegrippe
- Politikverdrossenheit
- volatile Welt
- Medienkrise
Diese Bedrohungen sind durch zwei Merkmale gekennzeichnet:
- Die Bedrohungen sind real und haben Einfluss auf unser Verhalten und unseren Lebensalltag (=echt)
- Die Dimensionen ihrer Bedrohlichkeit und Gefährlichkeit sind schwer einzuschätzen (=gespenstisch)
Das Phänomen »echte Gespenster« beschäftigt mich nun schon einige Jahre, gedanklich und real. Es scheint mir ein Phänomen zu sein, das in der vernetzen Informations- und Medienwelt immer mehr an Bedeutung gewinnt. Durch Interdependenzen breiten sich diese »echten Gespenster« schneller als früher aus. Sie sind auch deshalb schwer zu steuern und zu kontrollieren. Das macht es schwer für Abwehr, Schutz und Gegenmittel und das macht die »echten Gespenster« so ansteckend wie Viren. Es würde uns helfen, wenn wir sie besser verstehen als bisher, damit wir sicherer werden im Umgang mit ihnen. Dafür scheint es mir wichtig, sie zu benennen und konkreter zu beschreiben.
Wenn Sie zu diesem Thema einen Beitrag einsenden möchten (weitere »echte Gespenster«, ihre Merkmale und Eigenschaften, sinnvolle Schutzmaßnahmen und Bekämpfung) denn schreiben Sie bitte unter dem Betreff »echte Gespenster« an redaktion@forum-fuehrung.com. Damit die Veränderungen in den gesellschaftlichen Entwicklungsfeldern, in denen die »echten Gespenster« umgehen, deutlich werden, können Sie die Welt von heute mit der von vor 20 Jahren vergleichen. So können Sie Unterschiede klarer und verständlicher herausarbeiten.
Andreas Stein bietet »Politikfrust-Abbau« an
Ich habe mich dazu entschlossen »Politikfrust-Abbau« gegen die Politikverdrossenheit anzubieten, möchte mein Angebot hiermit bekannt geben, erläutern, wie ich auf die Idee gekommen bin und dazu einladen, mein Angebot anzunehmen.
Über viele Jahre habe ich mich mit “Politik” hauptsächlich im Rahmen meines beruflichen Engagements der Organisationsentwicklung beschäftigt. Ja, Politk gibt es überall, wo 2 oder mehr Personen etwas miteinander zu schaffen haben! Gesellschaftspolitische Fragen habe ich mehr passiv als aktiv bearbeitet: Nachrichten wahrnehmen, Diskussionen aufnehmen, Haltung und Meinung bilden und dann noch Wählen gehen. Zusätzlich habe ich noch ab und zu über die Politik in der Gesellschaft gefreut oder geschimpft. Und das wars es dann auch schon, mein gesellschafts-politisches Engagement.
Ab 2007 ist mir bewußt geworden, dass einige Fehlentwicklungen in Wirtschaftsunternehmen, auf die ich immer wieder gestoßen bin, mit Fehlentwicklungen in unserer Gesellschaft, Kultur und Politk zu tun haben. Ich habe Wechselwirkungen erkannt zwischen dem, was die Menschen in Unternehmen machen und dem, was von aussen auf diese Menschen einwirkt aus der Gesellschaft mit ihrer Kultur und Politik. Von diesem Zeitpunkt an habe ich den Kontakt zur “offiziellen” Politik – schon mit der Option eines Parteibeitritts - intensiver gesucht und auch relativ schnell gefunden. Dabei habe ich die Erfahrung gemacht, daß einige Politiker sich wesentlich entgegenkommender verhalten, als es nach allgemein verbreiteten Vorstellungen von ihnen erwartet wird.
Im Sommer 2009 habe ich mich entschlossen, den Liberalen beizutreten. Ein ganz wesentliches Argument für meine Entscheidung waren dabei die regionalen Gegebenheiten vor Ort in Kassel. Die Veranstaltungen und Persönlichkeiten der Kasseler Liberalen haben mich ebenso überzeugt wie deren “Erreichbarkeit”. Als Selbständiger findet man sich natürlich auch in einer Partei zurecht, die Selbständigkeit und Unternehmertum als eine grundsätzlich positive Tätigkeit erkennt und unterstützt.
