Archiv für März 2010

ÖSF-Deutschland e.V. erlebt zweifachen Rücktritt im Kreis des Vorstands

Das ÖSF-Deutschland e.V., www.oesf.de, erlebt in diesen Tagen einen zweifachen Rücktritt im Kreis seines Vorstands. Wie am gestrigen Abend Jörn Wiertz, 2. Vorsitzender des ÖSF, in einem offenbar mit dem 1. Vorsitzenden im geschäftsführenden Vorstand nicht abgestimmten Email an die Mitglieder mitteilte, verzichten Heribert Schmitz und Daniel Dahm ab sofort auf ihre Posten im erweiterten Vorstand. Den Informationen zufolge, die Jörn Wiertz zur Erklärung der Rücktritte versendet hat, handelt es sich hier um tiefergehende interne Auseinandersetzung zur zukünftigen Arbeitsweise innerhalb des ÖSF-Vorstands.

Im Juni diesen Jahres sollen im ÖSF turnusgemäß Neuwahlen des Vorstands erfolgen. Wie sich der gegenwärtige Konflikt innerhalb des Vorstands entwickeln wird und mit welchen neuen Zielen das ÖSF aus diesem Konflikt hervorgehen wird, bleibt eine spannende Frage, über die Sie an dieser Stelle bei neu eingehenden Nachrichten umgehenden erfahren können.

Jorgo Chatzimarkakis: “Auf nach Jamaika!”

jamaika

“Jamaika, eine Koalition aus CDU, FDP und Grünen, ist die wohl interessanteste und auch zukunftsträchtigste Option aus dem Denklabor politischer Strategen”, schreibt Jorgo Chatzimarkakis MdEP in der aktuellen Ausgabe der Vierteljahresschrift liberal. Es gehe darum, die politischen Grabenkämpfe von gestern zu überwinden und das alte und neue Bürgertum wieder zu vereinen, um neue Produkte, neue Produktionsweisen und neue Lebensstile zu schaffen.

So könnte man, meint Chatzimarkakis, “beispielsweise eine Wirtschaft errichten, die eben nicht mehr auf Öl basiert, sondern etwa auf Gesundheit. Was auf den ersten Blick vielleicht abwegig daherkommt, kann auf den zweiten Blick sehr schlüssig erscheinen. So könnten wir nämlich die sozialste aller Fragen nachhaltig und gleichzeitig liberal lösen: Gesundheit, sowohl körperliche als auch geistige in den Mittelpunkt des politischen Handelns stellen und so nicht nur Arbeitsplätze schaffen, sondern auch die Menschen durch gesteigertes Wohlbefinden zufriedener machen.”

Lesen Sie mehr auf der Internetpräsenz der Friedrich Naumann Stiftung FÜR DIE FREIHEIT: http://www.freiheit.org/webcom/show_article_bb.php?wc_c=616&wc_id=15111

Forum Bildung, Wirtschaft und Entwicklung sucht qualifizierte Beiträge, Mitarbeit und Kooperation

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»Ökosoziales Unternehmertum«: Wie sehen Beispiele für nachhaltige Wirtschaft mit Gewinnorientierung aus?

Wer eine Krise als Verlust einer stabilen Mitte versteht, ist bemüht, diese verlorene Mitte möglichst zügig neu zu finden und einzunehmen. Als Vorgehensweise auf diesem Weg helfen die äusseren Orientierungs- und Ankerpunkte, zwischen denen eine Mitte zu verorten ist. Zur Benennung solcher äusseren Ankerpunkte hat im Verlauf der letzten (Krisen-)Jahre der Begriff der Ökosozialen Marktwirtschaft eine wahrnehmbare Aufwertung und wachsendes Interesse gefunden. Heruntergebrochen auf Unternehmen und Organisationen bedeutet er in etwa: “Ausrichtung der unternehmerischen und organisatorischen Anstrengungen auf (1.) Erfolg im Markt (Gewinn) sowie (2.) soziale und (3.) ökologische Verträglichkeit/Nachhaltigkeit.

Wenn ein so definiertes Modell für Unternehmen und Organisationen als vorbildlich gelten soll, wird es hilfreich sein, über funktionierende Praxisbeispiele mehr zu lernen. Das gilt nicht nur für Unternehmen und Organisationen, die neu in den Markt hinein starten wollen. Das gilt insbesonders auch für solche, die bereits (erfolgreich) im Markt stehen. Und weiter: Was ist mit Unternehmen, die bereits seit Jahr und Tag »ökosozial« wirtschaften, ohne dass sie sich diese Bezeichnung als ihr “Empfehlungsschild” ausgehängt haben? Können sie dem interessiertem Publikum nicht wertvolle Einsichten und Perspektiven anbieten? Können sie nicht aus einer gründlichen und gewissenhaften Erörterung der Fragestellung vielleicht selbst noch hinzulernen?

Das Projekt »Ökosoziales Unternehmertum: Wie sehen Beispiele für nachhaltige Wirtschaft mit Gewinnorientierung aus?« wird vom Forum Bildung, Wirtschaft und Entwicklung, www.fbwe.de, vorbereitet. Hierzu werden Kooperationspartner gesucht, die eine Sammlung von beschriebenen Praxisbeispielen mit der Zielsetzung unterstützen, nach Auswertung und Auswahl derselben ein Weiterbildungsangebot dazu bereit zu stellen. Unternehmen, Organisationen und Experten, die hier einen Beitrag anbieten möchten, senden diesen bitte Martina Knappert-Hiese, martina.knappert-hiese@fbwe.de und/oder Andreas Stein, andreas.stein@fbwe.de.

Neu erschienen: “Im Schatten der Finanzkrise”

Muss das staatliche Zentralbankwesen abgeschafft werden?

Schuld an der gegenwärtigen Finanzkrise ist nach gängiger Meinung der Kapitalismus. Über die Verantwortung der staatlichen Zentralbanken hingegen wird bislang noch nicht in ausreichendem Maße gesprochen. Das Buch „Im Schatten der Finanzkrise. Muss das staatliche Zentralbankwesen abgeschafft werden?“ korrigiert diese Schieflage. Herausgegeben wird es von Peter Altmiks, Mitarbeiter des Liberalen Instituts der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit.

“Das exklusive Geldschöpfungsmonopol ist eine Hauptursache für Instabilität. Zentralbanken wurden aus fiskalischen Gründen etabliert, um die Regierung bzw. die herrschenden Monarchen zu stützen”, sagt Altmiks.

Zu den Autoren gehören u.a. Prof. Dr. Thorsten Polleit, Chef-Volkswirt von Barclays Capital Deutschland und Professor an der Frankfurt School of Finance & Management, Frank Schäffler MdB, Obmann der FDP-Fraktion im Finanzausschuss, und Lawrence H. White, Professor für Volkswirtschaftslehre an der George Mason University in Virginia, USA und George Selgin, Professor für Volkswirtschaftslehre am Terry College of Business der University of Georgia (Athens).

