Archiv für September 2009
Soforthilfe nach Tropensturm auf den Philippinen – Schlimmste Überschwemmungen seit mehr als 40 Jahren – Über eine 1/2 Mio. Menschen sind betroffen
Bielefeld/Manila. Mit 20.000 Euro unterstützt die Evangelische Kirche von Westfalen (EKvW) die Opfer des verheerenden Tropensturms auf den Philippinen. Das Geld ging an die Nothilfe der United Church of Christ in the Philippines (UCCP), die mit der westfälischen Kirche partnerschaftlich verbunden ist.
„Die Opfer dieser Katastrophe brauchen unsere Hilfe und unsere Gebete“; erklärt Oberkirchenrat Dr. Ulrich Möller (Bielefeld), der für die ökumenischen Beziehungen verantwortlich ist. Über die Vereinte Evangelische Mission (VEM) mit Sitz in Wuppertal, die auch Spenden entgegen nimmt, wurde das Geld zu UCCP nach Südostasien transferiert. Möller: „Unsere Partner in den Philippinen sind unmittelbar dran an den Betroffenen. Sie wissen, wo und wie akute Nothilfe geschehen kann.“
Am vergangenen Samstag (26.9.) zog der Tropensturm Ondoy über Manila und weite Teile der Insel Luzon. Er brachte innerhalb von zwölf Stunden die Niederschlagsmenge eines Monats mit sich. Etwa 80 Prozent der Hauptstadt Manila und große Teile der umliegenden Provinzen wurden überflutet. Es sind in der Region die schlimmsten Überschwemmungen seit mehr als 40 Jahren. Helfer zogen Menschen aus den Fluten und retteten Opfer von Hausdächern. Manche Menschen hingen an Hochspannungsleitungen, um sich vor den reißenden Fluten zu retten. Mehr als eine halbe Millionen Menschen sind betroffen. Es wurden Notunterkünfte in Schulen und Kirchen eingerichtet. In den Fluten kamen bisher rund 240 Menschen ums Leben, viele werden noch vermisst. Am dringendsten werden nun Nahrung, Medizin, Kleidung und Decken benötigt. Es wird befürchtet, dass in Kürze Epidemien in den überfüllten Notunterkünften auftreten könnten.
Die Philippinen erleben immer schlimmere Naturkatastrophen als Auswirkung des Klimawandels. „Deshalb ist der Ruf nach Umweltschutz und Bewahrung der Schöpfung eines der wichtigsten Gebote unserer Mission“, erklärt Ulrich Möller.
Spendenkonto: Vereinte Evangelische Mission, Konto 9090908, KD-Bank Duisburg (BLZ 35060190), Stichwort: Flutopfer Philippinen
Mehr Demokratie: Landesregierung darf nicht durch Überhangmandate zu Stande kommen
Schleswig-Holstein: Regierung muss dem Wählerwillen entsprechen
Der überparteiliche Verein Mehr Demokratie hat die in Schleswig-Holstein diskutierte Bildung einer schwarz-gelben Landesregierung mit Hilfe von Überhangmandaten kritisiert. „Eine solche Regierung wäre ein Skandal, weil sie nicht dem Willen des Volkes entspricht“, so Michael Efler, Vorstandssprecher von Mehr Demokratie.
Nach dem vorläufigen Endergebnis hat die CDU bei den Landtagswahlen 31,5 Prozent und die FDP 14,9 Prozent der gültigen Stimmen errungen. Allerdings kamen von den 34 Direktmandaten der CDU elf durch Überhangmandate zu Stande. Nur mit diesen Überhangmandaten kämen CDU und FDP auf 49 der 95 Landtagssitze. Damit hätte Schwarz-Gelb im Landtag eine knappe Mehrheit von drei Sitzen.
Das Paradoxe daran: Während SPD, Grüne, SSW und Linke zusammen 48,1 Prozent der Zweitstimmen haben, entfallen auf CDU und FDP nur 46,4 Prozent der Zweitstimmen. „Eine schwarz-gelbe Regierung würde sich tatsächlich nur auf eine Minderheit der auf die Landtagsparteien entfallenden Wählerstimmen stützen“, erklärt Efler. Dass die regierenden Parteien eine Mehrheit der Mandate innehaben, ohne eine Mehrheit der abgegebenen Stimmen errungen zu haben, sei absurd und für die Bürgerinnen und Bürger kaum nachvollziehbar.
Anders als auf Bundesebene werden in Schleswig-Holstein Überhangmandate mit sogenannten Ausgleichsmandaten für die anderen Parteien abgefedert. Nach der aktuellen Auslegung der Landeswahlleiterin werden für elf Überhangmandate auch elf Ausgleichsmandate vergeben. Doch einem solchen Ausgleich hätte die CDU in Schleswig-Holstein noch immer drei Überhangmandate mehr, als es ihrem Zweitstimmenanteil entspricht.