Grundsätzlich ist mein politisches Engagement bei den Liberalen in meinem Umfeld positiv aufgenommen worden. Seit meinem Parteibeitritt bin ich auch schon vermehrt auf Mißverhältnisse und Defizite in der Politik angesprochen worden. Manchmal konnte ich dazu Anregungen weiter- oder zurückgeben. Manchmal habe ich mir angestaute Frustrationen und Enttäuschungen nur anhören können. Es kam auch schon vor, dass ich einfach nur mit Unterstellungen konfrontiert oder sogar beschimpft wurde. Da habe ich nicht einmal die Chance für eine Antwort bekommen. So habe ich seit letztem Sommer das Thema Politikverdrossenheit aus einer neuen Perspektive kennen gelernt und mich dabei gefragt, wie sich aufgestaute oder fehlgeleitete Energien aus diesem Konfliktfeld sinnvoll umlenken lassen. Daraus sollte sich dann eine Verbesserung für alle Beteiligten entwickeln lassen.
Zu den Hintergründen der Politikverdrossenheit habe ich bei Wikipedia einen umfangreichen Artikel gefunden, auf den ich hier verweisen möchte: http://de.wikipedia.org/wiki/Politikverdrossenheit. Darüber hinaus: Sprechen Sie mich an oder schreiben Sie mir zum Stichwort »Politikfrust-Abbau«. Teilen Sie mir bitte mit, was Sie stört und wie man es aus Ihrer Sicht besser machen könnte. Teilen Sie mir bitte auch mit, welche Lösungen Sie bereits gefunden haben und mit Erfolg einsetzen konnten oder wo Sie noch nicht weitergekommen sind. Ich glaube: Umso weniger Frust wir in uns mittragen müssen, umso mehr Kraft bleibt uns für Veränderungen und Verbesserungen.
Mit freundlichen Grüssen,
Ihr Andreas Stein
Andreas Stein Management, Brunnenstr. 1, 34130 Kassel, Tel. 0561/9882575, as@andreas-stein.info
Neue Höchstmarke bei den Webbesuchern
Mit 1139 Besuchern an einem einzigen Tag hat diese Plattform am gestrigen Montag im Verbund mit ihren verbundenen Domains einen neuen Tageshöchstand erreicht. Mehr zur Besucherentwicklung im Rückblick lesen Sie auf http://www.forum-fuehrung.com/?page_id=3980
19. Mai: Dialogkultur [Kelkheim, 19Uhr]
Offener Workshop zum Thema „Kommunikation“.
Dialogforum über eine konstruktive und authentische Gesprächsführung in Beruf und Alltag auf Basis anerkannter Methoden der Königsteiner Dialogakademie.
Zeit: 19 – 21 Uhr
Ort: Salon der Philosophie am Zauberberg, Robert-Koch-Straße 118/118a, Eingang Lesesaal, 65779 Kelkheim-Ruppertshain
Eintritt 10,- €. Um Anmeldung wird gebeten über katja.ruehl@koenigsteiner-akademie.de, theresa.demel@koenigseiner-akademie.de oder per Telefon: Königsteiner Akademie, 06174-5258.
Im Rahmen des Kriegsrechts
Wer in Afghanistan im Rahmen des Kriegsrechts tötet, muss in Deutschland nicht den Staatsanwalt fürchten. Alles andere wäre tatsächlich ein Verbrechen – an den eigenen Soldaten. Doch diese Karlsruher Entscheidung wird nun unter Feuer geraten. Ein Kommentar von Reinhard Müller auf www.faz.net.
Gerhardt fordert Neugestaltung des Sozialstaates
Der Vorsitzende des Vorstandes der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit, Wolfgang Gerhardt MdB, hat eine Neugestaltung des deutschen Sozialstaates gefordert. Er liefere in der gegenwärtigen Form vor allem Fehlanreize und lasse verantwortungsethische Anreize verkümmern. „Sozialpolitik soll Brücken bauen. Aber sie kann die Menschen nicht hinübertragen.“
Seine Überlegungen zu einer Reform des Sozialstaates hat Gerhardt in einer neuen Publikation zusammengefasst. Sie trägt den Titel „Für Freiheit und Fairness“. Auch auf andere relevante politische Fragen der Gegenwart wie die Finanzmarktkrise geht Gerhardt ein. Deren Folgen spürten die Menschen nach wie vor. Trotzdem müsse wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Wettbewerb als etwas Positives begriffen werden. Andererseits gilt: „Was zur Sicherung der Freiheit hinzukommen muss, sind Überzeugungen und ein Bewusstsein für Institutionen und Regeln.“
Gerhardt stellt seine Veröffentlichung, die neue erweiterte Auflage einer gleichnamigen Schrift aus dem Jahr 2008, im Rahmen einer Reihe von Abendveranstaltungen vor.
Lesen Sie mehr auf http://www.freiheit.org/webcom/show_article_bb.php/_c-616/_nr-15257/i.html
War die Vulkanstaubwolke über Europa nur ein “Phantom”, ein Gerücht?