Analysiert wird nicht nur die Rolle der Zentralbanken bei der Entstehung der Finanzkrise. Aufgezeigt werden auch Möglichkeiten, wie man vom schlechten zu gutem Geld gelangt.

Lesen Sie mehr auf http://www.freiheit.org/webcom/show_article_bb.php?wc_c=618&wc_id=15036

Bankenexperte: Bankenabgabe ist nur scheinbar eine gute Sache

Bei der Suche nach der besten Antwort auf die Finanzkrise und die Beteiligung des Finanzsektors an der Kostenbewältigung sagt Bundespräsident Horst Köhler: “Ich würde zunächst für eine internationale Abgabe auf Finanztransaktionen kämpfen” (Focus 22.3.2010), Bundesfinanzminister Schäuble kapituliert und optiert für eine Bankenabgabe, auch wenn er die Finanztransaktionssteuer als geeigneter ansieht: “Wir müssen einsehen, dass das, was wir gerne auch überlegt hätten – nämlich eine Finanztransaktionssteuer einzuführen – nur geht, wenn sie global vereinbart wird. Und dafür gibt es im Moment keine realistische Chance.” (SWR, 22.3.2010)

Zu dieser Debatte meint André Presse, Chefökonom der GLS Bank, für die Kampagne “Steuer gegen Armut”: “Die von der Bundesregierung geplante Bankenabgabe erscheint auf den ersten Blick der richtige Schritt. Sie setzt aber nur bei den Symptomen an. Eine Bankenabgabe setzt jedoch völlig falsche Anreize, weil das Bankensystem fundamental daran leidet, dass durch Finanztransaktionen, die nicht der realwirtschaftlichen Wertschöpfung dienen, oftmals höhere Renditen erzielt werden können als durch realwirtschaftliche Investitionen. Hierbei handelt es sich jedoch um Scheinrenditen, da durch sie keine realen Güter und Dienstleistungen geschaffen werden. Durch eine Bankenabgabe steigt der Druck auf die Finanzinstitute, zur Erreichung ihrer Renditeziele riskantere Geschäfte einzugehen und die Risiken mit buchhalterischen Tricks und finanzmathematischen Kniffen zu verstecken. Banken, die “Scheingeschäfte” eingehen werden also durch eine Bankenabgabe auf Dauer gegenüber solide wirtschaftenden Banken besser gestellt.

Wesentlich hilfreicher ist eine Finanztransaktionsteuer, da durch sie die Scheingeschäfte in einer Weise verteuert werden können, dass sich beispielsweise bestimmte schädliche Arbitragegeschäfte nicht mehr lohnen. Eine Finanztransaktionssteuer stabilisiert somit den Finanzsektor und dient der Realwirtschaft (da sie die relative Vorteilhaftigkeit realer Geschäfte gegenüber Scheingeschäften und Spekulationen erhöht), eine Bankenabgabe destabilisiert das Bankensystem mittel- und langfristig, auch wenn sich kurzfristig die gewünschten Effekte erzielen und der gerechte Zorn der Menschen auf die Banken mildern lassen. Die Bankenabgabe verstärkt den Anreiz für die Banken, riskante beziehungsweise nicht auf die Realwirtschaft bezogene Geschäfte einzugehen.

Bezogen auf das Bankensystem wirkt die Bankenabgabe so, als würde ein statisch nicht auf Dauer tragendes Haus gestützt und neu angestrichen, anstatt es abzureißen und neu zu bauen. Die Auswüchse des bestehenden Bankensystems haben schlimme Folgen für viele Menschen. Die Bankenabgabe wird sie nicht dauerhaft bekämpfen sondern die notwendigen Reformen eher noch verzögern.”

Als weiteres Argument führt das Kampagnenbündnis an, dass die Einnahmen aus der Bankenabgabe im einstelligen, die aus einer Finanztransaktionssteuer im zweistelligen Milliardenbereich liegen.

Darum setzt sich die Kampagne “Steuer gegen Armut” dafür ein, dass die Bundesregierung sich dem Bundespräsidenten anschließt und für eine internationale Finanztransaktionssteuer beziehungsweise eine Abgabe auf Finanztransaktionen kämpft. Sie hat dafür die wachsende nationale und internationale Unterstützung für diese Steuer in der Bevölkerung, von zahlreichen Nichtregierungsorganisationen und sogar von Banken.

Wenn im Ergebnis im G20-Kontext eine Bankenabgabe als Minimallösung übrig bleibt, so ist dies bestenfalls ein erster Schritt. Dann bleibt aber immer noch die Option, eine Finanztransaktionssteuer zusätzlich in der EU einzuführen, wo die Zustimmung dafür deutlich höher ist.

Im Internet:

Für Nachfragen:

  • P. Dr. Jörg Alt SJ, Moderator der Kampagne “Steuer gegen Armut”, Tel. (0911) 2346-189
  • André Presse, Chefökonom, GLS-Bank Bochum, Tel. (0234) 5797-213

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„Der Exodus der Christen hält an“

„Christen unterm Halbmond“: Studientagung der Evangelischen Kirche von Westfalen

Schwerte/Westfalen. „Das weltweite Leiden von Christen beim Namen nennen, ist eine wichtige Aufgabe der Kirche“: Mit einer Studientagung zum Thema „Christen unterm Halbmond – zur aktuellen Situation der Christen im Nahen Osten“ hat die westfälische Landeskirche den Appell der Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) vom Herbst 2008 in die Tat umgesetzt. Einer der Referenten am Samstag (20.3.) in Haus Villigst/Schwerte war Dr. Volker Faigle, theologischer Referent im Büro des Bevollmächtigten des Rates der EKD am Sitz der Bundesregierung in Berlin.

Sein Thema „Die Situation der Christen im Irak. Aspekte der Asylpraxis der Bundesrepublik Deutschland im Hinblick auf verfolgte Christen.“ Unter den rund 30 Millionen Einwohnern zählen sich 95 Prozent zum schiitischen oder sunnitischen Islam. Bis vor zehn Jahren, so Faigle, waren dort noch 1,2 Millionen Christen zuhause – vorwiegend Katholiken der chaldäischen Kirche neben Syrisch- und Armenisch-Orthodoxen. Heute sind es nur noch 600.000 und damit 1,6 Prozent der Bevölkerung. Die Zahl der Protestanten schätzt Faigle auf mittlerweile nur noch 7.500. Und: „Der Exodus der Christen hält an.“
 
„Wir erleben, dass das Christentum in dem biblischen Land zwischen Euphrat und Tigris – von den frühen Anfängen dort präsent – in diesen Jahren der Ausrottung durch Verfolgung und Vertreibung ausgesetzt ist“, so Faigle. Und den Anstoß zu dieser Entwicklung habe ausgerechnet die militärische Offensive eines christlichen Landes gegeben: der USA und ihrer Verbündeten im Jahre 2003. Seit dem Sturz des Diktators Saddam Hussein werden Christen als Kollaborateure und damit am Krieg Mitschuldige gesehen. Das früher friedliche Miteinander der Religionen habe ein jähes Ende gefunden. „Religion wird zum politischen Machtkampf missbraucht. Wer sich nicht fügt, hat zu leiden“, bilanziert Faigle. Feindliche Übergriffe und Mordanschläge gehören zur fast schon Tagesordnung. Zwei Millionen Menschen – überwiegend friedliebende Muslime, aber auch viele Christen – haben das Land bereits verlassen: Syrien hat 1,2 Millionen Flüchtlinge aufgenommen, Jordanien 800.000.