Am Freitag traf ich beim Einkauf meinen Nachbarn. “Hast Du schon gehört, dass eine Wolke von Vulkanstaub den Flugverkehr lahmlegen wird?” fragte er mich. “Nein” war meine Antwort. Danach las ich davon im Internet.
Am Samstagmorgen guckte ich in den Himmel: Strahlendblau. “Ich kann keine Staubwolke sehen” habe ich zu meiner Partnerin Grit Wunderlich gesagt, die auch schon vom Vulkanstaubwolkenalarm gehört hatte. Dann rief mein Vater an und berichtete, dass mein Bruder auf dem Hamburger Flughafen festsitzt und ein lange geplanter Kurztripp nach New York wohl ausfallen wird. “Schade”, habe ich gedacht, ich hätte die Reise meinem Bruder nämlich gegönnt, weil ich wußte, dass er sich darauf seit längerer Zeit gefreut hat.
Am Sonntag gucke ich wieder in den Himmel. Strahlendblau. Ich frage meine Partnerin: “Warum sind die Wolken aus Vulkanasche so unsichtbar?”.
Eben, 18.04., 21:00, lese ich den diesen Artikel auf faz.net: Plotzlich sind wir alle Zuschauer
Ich stelle mir die Frage: War die Staubwolke über Europa nur ein “Phantom”, ein Gerücht? Und: Wenn es Gerüchte sind, verdient jemand an solchen Gerüchten? Sollten wir den “offiziellen” Nachrichten stärker mißtrauen und stärker auf unsere eigene Wahrnehmung vertrauen? Was meinen Sie?
Ihre Meinung würde mich freuen,
Andreas Stein
Kassels Liberale arbeiten im Geist der bürgerlichen Tugenden
Fleiss, Aufmerksamkeit, Beteiligung am Geschehen und gutes Betragen: So lassen sich mit einfachen und wenigen Worten wesentliche bürgerliche Tugenden beschreiben. Dass es den Liberalen in Kassel gelingt, in diesem Geist miteinander zu arbeiten, hat sich auf deren Kreismitgliederversammlung am Mittwoch, dem 14.04.10 wieder einmal gezeigt. Rechenschaftsbericht, Vorstandswahlen und die Wahlen von Delegierten standen auf der Agenda, ein strammes Programm also, was zügig und ohne unnötige Störungen dank guter Vorbereitung und diszipliniertem Zusammenwirken in erstaunlichem, aber doch angemessenen Takt absolviert werden konnte. Es gibt sie also doch noch: Die bürgerlichen Tugenden.
Einstimmig wiedergewählt wurde Mechthild Dyckmans (MdB) und damit in ihrem Amt als Kreisvorsitzende bestätigt. Zu gleichberechtigten Stellvertretern wurden gewählt: Thorsten Burmeister, Matthias Nölke und Berthold Theus. Mehr zu den Liberalen in Kassel finden Sie auf www.fdp-kassel.de.
Zukunft bewegen
Zur Landtagswahl: Positionen der Evangelischen Kirche von Westfalen
NRW. Als Orientierung zur Landtagswahl hat die Evangelische Kirche von Westfalen (EKvW) ihre Positionen zu wichtigen politischen Fragen zusammengestellt und veröffentlicht. Unter dem Titel „Zukunft bewegen“ sind Aussagen zum Sozialstaat, zu Schule und Bildung, Migration und Integration, Energiepolitik und Klimaschutz sowie zur Grünen Gentechnik vereinigt.
Die Orientierungspunkte – im Internet unter http://www.zukunft-bewegen.ekvw.de/ zu finden – sind mit dem Appell verbunden: „Gehen Sie wählen! Nehmen Sie Ihr Grundrecht wahr und stimmen Sie über die politische Zukunft NRWs und die Verteilung politischer Verantwortung ab!“
Die Evangelische Kirche von Westfalen betrachtet es als ihre Aufgabe, zu gesellschaftlichen Schlüsselthemen Stellung zu nehmen – nicht nur im Umfeld von Wahlen. „Nach unserer Überzeugung hängt die Zukunftsfähigkeit einer Gesellschaft entscheidend davon ab, ob ihren schwächsten Gliedern Gerechtigkeit widerfährt“, schreiben die Autoren der Zusammenstellung, die hauptsächlich vom landeskirchlichen Institut für Kirche und Gesellschaft in Schwerte-Villigst erarbeitet wurde. In konzentrierter Form werden Positionen zu wichtigen Bereichen der politischen Auseinandersetzung präsentiert: Kernthesen aus Beschlüssen, kirchlichen Denkschriften und Verlautbarungen der jüngsten Zeit. Einige Beispiele:
– Die Soziale Marktwirtschaft müsse zu einer sozial, ökologisch und global verpflichtenden Marktwirtschaft weiter entwickelt werden, sagte Präses Alfred Buß als leitender Theologe der EKvW vor der Landessynode 2009. Und: „Marktmechanismen sind kein Naturgesetz. Märkte sind soziale Phänomene, die gestaltet werden können“, stellt eine Studie der Landeskirche (2009) über die Soziale Marktwirtschaft fest.