Auch die Europäische Union hat reagiert und der Aufnahme von 10.000 Kontingentflüchtlingen zugestimmt: 2.500 davon in Deutschland. Dr. Volker Faigle weiß, dass auch gut gemeinte Hilfsaktionen ihre Tücken haben können. Ursprünglich sollten nur Christen in die Bundesrepublik kommen. Doch davor haben die Bischöfe der christlichen Kirchen im Irak inständig gewarnt. Aus Angst vor weiteren Repressalien und dem „Ausbluten der eigenen Kirche“. Denn der Mitgliederschwund stellt die christlichen Gemeinden im Irak schon heute vor massive Probleme. Zum Beispiel die Protestantisch-Reformierte Gemeinde: Das von ihr getragene Krankenhaus und Kinderheim stehen nun vor dem Aus, weil ein Großteil der hoch gebildeten und wohlhabenden Gemeindemitglieder das Land bereits verlassen hat. Gefahr drohe den irakischen Christen aber nicht nur von muslimischer Seite, weiß Faigle. Durch „kopflose Evangelisten“, vor allem evangelikale Missionare aus den USA und Korea, werde die Situation im Lande „auf unerträgliche Weise angeheizt“. Deklariertes Ziel aller politischen Unterstützung, so Faigle, müsse die Stabilisierung der inneren Sicherheit und der Aufbau der Infrastruktur im Irak sein. „Damit die Flüchtlinge so schnell wie möglich in ihre Heimat zurückkehren können.“

Ethikunterricht von und mit Marianne Rautenberg

Bei der Recherche nach zukunftsweisenden Bildungs- und Entwicklungsprojekten bin ich auf Frau Marianne Rautenberg und ihr Engagement gestoßen. Mein Interesse an der Arbeit von Frau Rautenberg macht sich besonders daran fest, dass sie mit ihrer Arbeit ganz praktische und „anfassbare“ Querverbindungen schafft: Als Tierfreundin engagiert sie sich für den Tierschutz und bringt Aufgabenstellungen, die sich aus diesem Engagement ergeben, Jugendlichen nahe. Als „Begegnungstätte“ hat sie zu diesem Zweck einen Verein, www.ramses-und-co.de, gegründet, den sie auch als 1. Vorsitzende leitet. Darüber hinaus gibt sie in 2 Schulen der Stadt Lage Ethikunterricht mit den Themenschwerpunkten »Tierschutz ist Menschenschutz« und »Bewahrung der Schöpfung«. Sehen Sie an dieser Stelle ein kurzes, ungeschnittenes Videointerview mit Marianne Rautenberg vom 14.03.10, mit dem eine umfassendere Darstellung des Engagements auf dieser Plattform eingeleitet wird.

»Freiheit« – ein neues Unterrichtsfach?

Beobachtungen und Überlegungen von Andreas Stein, Kassel

In der zurückliegenden Woche war ich zu Besuch in einer Hauptschule in Lage/Lippe. Frau Marianne Rautenberg, 1. Vorsitzende von http://www.ramses-und-co.de/, hatte mich eingeladen, ihren Ethikunterricht mit den Themenschwerpunkten »Tierschutz ist Menschenschutz« und »Bewahrung der Schöpfung« mit der Videokamera zu begleiten. Das Filmmaterial, was ich erstellen konnte, hat mich beeindruckt. In den nächsten Tagen will ich es zu einem aussagekräftigen Kurzbericht schneiden und dann veröffentlichen (Interessenten können das ungeschnittene Eingangsinterview mit Marianne Rautenberg schon einmal auf www.andreas-stein.net/2010-03-14.htm ansehen).

Was die Inhalte des Unterrichts von Frau Rautenberg angeht: Diese haben auf einige Gedanken, die ich seit längerer Zeit mit mir herumtrage und bearbeite, kreative Wirkungen ausgelöst. Mich beschäftigt nämlich die Frage, wie wir mit unserer Freiheit umgehen. Dabei ist mir bewußt geworden: Sehr kompetent stellen wir uns in Bezug auf Gestaltung unser Freiheit nicht an. Wir sehnen uns zwar nach Freiheit, wenn sie uns gerade fehlt. Ist eine erwünschte Freiheit jedoch verwirklicht, schaffen wir sie oft leichtfertig, gedankenlos und zügig wieder ab. Das gilt auch in Bezug auf »Menschenschutz, Tierschutz und Bewahrung der Schöpfung«, alles miteinander Ziele, durch die wir Freiheit erst verwirklichen und leben können.

Freiheit ist nicht Bindungs- und Bedingungslosigkeit, eher die klug genutzte Ausgestaltung von Bindungen und Bedingungen. Und “grenzenlos” ist Freiheit auch nicht. Jedenfalls zeigt die Erfahrung, dass das Gefühl von Grenzenlosigkeit in aller Regel von begrenzter Dauer ist. Langfristig gesehen sind es doch eher die offenen Grenzen, die uns Freiheit schenken und verwirklichen, als die verschwundenen oder unsichtbarren Grenzen, die eben auch latente Unsicherheit bedeuten und uns die Orientierung erschweren.

Die Frage, wie wir mit unserer Freiheit umgehen oder umgehen sollten, kann in diesem kurzen Artikel natürlich nicht erschöpfend beantwortet werden. Deshalb soll an dieser Stelle nur ein Denkimpuls als Fragestellung ins Leben gerufen werden: “Wie gestalten wir unsere Freiheit?”

Was meinen Sie? Sollten wir mehr über das Wesen und den kompetenten Umgang mit der Freiheit lernen? Könnte oder sollte »Freiheit« sogar zu einem Unterrichtsfach werden?

TECOPS ernennt neuen Geschäftsführer für den Geschäftsbereich IT-Spezialisten

München – Der Personaldienstleister TECOPS, www.tecops.de, spezialisiert auf kaufmännisches- und IT-Personal, baut die tecops it-spezialisten GmbH weiter aus: Martin Liebert (37) hat die Position des Geschäftsführers übernommen. Das Unternehmen mit Hauptsitz in München setzt dabei auf das langjährige Know-how, das er in über 10 Jahren bei tecops personal gesammelt hat.