– Zum Bereich Bildung und Schule kritisiert eine Stellungnahme der drei evangelischen Kirchen in NRW (2009), dass die Schulstruktur im Bundesland „nicht die Anforderungen an ein gerechtes und begabungsförderliches Schulsystem“ erfüllt. Schule müsse die Erfahrung ermöglichen, mit den individuellen Fähigkeiten willkommen zu sein und gefördert und herausgefordert zu werden – unabhängig vom sozialen und kulturellen Milieu, dem die Schüler entstammen.
– Kernenergie: Bereits 2006 hat die Landessynode als höchstes Leitungsgremium einen sofortigen Ausstieg aus der Atomkraft gefordert.
– Klimaschutz: 2008 verpflichtete sich die westfälische Landeskirche, ihre eigenen CO2-Emissionen bis 2020 um 40 Prozent zu reduzieren (auf der Basis von 1990).
– Zur Grünen Gentechnik nimmt die westfälische Landeskirche eine kritische Haltung ein. Sie sei nicht das richtige Mittel, um den Welthunger zu bekämpfen, dessen Ursachen in der strukturell bedingten Armut lägen. „Für eine nachhaltige und sozialverträgliche Landwirtschaft ist die Grüne Gentechnik nicht notwendig“, stellte die Synode 2005 fest.
Mehr dazu im Internet unter www.zukunft-bewegen.ekvw.de
Piratenpartei: Umweltbundesamt fordert einen weiteren Daten-Staubsauger
Allem Anschein nach spricht sich das Umweltbundesamt für die Einführung einer flächendeckenden streckenbezogenen PKW-Maut aus. Dies wird zumindest aus einer bisher unveröffentlichten Studie deutlich, die der “Berliner Zeitung” vorliegt [1]. Die Piratenpartei Deutschland lehnt diesen Vorstoß ab, denn er schafft wieder eine Möglichkeit zur verdachtsunabhängigen Überwachung der Bürger – in diesem Fall der PKW-Fahrer.
Die Piraten warnen eindringlich vor dem Wunsch des Umweltbundesamtes nach einer flächendeckenden Erfassung per Satellit und mahnen zur Datensparsamkeit. »Wir hoffen, dass diese Initiative nicht von der Bundesregierung aufgegriffen wird. Hier wird erneut versucht, die ständige Überwachung jedes Einzelnen zu vervollkommnen«, sagt Simone Brand, Listenkandidatin der Piratenpartei bei der kommenden Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen.
»Werden erst einmal alle Fahrtstrecken von PKWs erfasst, so ist es ein leichtes, diese Daten zu analysieren und auszuwerten. Da wird der wöchentliche Trip in ein Nachbarland auf einmal für die Drogenermittler interessant, das Finanzamt gleicht die Steuererklärung automatisch mit den erfassten Daten ab, oder die Versicherung verlangt einen Zuschlag für Nachtfahrten von Schichtarbeitern. Die möglichen Begehrlichkeiten kennen kein Ende«, kritisiert Simone Brand weiter.
Die Piratenpartei Deutschland zeigt sich verwundert, dass der vom Bundesverfassungsgericht aufgestellte und wiederholte Grundsatz der Datensparsamkeit einmal mehr ignoriert wird. Die Aufzeichnungen werden zu Abrechnungszwecken sicherlich an zentraler Stelle gesammelt und gespeichert. Somit entsteht eine weitere Datensammlung, die der Vorratsdatenspeicherung und ELENA in nichts nachsteht.
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Quellen: [1] http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/politik/162050/162051.php
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Verantwortlich für den Inhalt dieser Pressemitteilung: Bundespressestelle der Piratenpartei Deutschland. Verantwortlich für den Versand dieser Pressemitteilung: Bundespressestelle der Piratenpartei Deutschland. Diese Pressemitteilung finden Sie im Internet unter: http://www.piratenpartei.de/Pressemitteilung-100415-Umweltbundesamt-fordert-einen-weiteren-Daten-Staubsauger
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NRW darf nicht Klimaschutz-Schlusslicht bleiben
Unterschriftenkampagne für Klimaschutzgesetz gestartet
NRW. Ein wirksames Klimaschutzgesetz für Nordrhein-Westfalen: Dieses Ziel verfolgt ein von der Klima-Allianz getragenes breites Aktionsbündnis aus Kirchen, Entwicklungsorganisationen, Umweltverbänden und anderen zivilgesellschaftlichen Gruppen. Mit einer Unterschriftenkampagne, die am Donnerstag (15.4.) in Düsseldorf startete, will das Bündnis der Forderung an die künftige nordrhein-westfälische Landesregierung Nachdruck verleihen.