Der Volljurist, Martin Liebert, war bislang Prokurist und Verantwortlicher für den Bereich Recht sowie Key-Account Manager für Großkunden bei tecops personal und freut sich auf die neue Aufgabe als Geschäftsführer in dem stark wachsenden Unternehmen der IT-Branche. Zu seinen Zielen zählt nicht nur die Erweiterung der Kundenstruktur, sondern auch die Weiterentwicklung des Dienstleistungsportfolios und der Ausbau des Kandidatenpools.

Die tecops it-spezialisten wurden im vergangenen Jahr als eigenständiger Geschäftsbereich von tecops personal ausgegliedert. “Die ständig steigende Nachfrage nach freiberuflichen IT-Spezialisten war der Anlass, unseren Kunden auch diesen Bereich in gewohnter Professionalität und Transparenz anzubieten. Damit sind wir einer der ersten All-in-One-Personaldienstleister in Deutschland, der neben der klassischen Zeitarbeit im IT- und kaufmännischen Umfeld auch die Vermittlung von freiberuflichen IT-Spezialisten anbietet.”, so Liebert. Derzeit verfügt TECOPS über einen Kandidatenpool von mehr als 30.000 kaufmännischen- und IT-Profilen. Über 10.000 davon sind IT-Spezialisten-Profile, die Im Laufe des Jahres deutlich ausgebaut und erweitert werden sollen. Für die Rekrutierung und Betreuung ihrer Kunden kann das tecops it-spezialisten-Team auf neun Niederlassungen in den größten deutschen Städten zurückgreifen. Das Rekruting wird von einem zentralen Rekrutment-Center in München aus durchgeführt.

“Wir sind zuversichtlich, diese Ziele auch zu erreichen. Im letzten Jahr konnten wir den Umsatz von TECOPS um 20% steigern und mit unserem langjährigen und erfahrenen Mitarbeiter Martin Liebert an der Spitze, werden wir auch unseren neuen Geschäftsbereich auf Erfolgs- und Wachstumskurs bringen.”, so Reiner Pientka, Vorsitzender der Geschäftsführung der tecops personal GmbH.

“Teilhabe und Begeisterung für unsere Demokratie”

Begrüßungsworte von Bundespräsident Horst Köhler anlässlich des Abendessens für den Ältestenrat des Deutschen Bundestages am 17. März 2010 in Schloss Bellevue

Ich freue mich, dass wir heute wieder zusammen sind, wenn auch teilweise in anderer Zusammensetzung. So funktioniert Demokratie.
Wir leben unübersehbar in einer Umbruchzeit. Da kommt es in der Politik auf “Leidenschaft und Augenmaß” in der Sache an, vielleicht aber noch mehr auf das Vertrauen der Menschen in die demokratischen Institutionen. Darum müssen die Verfassungsorgane – jedes in seiner ihm vom Grundgesetz zugewiesenen Funktion – ihre Aufgaben gut erledigen, und dazu müssen sie gut miteinander zusammenarbeiten. Herr Präsident, ich teile voll und ganz Ihre Überzeugung: Das Parlament ist das “Herz der politischen Willensbildung in unserem Land”. Und ich bin an Ihrer Seite, wenn es darum geht, dass es kraftvoll schlägt. Wo, wenn nicht im Parlament, muss mit Herz und Verstand um die res publica, um das Wohl aller gerungen werden. Und wenn draußen draufsteht “Dem Deutschen Volke”, dann muss das auch drinnen stattfinden. Deshalb, und das haben Sie zu Recht mehrfach angemahnt, dürfen die Minderheitenrechte, dürfen vor allem die Informationsrechte des Parlaments nicht beschnitten werden, denn sie sind eine essentielle Voraussetzung für eine gute Gesetzgebung. Ich halte auch eine Verlängerung der Wahlperiode von vier auf fünf Jahre für bedenkenswert. Die Argumente sind bekannt, ich möchte hier keine Eulen nach Athen tragen. Ich verstehe das Grundgesetz auch als Verpflichtung für den Bundespräsidenten, sich mit den langfristigen Herausforderungen unseres Landes zu befassen. Ich bin überzeugt davon, wir befinden uns mitten in einem Transformationsprozess. Die Stabilität unserer demokratischen Ordnung und ihre Akzeptanz durch die Bevölkerung wurden in den letzten 60 Jahren nicht zuletzt durch Wirtschaftswachstum und damit verbundene Verteilungsspielräume gefördert. Nach meiner Einschätzung werden wir uns in Zukunft auf geringere Wachstumsraten einstellen müssen. Der demographische Wandel und der Klimawandel sind zusätzliche Herausforderungen. Vor diesem Hintergrund, so glaube ich, müssen wir den Bürgern auf drei Schlüsselfragen Antworten geben:
Erstens: Wie schaffen wir einen Zuwachs an Teilhabe und Begeisterung für unsere Demokratie? Dazu gehören Fragen nach dem Verhältnis von Staat und Gesellschaft, von Jung und Alt, von Einheimischen und Zugewanderten. Ich habe mir vorgenommen, öfter und systematischer mit Bundestagsausschüssen im Gespräch zu sein.
Zweitens: Wie schaffen wir den notwendigen Umbau unserer Wirtschaftsordnung hin zu einer ökologischen Sozialen Marktwirtschaft? Dazu gehören Fragen nach nachhaltigen Formen des Wachstums, ressourcenschonender Produktion, regionalen Wirtschaftskreisläufen, zukunftsfähiger Arbeit, neuen Formen dem Gemeinwohl dienender Tätigkeiten. Es geht um die Sicherung der Lebensgrundlagen, der natürlichen wie der sozialen, es geht um Verteilungsgerechtigkeit, um Qualifizierung und Forschung, aber auch um alternative Grundlagen des Wohlergehens jenseits eines rein ökonomisch und materiell orientierten Wachstums, es geht um neue Lebensstile.
Drittens: Wie schaffen wir es in einer sich formierenden Weltgesellschaft, Europa als kraftvolle und handlungsfähige Union zu beweisen, mit der sich die Bürger identifizieren und in die sie sich einbringen können? Wo brauchen wir womöglich “mehr EU”, um voranzukommen? Wo ist womöglich “weniger EU” angezeigt? Wir erleben zugleich, dass in der Weltrisikogesellschaft die alten Ordnungen nicht mehr tragen, dass aufstrebende Schwellenländer wie China, Indien, Brasilien und andere eine wachsende Rolle spielen. Das Bewusstsein nimmt zu, dass wir alle aufeinander angewiesen sind, alle in einem Boot sitzen. So nimmt auch die Einsicht zu, dass wir eine neue, eine kooperative Weltpolitik brauchen, eine Politik des fairen Interessensausgleichs in einem rechtlich geordneten Rahmen, mit starken supranationalen Institutionen, die die Einhaltung international verbindlicher Regeln überwachen und durchsetzen. Wir brauchen good governance und wir brauchen, das lehrt uns die Finanzkrise, das Primat der Politik.
Meine Damen und Herren, große Herausforderungen, die wir nur gemeinsam bewältigen können. Stoff also genug für einen Meinungsaustausch. Noch einmal: Seien Sie willkommen; ich freue mich auf unser Gespräch.

Lob der Pause

Von Martina Knappert-Hiese, Kressbronn

Einer der neueren Titel in der Reihe quergedacht aus dem Oekom Verlag lautet doch tatsächlich “Lob der Pause”. Man mag es kaum glauben, dass der Autor Karlheinz Geißler uns belehren will, warum unproduktive Zeiten ein Gewinn sind, wie der Untertitel verspricht.

Mal ehrlich – Hand aufs Herz – vom Stress haben wir doch alle genug, oder nicht? Im deutschen Sprachschatz gibt es genügend Beispiele, die in die gleiche Richtung zielen, wie z.B. Gut Ding will Weile haben! Wenn Sie nachdenken, fällt Ihnen sicherlich auch ein derartiger Ausspruch ein. Doch hilft uns in den Zeiten der Krise dieses traditionelle Wissen überhaupt noch weiter? Ich befürchte, dass wir alle unte unter Stress stehen und den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr sehen. Ja,  uns zudem noch ständig zwischen Ansprüchen und Notwendigkeiten hin und her bewegen und kaum zur Reuhe kommen. Wenn dann jemand noch Themen auf die Tagesordnung bringt, die scheinbar vom eigentlichen Ziel abweichen, dann verwechseln viele die Botschaft mit dem Überbringer der Botschaft. So ist es mir jedenfalls schon häufiger passiert – auch im Gemeinderat von Kressbronn, in dem ich mir gemeinsam mit meinen Unterstützern einen Platz ergattert habe. Wer in seiner heilen Welt lebt, der ist zwar zu beneiden, doch er sollte sich die Frage gefallen lassen, ob die rosarote Brille ihn nicht von einer adäquaten  Wahrnehmung der Wirklichkeit ablenkt.

Wie dem auch sei, das genannte Büchlein gibt einen bemerkenswerten Überblick über unseren Umgang mit Zeit! Dabei ist zu bedenken, dass das individuelle Zeitmanagement natürlich auch gesamtgesellschaftliche (Fehl-)Entwicklungen beeinflussen kann. In der wirtschaftlichen Nutzung menschlicher Zeitressourcen liegen der Gewinnlogik zufolge noch ungeahnte Potentiale, die es folglich zu erschließen gilt. Und so sind in der IT-Branche inzwischen Arbeitsplattformen entstanden, die ein schnelles Wechseln zwischen unterschiedlichen Projekten problemlos ermöglichen und doch jeweils alle relevanten Daten und Ansprechpartner einem direkten Zugriff zugänglich machen.

Kreativität ade – gefragt sind lediglich die persönlichen Kompetenzen im Bereich des symbolischen oder expliziten Wissens, das an anderer Stelle auch noch gesammelt und abrufbar vorhanden ist. Der Mensch, der von seiner Natur aus zwischen gut und böse unterscheiden kann, ist dann am besten im ökonomischen Prozess zu gebrauchen, wenn er über seine potentiellen Zweifel erhaben ist und fast so gut oder noch besser wie eine Machine funktioniert. Wer sich derartig knechten lässt, dem fehlt möglicherweise ein gesunder Ausgleich. Lesen sie Geißlers Lob der Pause und korrigieren Sie ggfls. die eingeschliffenen pathologischen Verhaltensweisen und Zwänge, um ihre Menschlichkeit nicht dem System zu opfern. Mutter Erde und ihre Kinder werden’s Ihnen danken!

DAs Büchlein trägt folgende ISBN: 978-3-86581-200-1

Gemeingüter – Wohlstand durch Teilen

von Martina Knappert-Hiese, Kressbronn

Der Report der Heinrich-Böll-Stiftung erklärt Wissenswertes rund um die Thematik Gemeingüter, Commons, Allmende. Seit 2009 der erste Wirtschaftsnobelpreis an eine Frau ging, die ihr Lebenswerk der Erforschung dieses wichtigen Themas gewidmet hat, sollte der interessierten Öffentlichkeit ihre wissenschaftliche Arbeit aufbereitet zur Verfügung stehen. Vier namhafte Autoren (Helfrich/ Kuhlen/ Sachs/ Siefkes) haben deshalb Wissenswertes dazu in einem leicht zugänglichen Überblick zusammengefasst, dessen Lektüre sehr zu empfehlen ist.

In Zeiten begrenzter finanzieller Mittel und sichtbarer ökologischer Zerstörungen wird es in kommunalen, regionalen und nationalen Zusammenhängen zunehmend wichtiger, alle Bürgerinnen und Bürger an der Verwendung und Nutzung von Gemeingütern zu beteiligen. Dass Kopenhagen gescheitert ist und die Staatengemeinschaft es nicht erreichte, einen verbindlichen Vertrag über die Nutzung des Gemeingutes Klima zu verabschieden, ist eine Tragik unserer Gegenwart. Wer bei Verhandlungen zur Verwendung von Gemeingütern nicht bereit ist, die eigenen Bedürfnisse auf der Basis überlebenswichtiger Notwendigkeiten anderer Menschen und Völker zu überdenken, der hat die Zeichen unserer Zeit noch nicht kapiert. Wir müssen aufhören in veralteten Kategorien von Wettbewerbsvorteil, Gewinnmaximierung und Kosten-Nutzen-Analysen zu denken, wenn wir internationale Verhandlungen um Gemeingüter führen.

Wir sitzen alle im gleichen Boote und sollten verstehen, dass wir nur miteinander und gemeinsam eine lebenswerte Zukunft gestalten können. Ein Verständnis verschiedener Formen von Gemeingütern ist dazu unerlässlich! Dass Wohlstand nur durch neue Formen des Teilens dauerhaft gesichert werden kann, gehört leider noch nicht zum Gemeingut Wissen, über das die Menschheit heute verfügt.
Der Report trägt die ISBN 978-3-86928-020-2 und sei zur Lektüre dringend empfohlen.