Zentraler Baustein des geforderten Gesetzes soll ein Klimaschutzplan NRW sein. Damit würden verbindliche Ziele und Maßnahmen zum Ausbau erneuerbarer Energien, zum Energiesparen und zum Einsatz hocheffizienter, dezentraler Gaskraftwerke mit Kraft-Wärme-Kopplung umgesetzt. Die von der jetzigen Landesregierung geplante Sicherung von 36 Standorten für zumeist mit Kohle befeuerte Großkraftwerke müsse revidiert werden.
Wer auf Klimaschutz setzt, hat auch bei Arbeitsplätzen die Nase vorn Dazu erklärte Präses Alfred Buß, leitender Theologe der Evangelischen Kirche von Westfalen: „Es geht um mehr als um ökologische Problemlösungen. Es geht um zukunftsfähige Versorgungssicherheit, um faire Entwicklungschancen für die Menschen des Südens und nachfolgende Generationen.“ Ein Klimaschutzgesetz NRW sei ein wichtiger Schritt in diese Richtung, denn es schaffe verlässliche Rahmenbedingungen. Der Ausstieg aus der fossilen Energiegewinnung und aus der AKW-Technologie könne dadurch geordnet erfolgen. Angesichts der vorhanden energietechnischen Kompetenz biete der energiewirtschaftliche Strukturwandel gute Perspektiven für Nordrhein-Westfalen, so Präses Buß: „Wer jetzt konsequent auf Klimaschutz setzt, hat auch bei Arbeitsplätzen die Nase vorn.“
Klimawandel zerstört bereits heute Lebensgrundlagen vieler Menschen Oxfam-Geschäftsführer Paul Bendix unterstrich die besondere Verantwortung des Bundeslandes mit den höchsten CO2-Emissionen für die Klimaschutzziele in Deutschland und Europa: „Deutschlands CO2-Ausstoß ist mitverantwortlich für die gravierenden Folgen des Klimawandels, die bereits heute die Lebensgrundlagen von Menschen in aller Welt zerstören.“
Kohlekraftwerke sind Ladenhüter
Die gegenwärtige Landesregierung habe die notwendige ökologische Modernisierung des Energiesystems schlicht verschlafen und stattdessen auf „klimaschädliche Ladenhüter“ wie Kohlekraftwerke gesetzt, sagte der BUND-Landesvorsitzende Paul Kröfges: „In NRW liegen fünf verlorene Jahre für den Klimaschutz hinter uns. Außer heißer Luft bei klimapolitischen Sonntagsreden wurde nicht viel erreicht. NRW ist nach wie vor Schlusslicht beim Klimaschutz. Das muss sich ändern.“ Diese rückwärts gewandte Politik stehe im krassen Gegensatz zu den im Koalitionsvertrag formulierten Klimazielen der Bundesregierung und auch zur Auffassung von Bundeskanzlerin Merkel, erfolgreicher Klimaschutz sei die „zentrale Zukunftsfrage der Menschheit“.
Landesweite Unterschriftensammlung
Landesweit sollen Unterschriften für ein Klimaschutzgesetz gesammelt werden. Die Kampagne hat bereits prominente Unterstützer wie den Kabarettisten Volker Pispers oder den Musiker Jan Delay. Am 19. April startet in Köln eine zweiwöchige Landestour der Klima-Allianz für ein Klimaschutzgesetz in NRW. Jeden Tag werden aktive Klimaschützer in einer anderen Stadt für eine zukunftsfähige Klimapolitik werben. Weitere Informationen dazu unter http://www.klimaschutzgesetz-nrw.de/
Rückfragen:
BUND: Dirk Jansen, Landesgeschäftsführer, 0211/302005-22
Evangelische Kirche von Westfalen: Pfarrer Klaus Breyer, 02304/755-300
Oxfam: Ann-Kathrin Schneider, Klimaexpertin, 030/453069-18
Millionenangriff auf die etablierte Ökonomie
Investorlegende George Soros ist überzeugt, die etablierte Volkswirtschaftslehre braucht eine radikale Runderneuerung. Mit viel Geld fördert er deshalb eine neue VWL – mit erstem Erfolg: Noch nie ging die Zunft so hart mit sich ins Gericht wie auf der ersten Tagung seines Instituts. Lesen Sie dazu: Millionenangriff auf die etablierte Ökonomie (bei Handelsblatt.com am 12.04.2010 veröffentlicht).