Neue Studie belegt das Versagen der Medien

Von Martina Knappert-Hiese, Kressbronn

Wer sich in der noch lange nicht überwundenen Finanzkrise einzig auf die staatlichen Medien verlässt, ist schlecht beraten. Ein sinnvoller Überblick oder gar verlässliches Wissen über den Zustand unserer Gegenwart ist dort Mangelware. Der Spiegel berichtet in seiner Ausgabe Nr. 10 vom 8.3.10 über den Niedergang der kritischen Berichterstattung betreffend die Krisen. Die noch längst nicht überwundenen Auswirkungen der globalen Finanzkrise werden weder verständlich, noch objektiv darzustellen versucht. Wer Einzelheiten zu den Ursachen der Finanzkrise und Hinweise auf umsetzbare Lösungen sucht, der ist schlecht beraten, wenn er sich ausschließlich auf die öffentlich-rechtlichen Medien verlässt. Das Ergebnis der bisher unveröffentlichten Studie der Otto-Brenner-Stiftung ist ein Beweis für die steigende Bedeutung zuverlässiger Online-Portale und gleichzeitig eine Herausforderung an jedes einzelne Gehirn, angesichts der Informations- und Reizüberflutung nicht zu versagen. Ein umfassendes Verständnis der aktuellen gesellschaftlichen Wirklichkeit zu erlangen, ist in den Zeiten der gegenwärtigen Krisen auch ein ethisch-moralisches Problem. Alle sind deshalb herzlich aufgefordert sich zu vergewissern, dass sie ihre subjektiven Bilder der Wirklichkeit nicht mit der Wirklichkeit verwechseln. Zwar ist diese nicht mehr objektiv beschreibbar, aber dennoch sehr genau begreifbar. Wir sollten uns alle ernsthaft um das Verständnis kritischer Zusammenhänge bemühen, um Zukunft zu ermöglichen.

Tagessseminar am 20.03.10: »Freie Rede und Debatte«

Die Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit und die Karl-Hermann-Flach-Stiftung laden Sie sehr herzlich ein zum Tagessseminar:

Freie Rede und Debatte
Samstag, 20. März 2010
09.00 bis 17.00 Uhr
Hotel La Strada
Raiffeisenstraße 10
34121 Kassel

Kommunikation bestimmt unseren beruflichen und privaten Alltag. Das Seminar richtet sich an alle, die im Alltag rhetorische Durchsetzungsfähigkeit benötigen, um in kommunikativ geprägten Situationen Gehör zu finden und andere selbstbewusst zu überzeugen. Die Teilnehmer lernen rhetorische Vorgehensweisen, mit denen sie eine Vortragssituation in ihrem Sinn beeinflussen können.

Weitere Details finden Sie in der Einladung. Eine Anmeldung ist erforderlich.

“Einstehen füreinander”

Ansprache von Bundespräsident Horst Köhler bei der Gedenkfeier am 11. März 2010 in Winnenden

Staat schafft Raum für Religion, aber mischt sich nicht ein

Fachtagung zu Religionsfreiheit und Menschenrechten

Der weltanschaulich neutrale Staat mischt sich nicht in die Vermittlung religiöser Inhalte ein, aber er schafft Raum dafür, dass Religion unter Wahrung der Menschenrechte und der geltenden Gesetze vermittelt und praktiziert werden kann. Diese Überzeugung hat Präses Alfred Buß am Donnerstag (11.3.) in Schwerte vertreten. Auf einer Tagung über Religion und Menschenrechte sagte der leitende Theologe der Evangelischen Kirche von Westfalen: „Das Rechte ist dem Guten vorgeordnet – Religionsgemeinschaften haben die Gesetze zu achten.“

Als Beispiel nannte Buß den Religionsunterricht, der von den Kirchen verantwortet wird. Die Zusammenarbeit von Staat und Kirche auf der Grundlage von Verträgen fußt auf der Erkenntnis, dass der weltanschaulich neutrale Staat von Voraussetzungen lebt, die er nicht selbst schaffen kann. Die Menschenrechte, zu denen auch die Religionsfreiheit gehört, seien historisch gesehen eine junge Erscheinung. Ihnen ging eine „jahrhundertelange blutige Geschichte“ voraus. Buß schilderte die Entwicklung, die schließlich zu der heutigen Erkenntnis führte, der Staat habe für das Wohl seiner Bürger zu sorgen, aber nicht über ihre Weltanschauung zu bestimmen.

Religion darf nicht über dem Grundgesetz stehen
Die christlichen Kirchen dürften gegenüber anderen Religionen nicht ihren „Standortvorteil“ in Waagschale werfen, sondern müssten zu Anwälten anderer Religionen werden, die gleichermaßen Anspruch auf Religionsfreiheit haben. Das bedeute auch, fundamentalistische Ansätze zurückzuweisen: „Die Religion darf nicht über das Grundgesetz gestellt werden.“ Eine internationale Fachtagung der Evangelischen Kirche von Westfalen (EkvW) und der Vereinten Evangelischen Mission (VEM) befasst sich noch bis Freitag (12.3.) mit Religionsfreiheit und Menschenrechten. Mehr als 40 Experten aus Indonesien, Sri Lanka, Tansania, Belgien und Deutschland sind dazu in Haus Villigst zusammengekommen.

Der Beitrag der christlichen Kirchen gegen die Islamfeindlichkeit
„Die Religionsfreiheit ist einer der Grundpfeiler der Menschenrechte und der Menschenwürde“, sagte der Menschrechtler Heiner Bielefeldt. Beide gingen von der Idee von Freiheit, Gleichheit und Solidarität aus und hätten damit einen befreienden Charakter. Allerdings hätten nicht nur Religionen außerhalb Europas eine „komplizierte Beziehung“ zu den Menschenrechten, sondern auch die christlichen Kirchen, denn es gehe oft um Machtfragen. „Religionsfreiheit ist mehr als Toleranz, sie bedeutet religiöse Wettbewerber zu akzeptieren“, betonte der Professor für Menschenrechte an der Universität Erlangen-Nürnberg. Heute gehe es um die Frage, welchen Beitrag die christlichen Kirchen – angesichts von Moscheebauten und Hetzpropaganda – etwa gegen Islamfeindlichkeit in Europa leisten würden. „All diese Prozesse sind noch längst nicht beendet“, meinte Bielefeldt.

Evangelische Kirche von Westfalen
Landeskirchenamt
- Pressestelle -
Altstädter Kirchplatz 5
33602 Bielefeld
Internet: www.ekvw.de

Uwe erklärt die Krise

BILDUNG gegen BURNOUT

Ein Veranstaltungskonzept von »Forum Bildung, Wirtschaft und Entwicklung«, www.fbwe.de

Der gesellschaftliche Verlust von Maß und Mitte zeigt vielfältige Symptome: Während die Finanzwirtschaft ganze Staaten an den Rand von Katastrophen treibt und dafür Millionenboni erhält (teilweise auch noch durch Steuern mitfinanziert), eröffnen Politiker einen Wettbewerb im verbalen Wettprügeln auf Hartz-4-Empfänger. Klimazocker stehlen der Welt in Kopenhagen das Zukunftsvertrauen in unseren Planeten. In der Arbeitswelt breitet sich die Forderung nach Höchstleistungen ohne Mindestlöhne aus. Immer mehr Sicherungen der Vernunft brennen durch und werden in Folge als „nicht mehr finanzierbar“ erklärt. Soziale Bindungen und Beziehungen gelten als Ressource, die im Wettbewerb um Erfolg selbstverständlich zu nutzen und möglichst aufzubrauchen sind. Jeder ist sich selbst der Nächste. “Gas geben – bloß nicht anhalten!” scheint die Devise der Stunde zu sein. „Grenzen gab´s gestern!“ lügt uns die Werbung eines Mobilfunkanbieters vor. Und so überfahren wir ein Warnsignal nach dem nächsten.

Aber dann ist irgendwann plötzlich Schluß, es setzt die totale Erschöpfung und Lähmung ein. Kollaps. Nichts geht mehr.

Was treibt Menschen an den Rand der Selbstzerstörung? Ist es die Sucht nach Erfolg oder die Angst vor Versagen? Oder ist es einfach der Eingangs erwähnte Verlust von Maß und Mitte, die tagtägliche Unsicherheit über die Erwartungen, denen wir entsprechen sollen und wollen, die Hilflosigkeit in der wir uns wiederfinden, wenn wir offen und laut sagen sollen, was gut ist und was schlecht?

Ausgeglichenheit und innere Standfestigkeit – Persönlichkeitsmerkmale eines ganzheitlichen Bildungsideals – werden oft erst als Wert erkannt, wenn sie verloren sind. Gleichzeitig sind sie in Zeiten der Krise ein wichtiges Basiskapital, ein Grundstock auf den wir unsere Zukunft bauen.

Die Veranstaltung BILDUNG gegen BURNOUT will einen Beitrag leisten, der Selbstverantwortung zur Stabilität neue Nahrung zu geben. Dazu reflektieren Experten und Betroffene aus unterschiedlichen Blickwinkeln die Kriterien von Leistungen und Fehlleistungen bei der gesunden Bewältigung unserer Arbeit und der erfolgreichen Vermeidung von Überschöpfung.

Zur Vorbereitung und Durchführung einer Veranstaltung mit Podiumsdiskussion nach dem hier vorgestellten Konzept sucht das »Forum Bildung, Wirtschaft und Entwicklung«, www.fbwe.de, Experten und Betroffene mit ihren Erfahrungen sowie Sponsoren für die Finanzierung. Diese wenden sich bitte an Martina Knappert-Hiese, martina.knappert-hiese@fbwe.de, oder Andreas Stein, andreas.stein@fbwe.de.

Uwe hat sich verzockt – was nun?

Gefunden auf http://www.global-change-2009.de, herzlichen Dank!

Schauerte kritisiert SPD-Vorschläge: „Wir brauchen kein Heer von Hivis ohne Perspektive“

Hartmut Schauerte, Landesvorsitzender der nordrhein-westfälischen Mittelstands- und Wirtschaftsvereinigung, zu den Äußerungen der Vorsitzenden der SPD NRW im Spiegel: „Na da haben wir ja eine Arbeitsmarktexpertin. Krankenhäuser oder Altenheime mit hunderttausenden  Arbeitslosen zu überschwemmen ist nicht gerade der Weisheit letzter Schluss.“ Schauerte kritisiert die Vorschläge der SPD-Politikerin Kraft, dass mit einem rein symbolischen Aufschlag auf den Hartz IV-Satz Langzeitarbeitslose in sozialen Einrichtungen geparkt werden sollen. Schauerte nennt gleich eine ganze Reihe von fundierten Gegenargumenten zu dieser Idee, die nicht neu ist und immer aus der Kiste gekramt wird, wenn man keine ernsthaften Lösungsvorschläge zu bieten hat.
Nicht qualifizierte Arbeitslose würden in diesen sozialen Einrichtungen wenig hilfreich sein, sogar den hoch professionell arbeitenden Angestellten dort – untern anderem durch notwendige Anlerntätigkeiten – massive Belastungen aufbürden.

Der Arbeitsmarkt ist ein „Markt“. Heisst: Mittelfristig würden solche Zuteilungen von Hartz IV-Empfängern die Lohnfindung am Arbeitmarkt beeinträchtigen. Kurz gesagt: Es würde die Löhne der gut ausgebildeten Fachkräfte drücken und deren Jobs gefährden.

Diese Jobs würden auch Arbeitsplätze in der privaten Wirtschaft kosten, denn von der Putztätigkeit bis zu Instandhaltungsleistungen würden eingekaufte Dienstleitungen der sozialen Einrichtungen zurückgefahren.

Schauerte: „Kurz und bündig, eine Schnapsidee, die auch den Arbeitslosen nicht hilft. Für sie ist dies die endgültige Aufgabe Ihrer Rückkehrhoffnung in den regulären Arbeitsmarkt. Wir können uns nicht an der Qualifizierung unserer Hartz IV-Empfänger und an der Schaffung neuer sozialversicherungspflichtiger Arbeitsplätze durch eine gute Wirtschaftspolitik vorbeidrücken.“

»Forum Bildung, Wirtschaft und Entwicklung« gründet einen eingetragenen Verein

Vereinsgruender_06.03.2010_kl
Nach erfolgreicher Gründungsveranstaltung (v.l.n.r.): Anton Budde, Markus Wissel, Victoria Kosakowski, Axel Pormetter, Martina Knappert-Hiese, Grit Wunderlich und Andreas Stein
 
Kassel. Am 06.03.2010 hat das »Forum Bildung, Wirtschaft und Entwicklung« auf Einladung seiner Initiatoren in Kassel eine Gründungsveranstaltung zur Eintragung in das Vereinsregister und nachfolgender Beantragung der Gemeinnützigkeit durchgeführt. Nach Begrüßung der Anwesenden und einem Bericht über die bisherigen und die beabsichtigten Aktivitäten entwickelte sich zügig ein lebendiger Austausch zum Gegenstand und Zweck des Engagements. Daran anschließend erfolgte die eigentliche Gründung mit Verabschiedung der Satzung, der Beitritt aller Anwesenden als Mitglieder sowie die Vorstands- und Beiratswahl. Zum 1. Vorsitzenden wurde Andreas Stein, zur 2. Vorsitzenden Martina-Knappert-Hiese gewählt. Für den Beirat wurden Grit Wunderlich und Anton Budde gewonnen und gewählt.

Zum Schluß der Gründungsveranstaltung wurde durch die Mitgieder über die Konkretisierung der kommenden Aktiviten beraten. Dabei wurde erneut der gemeinsame Wunsch deutlich, eine wirksame und zukunftsfähige (Bildungs-)Arbeit zu gestalten. Diese soll in den »Themenschwerpunkten 2010« aus der Theorie zu einer neuen Praxis im Denken, Reden und Handeln befähigen und gezielt durch projektorientierte Basisarbeit verwirklicht werden. Aktive Öffentlichkeitsarbeit wird parallel ein bedeutender Baustein sein. Dazu soll die bereits vorhandene Präsenz des »Forum Bildung, Wirtschaft und Entwicklung« im Internet unter http://www.fbwe.de/ genutzt und ausgebaut werden, über die alle aktiven Mitglieder zukünftig als Ansprechpartner erreichbar sein werden: Interessenten zum Thema Bildung, Wirtschaft und Entwicklung sind herzlich eingeladen, den Kontakt zum Austausch und zur Zusammenarbeit herzustellen.