Die Gründer des »Forum Bildung, Wirtschaft und Entwicklung«, FBWE, sind sich des anstehenden “Paradigmenwechsels” in ökonomischen Fragestellung bewußt und haben zum Zweck der Weiterbildung und Projektentwicklung einen Verein gegründet. Lesen Sie mehr dazu auf www.fbwe.de und bestellen Sie kostenlos und unverbindlich einen Newsletter zu Aktivitäten und Terminen des FBWE über newsletter@fbwe.de.
“Lust auf Zukunft? Denken und Handeln in einer nachhaltigen Arbeitswelt”
Veranstaltung: Podiumsdiskussion “Lust auf Zukunft? Denken und Handeln in einer nachhaltigen Arbeitswelt” mit anschließendem Come-together
Termin: Dienstag, 20. April 2010, 19.15 Uhr
Ort: Glaspavillon der Universität Duisburg-Essen, Campus Essen, Universitätsstr. 12, 45127 Essen
PodiumsteilnehmerInnen:
- Herr Rolf Schlue, Corporate Vice President Human Ressources, Henkel KGaA
- Herr Dr. Heinz-Gerd Peters, Leiter nachhaltige Entwicklung und Umwelt, Deutsche Telekom AG
- Frau Prof. Dr. Ute Klammer, Prorektorin der UDE für Diversity Management und Mitglied im Rat für Nachhaltige Entwicklung
- Herr Dr. Alexander Leicht, Leiter des Sekretariats der UN-Dekade „Bildung für nachhaltige Entwicklung“, Deutsche UNESCO Kommission
- Herr Sven Giegold, Abgeordneter im Europäischen Parlament, Bündnis 90/Die Grünen
- Frau Karoline Augenstein, Studierende des Master Sustainability Economics and Management, Universität Oldenburg
Moderatorin: Frau Dr. Nadine Pratt, Senior Consultant beim Centre on Sustainable Consumption and Production
Organisation:
Was hat England falsch gemacht?
Der Titel der Ausgabe 15/2010 des grossen deutschen Wochenjournals für Wirtschaft, www.wiwo.de, zeigt einen englischen Wachsoldaten mit brennender Pelzmütze unter dem Titel »England in Not«. Aber warum ist England in Not und was hat England falsch gemacht? Unter der Überschrift “Trübsinn in broken Britain” schrieb schon die ZEIT, www.zeit.de, am 18.02.: “Großbritannien könnte tatsächlich zum “Island an der Themse”, zum finanziellen Pflegefall werden. Heute wird die britische Situation eher mit dem besorgniserregenden Zustand Griechenlands verglichen.” Lesen Sie mehr über “England in Not” in Ausgabe 15/2010 der Wirtschaftswoche.
Der Wandel, den wir gegenwärtig überall erleben, verbunden mit einer wirtschaftspolitisch notwendigen Neuorientierung, wird sicherlich noch über viele Monate und Jahre andauern. Aus diesem Grund hat sich am 06.03. diesen Jahres auch das »Forum Bildung. Wirtschaft und Entwicklung« (FBWE), www.fbwe.de, gegründet. Von dort sind Sie eingeladen, die Veränderungen (inter-)aktiv in Veranstaltungen und diversen Weiterbildungsangeboten “hautnah” zu begleiten. Bestellen Sie dazu kostenlos und unverbindlich über newsletter@fbwe.de den Newsletter des FBWE.
»Tag der Erde« am 25. April 2010 in Kassel
»Mittlerweile sind es über 150 Organisationen und Gewerbetreibende aus dem ökologischen, sozialen, politischen und kulturellen Bereich, die Tausenden von Besucherinnen und Besuchern aus der Stadt und der ganzen Region anschaulich zeigen, was mit Phantasie und Gestaltungswillen getan werden kann, um das Leben auf dem Blauen Planeten lebenswert zu erhalten. Zusätzlich gibt es ein facettenreiches Musik-Kultur-Programm und viele Mitmachangebote für Kinder.« Dieser Auszug aus der Selbstbeschreibung des jährlichen Umwelt- und Kulturfestes in wechselnden Stadtteilen von Kassel beschreibt das Event treffend, das im letzten Jahr rund 20.000 Besucher zählen konnte.
Besuchen Sie am 25.04. den Tag der Erde 2010 im Kasseler Stadtteil Marbachshöhe und lesen Sie mehr dazu auf www.tag-der-erde.net.
“Für Freiheit und Fairness” – Wolfgang Gerhardt unterwegs
Die vom Vorstandsvorsitzenden der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit, Wolfgang Gerhardt, initiierte Reihe, beschäftigt sich mit der zentralen Frage: Erreicht man mehr soziale Gerechtigkeit durch Umverteilung oder durch ein Umdenken hin zu mehr Eigenverantwortung des Einzelnen?
“Wir leben in einer Zeit des Wandels”, erklärte Wolfgang Gerhardt bei der von Peter Stefan Herbst, Chefredakteur der Saarbrücker Zeitung, moderierten Auftaktveranstaltung in Saarbrücken. Die Anpassung an den Wandel sei nicht einfach, müsse aber durch unsere Gesellschaft gemeistert werden. “Politik muss die Übergänge hilfreich gestalten. Wir können dem Wandel nicht ausweichen!”
Dabei solle man den wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Wettbewerb als etwas Positives ansehen, der nur dann funktioniert, wenn er mit Spielregeln des Fair-Play ausgestattet ist. Dies fordere auch mehr Verantwortung, Disziplin von jedem Einzelnen und Spielregeln in der Marktwirtschaft. “Der ehrbare Kaufmann muss nach Deutschland zurückkehren”, forderte Gerhardt.
Bildungspolitik muss Ausgangspunkt einer modernen Sozialpolitik werden
Gerhardt plädiert dafür, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Wettbewerb als etwas Positives zu begreifen. Markt und Moral, Markt und Charakter, Markt und Spielregeln – das seien, anders als in Deutschland häufig behauptet, keine Gegensätze, sondern Voraussetzungen für Erfolg und Allgemeinwohl.
Die dringend erforderlichen politischen Reformen sind nur möglich auf der Basis von Erziehung, Bildung und Qualifizierung sowie einer auf Beschäftigung und Wachstum ausgerichteten Wirtschaftsphilosophie, “Chancen und Teilhabe, Bildung und Arbeitsmarkt sind die neuen Maßstäbe für soziale Gerechtigkeit”, Erziehung sei der Schlüssel zu Aktivitäten und Arbeit.
Viel zu lange hätte sich Politik und Gesellschaft den nötigen Reformen verweigert. Jetzt gehe es um eine ehrliche Bewertung der eigenen geistigen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Kondition.
Termine der Veranstaltung “Für Freiheit und Fairness” mit Wolfgang Gerhardt finden Sie unter http://www.freiheit.org/webcom/show_article.php?wc_c=29&wc_id=15123
Weiterbildung und Entwicklung für die Wirtschaft
forum-fuehrung.com organisiert ein Angebot von Interims-Managern, Projekt-Managern, Beratern, Dozenten, Trainern und Vermittlern unter dem Anspruch einer an Werten orientierten, ganzheitlichen, möglichst widerspruchsarmen, nachhaltigen und auf Gleichgewicht ausgerichteten Führung. Diese laden Sie dazu ein, dieses Angebot in Anspruch zu nehmen. Lesen Sie mehr dazu unter dem Menüpunkt Angebote.
„Zweifel ist nicht Unglaube, sondern der Bruder des Glaubens“
WDR-Rundfunkgottesdienst: Präses Alfred Buß predigte am Ostermontag in Witten
Witten/Westfalen. „Ostern ist das Fest des Lebens. Der Liebhaber des Lebens lädt ein zum Fest der Freude“: Mit diesen Worten brachte Präses Alfred Buß in seiner Predigt (1. Korinther 15,12-20) am Ostermontag, 5. April, im Saalbau in Witten die Osterbotschaft auf den Punkt. Zweifel und Angst sind überwunden. Durch die Gewissheit der Auferstehung verliert der Tod seine Endgültigkeit. Das Leben siegt.
Doch bis dahin ist es ein langer Weg. Das weiß auch der Apostel Paulus, wenn er an die Gemeinde in Korinth schreibt: „Ist aber Jesus nicht auferstanden, so ist unsere Predigt vergeblich, so ist auch euer Glaube vergeblich.“ Für Präses Alfred Buß eine echte „Osterjubelbremse“ – und zugleich die Herausforderung, selbst über Leben, Tod und Auferstehungshoffnung nachzudenken. „Ostern geht es um Leben und Tod.