Internet-Enquetekommission – Wann kommt eine echte Alternative?

Die Piratenpartei Deutschland kritisiert die vom Deutschen Bundestag eingesetzte Internet-Enquetekommission als “Alibi-Veranstaltung”. Deutschland hat keinen Bedarf an weiteren Schwatzrunden zum Thema Internet, sondern netzpolitischen Handlungsbedarf.

Allein das Urteil des Bundesverfassungsgerichtes in dieser Woche zeigt, dass es bereits 5 nach 12 ist. Mit dem Jugendmedienschutz-Staatsvertrag der Länder wird derzeit ein weiterer Anschlag auf das Internet in Deutschland gestartet, mit dem sich die Kommission nicht beschäftigen darf. Auch heiße “Interneteisen”, wie das Abmahnungswesen, stehen nicht zur Diskussion.

Wie überflüssig diese Kommission ist, zeigt sich auch am Schicksal des Vorgängers aus den Jahren 1995 – 98. Wesentliche Papiere und Empfehlungen dieser Kommission, zum Beispiel zu Datenschutz und IT-Sicherheit, sind im federführenden Innenausschuss auch 12 Jahre danach noch nicht behandelt worden.

Scharfe Kritik üben die Piraten auch an der personellen Zusammensetzung der Kommission: Ihr Vorsitzender ist ein CDU-Mann ohne Internetaffinität. Als Provokation wird außerdem die Berufung des SPD-Mitglieds Martin Dörmann empfunden, der für die Durchsetzung des als “Zensursula” bekanntgewordenen Zugangserschwerungsgesetzes verantwortlich war. Damit hat die SPD das in sie gesetzte Restvertrauen verspielt.

»Die Zusammensetzung der Enquete-Kommission bestätigt die Befürchtungen, die wir schon im Vorfeld geäußert haben«, sagt Nico Kern, Spitzenkandidat der Piratenpartei bei der bevorstehenden Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen. »Es ist offensichtlich, dass die Regierung nach wie vor nicht daran interessiert ist, einen echten Wandel in der deutschen Netzpolitik voranzutreiben. Es handelt sich nur um eine Symbolkommission, die geschaffen wurde, um der Bevölkerung ernsthaftes Interesse vorzugaukeln.«

Zusammen mit anderen Netzaktivisten will die Piratenpartei nun prüfen, ob sie den Bundestag mit Initiativen von außen auf den richtigen Weg bringen kann. Die Gründung einer alternativen Enquetekommission ist geplant.

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Verantwortlich für den Inhalt dieser Pressemitteilung: Bundespressestelle der Piratenpartei Deutschland
Verantwortlich für den Versand dieser Pressemitteilung: Bundespressestelle der Piratenpartei Deutschland
Diese Pressemitteilung finden Sie im Internet unter:
http://www.piratenpartei.de/Pressemitteilung-100304-Internet-Enquetekommission-Wann-kommt-eine-echte-Alternative
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WELT UND WIRTSCHAFT IM UMBRUCH?!

Wir sind alle für Veränderung! Vorausgesetzt: „Alles bleibt beim Alten!“

Hinter dem zutiefst beunruhigenden Einbruch der Weltwirtschaft verbirgt sich eine handfeste strukturelle Krise jenes bis dahin dominanten Wirtschaftsmodells, das vor dem Hintergrund immer härterer Kostenkonkurrenz immer effizienter Überkapazitäten schafft. Dabei wurde ein systemimmanent verursachtes Karussell des Wettbewerbs in Gang gesetzt: Immer mehr Produkte, immer billiger („Geiz ist geil“), bei immer höherer Produktivität und immer höheren Gewinnen für die Aktionäre.

Welt_und_Wirtschaft_im_UmbruchObwohl wir in einer Überproduktions-gesellschaft leben, agieren „wir“ nach den überkommenen Rezepten einer Mangelwirtschaft. Gleichzeitig leben weltweit immer mehr Menschen unter der Armutsgrenze und werden Produkte eher vernichtet, als billiger verkauft. Damit aber schürt der harte globale Konkurrenzkampf Verteilungskonflikte, welche nicht nur fatale Auswirkungen auf die soziale Sicherheit haben, sondern sogar den Weltfrieden gefährden. Zudem vernichtet dieses System begrenzte natürliche Ressourcen und gefährdet das Weltklima sowie die potenziellen Lebenschancen nachfolgender Generationen.

De facto erleben wir derzeit das Ende des bisherigen Globalisierungsmodells, ja das Ende der Welt, wie wir sie kannten. Bisher nicht hinterfragte Gewissheiten wurden mit der Finanz- und Wirtschaftskrise außer Kraft gesetzt und die „unantastbaren“ Denk- und Handlungsmuster dieser „freigelassenen“ neoliberalen Marktwirtschaft mit einem Schlag auf den Kopf gestellt. Jäh zurückgeholt „auf den Boden der Realität“ (siehe Universitäts.Club-Symposium 2009) wenden sich bedrohte Banken und marode Industrieunternehmen hilferufend an den Staat, der wiederum in seinen „Bewältigungsreflexen“ die heimischen Firmen mit Subventionen, Bürgschaften aber auch Importbeschränkungen schützt. Ein neuer Protektionismus greift um sich, der sogar die offene Weltordnung in ihrer bisherigen Form bedroht. Erstmals in der Geschichte geht es buchstäblich ums Ganze, nicht irgendwo anders und irgendwann in der Zukunft, sondern überall, auf unserem gesamten Globus, hier und heute! Die komplexen Probleme und Zusammenhänge einer global vernetzten Welt erfordern Kooperation, nicht Konkurrenz! Es ist höchste Zeit, gemeinsam zu handeln, mehr noch: für einen radikalen Neustart! Dies gilt nicht nur für die Politik, sondern auch für die Wirtschaft. Ein „Change Management“ im bisherigen Sinne, lediglich mit Blick auf die Optimierung eigener Vorteile und des eigenen Unternehmens, wird zukünftig nicht mehr ausreichen, um das Überleben von Unter nehmen langfristig zu sichern. Eine verantwortungslose Auslagerung von Kosten und „Störfaktoren“ an die Öffentliche Hand wird künftig nicht mehr möglich sein, im Gegenteil: UnternehmerInnen und Manager werden die einseitige und viel zu enge betriebswirtschaftliche Sicht erweitern und ihre Strategien viel stärker auf gesamtgesellschaftliche Bedürfnisse und Entwicklungen einstellen müssen.

WELT UND WIRTSCHAFT IM UMBRUCH?!
Wir sind alle für Veränderung!
Vorausgesetzt: „Alles bleibt beim Alten!“
TOP MANAGEMENT SYMPOSIUM
3. BIS 5. JUNI 2010 | ABBAZIA DI ROSAZZO
33044 MANZANO | FRIAUL | ITALIEN
Als PDF zum Download: Programm mit Anmeldung