Genauer: um unser Leben und unseren Tod“, so der leitende Theologe der Evangelischen Kirche von Westfalen (EKvW). Ob unheilbare Krankheit, Autounfall, Gewalt oder Naturkatastrophe – „der Tod begegnet uns jeden Tag. Und jedes Mal, wenn er auf den Plan tritt, scheint die Osterbotschaft wie weggeblasen.“ Angesichts so viel unsinnigen Sterbens – durch Völkermord, Armut und Medikamentenmangel – folgert Buß: „Absurde Welt! Das kann doch nicht alles gewesen sein! Zerstörungen und Grausamkeiten können Gott doch nicht gleichgültig lassen. Er ist doch der Liebhaber des Lebens!“
Dann der Schnitt, wenn Paulus schreibt: „Nun aber ist Christus auferstanden von den Toten.“ Hoffnungslosigkeit war gestern – Hoffnung ist heute. Wo gestern noch der Tod herrschte, so Buß, da sei jetzt der auferstandene Christus Dreh- und Angelpunkt der Welt: „Wo Christus ist, da ist jetzt Gott – sowohl im Leben als auch im Tod. Die Grenzen von Raum und Zeit sind durchbrochen. Ostern sprengt alle Sicherheiten. Gottes Wirklichkeit setzt sich durch.“ Ostern mache uns also nicht todsicher, sondern lebensgewiss. Sicherheit könnten wir selber herstellen – Gewissheit dagegen werde uns geschenkt, sie lasse sich nicht beweisen. Alfred Buß: „Wir können nicht zählen, messen oder beweisen, wie viel Lieben in einem Kuss ist, wie viel Trauer in unseren Tränen, wie viel Glaube und Hoffnung in einem Gebet. Gewissheit lässt sich nicht beweisen. Und doch trägt sie – im Leben und im Sterben. Gewissheit schenkt Ruhe, das Leben aus der eigenen Hand zu geben, es Gott zu überlassen und auf sein Kommen zu warten.“
Dass weiterhin Fragen nach dem „Was kommt nach der Auferstehung?“ und durch das „Wir wissen es nicht“ auch Zweifel bestehen bleiben, ist für Buß kein Manko der biblischen Verheißung, sondern Ausdruck eines lebendig-reflektierenden Glaubens: „Zweifel ist ja nicht Unglaube, sondern der Bruder des Glaubens. Zweifeln ist Zwiespältigkeit, das Hin- und Hergerissensein im Glauben. Zweifel tun dem Glauben gut.“ Sein Fazit: „Nun aber… ist Christus auferstanden von den Toten. Jesus lebt, mit ihm auch ich. Diese Botschaft ist nicht zu toppen. Und bis dahin sind wir unterwegs.“
Die vollständige Osterpredigt (ab Montag) im Internet: www.evangelisch-in-westfalen.de
Versuch einer »Agenda 2017«
Von Andreas Stein, Kassel
Vor 7 Jahren hat der damalige Bundeskanzler Gerhard Schröder mit seinem Mitarbeiter im Kanzleramt Steinmeier die Agenda 2010 aufgesetzt, die ganz maßgeblich zu den Verhältnissen im Deutschland von heute beigetragen hat. Ich bin damit nicht zufrieden.
Länger habe ich darüber nachgedacht, was besser werden könnte. Als evangelischer Christ ist mir ein Beispiel aus der Geschichte eingefallen, das mir Mut macht. Schon einmal, vor fast 500 Jahren hat sich eine “Zentralmacht” über die Bedürfnisse der Menschen so stark hinweg gesetzt, dass diesen ihr Zukunftsmut, ihr Vertrauen ineinander und die “Lust am Leben” vergehen mußte. Aus diesem Mißstand ist ein kluges Bündnis der deutschen Fürsten mit dem zukunftsweisenden Fortentwickler christlich-spiritueller Erwartungshaltungen und den damit verbundenen Verhaltensweisen, nämlich durch den deutschen Reformator Martin Luther entstanden: Im Ergebnis eine wohltuende Erneuerung vom Selbstverständnis der Menschen, ihrem Umgang miteinander und ihren wirtschaftlichen Verhältnissen. Dieses Ereignis jährt sich im Jahr 2017 zum 500. Mal. Heute scheint diese “Zentralmacht” nicht mehr in Rom zu liegen. Der Kampf um ihren Sitz scheint zwischen Washington, Peking und den Cayman-Inseln entbrannt zu sein. Das ist anders als früher. Das Problem für viele Menschen regional und “vor Ort” ist aber ähnlich. Von der gegenwärtigigen Politik blieb diese Problematik lange Zeit unzureichend beachtet.
Ich schaue 7 Jahre zurück in meinem Leben. Deutschland 2010 gefällt mir dabei nicht nicht besser als Deutschland 2003. Ich schaue jetzt 7 Jahre in unsere Zukunft. Was da sein wird ist mir noch vollkommen nebulös. Aber was ich mir wünsche für das Jahr 2017, das ist mir ganz klar: Mehr Frieden und mehr Freiheit. Mehr Glück und mehr Zufriedenheit. Das sind meine Ziele, für die sich nach meinem Verständnis stärkeres Engagement lohnt.
Ostern ist ein Fest der Erneuerung. Mir kommen immer zu Ostern solche Ideen und Gedanken.