Vor diesem Hintergrund ist ein Streit darum entbrannt, ob das Landeswahlgesetz, wenn es verfassungskonform ausgelegt würde, nicht die doppelte Anzahl von Ausgleichsmandaten (22) ermöglichen würde. In diesem Fall könnten alle CDU-Überhangmandate ausgeglichen werden. Die Grünen hatten zu diesem Thema bereits vor einigen Monaten einen Gesetzesantrag eingebracht, der von der großen Koalition abgelehnt wurde.
Mehr Demokratie fordert, dass sich in Schleswig-Holstein ausschließlich Koalitionen bilden, die auch über eine Wählermehrheit verfügen. „Eine ausschließlich auf Überhangmandate gestützte Regierung würde den Wählerwillen verfälschen und damit auf wackligen Beinen stehen“, meint Efler.
Piratenpartei: Stark bei Erstwählern
Laut Infratest dimap konnte die Piratenpartei besonders bei den männlichen Erstwählern punkten – rund 13% hätten sie gewählt. Laut Piraten sei dies ein deutliches Zeichen, dass gerade junge Menschen sich von den etablierten Parteien immer weniger vertreten fühlten.
Auch wenn die Piratenpartei den Einzug in den Deutschen Bundestag mit der Bundestagswahl 2009 verpasst hat, ist sie dennoch auf Anhieb stärkste Kraft unter den Kleinparteien geworden. Die Piraten bedanken sie sich bei den knapp 900.000 Wählern und bei allen Wahlhelfern, die diesen Erfolg ermöglicht haben. Die nächste wichtige Station für die Piraten wird die Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen im Mai kommenden Jahres.
Dass die Piratenpartei ein hohes Potential hat, zeigen auch die überraschend hohen Ergebnisse in einigen deutschen Städten: In der Bundeshauptstadt Berlin kommen die Piraten auf respektable 3,4 Prozent, in Karlsruhe auf 3,5. Auch in Städten wie Aachen, Augsburg,Rostock, Braunschweig und Halle erreichten sie Ergebnisse von über 3 Prozent.
Jens Seipenbusch, Bundesvorsitzender der Piratenpartei Deutschland, erklärt dazu: »Wir Piraten sehen uns durch das Ergebnis der Bundestagswahl auf unserem Weg bestätigt. Der rasante Aufschwung unser jungen Partei hält unvermindert an und wir haben das Superwahljahr trotz geringer Finanzmittel hervorragend gemeistert. Wir werden jetzt die Wahlergebnisse genau analysieren und in Nordrhein-Westfalen mit noch größerer Kraft durchstarten.”
Bernhard Smolarz, Vorsitzender des nordrhein-westfälischen Landesverbandes der PIRATEN, zu den Zielen für die Landtagswahl: »Wir werden nun unser Programm ausweiten. Im Mai wollen wir in den nordrhein-westfälischen Landtag einziehen, um dem Sicherheitswahn der Regierung Rüttgers ein Ende zu setzen. Die Menschen in NRW sollen weder einen Kahlschlag im Bildungs- und Polizeibereich hinnehmen müssen noch pauschal verdächtigt werden. Nordrhein-Westfalen sollte ein Vorreiter sein für umfassende Bildung und nicht für umfassende Überwachung. Unser Wahlversprechen ist, uns mit ganzer Kraft für die Bürgerrechte und für eine vernunftbetonte Politik einzusetzen.«
Birgit Sonnenschein sucht Heilungsgeschichten
Birgit Sonnenschein sucht Heilungsgeschichten zur Veröffentlichung auf einer Internetpublikation, die von ihr persönlich betreut wird. Der Anlass zu diesem Engagement ist für Birgit Sonnenschein der eigene Krankheits- und Heilungsverlauf, den sie dort beschrieben hat. Ihre Motivation erklärt sie so: “Während meiner eigenen Krankheitsgeschichte ist mir klargeworden, wie wichtig die Psyche bei der Heilung ist. In Phasen, in denen es mir sehr schlecht ging, habe ich gemerkt, wie sehr es mir hilft, wenn ich Geschichten von der Heilung schlimmer Schübe oder Krankheiten hörte. Ich stellte nicht nur fest, wie sehr allen Kranken diese Hoffnung hilft, die diese Geschichten mit sich bringen. Sondern ich merkte, dass die Menschen, die diese besonderen Heilungsgeschichten selbst erlebt haben, auch ganz besondere Menschen sind. Von Keinem habe ich jemals gehört: Warum musste es mich treffen? Vielmehr stelle ich immer wieder fest, was für wertvolle, mutige und positive Menschen das sind. Aus diesem Grunde macht mir die Erstellung dieser Homepage auch so immens viel Spass. Ich sammele Mut-Mach-Geschichten und kann von Jedem dieser Menschen dazulernen. Und immer wieder staune ich, was für unglaubliche Selbstheilungskräfte die Menschen in sich tragen und wie weit der medizinische Fortschritt gediehen ist.”
Um auch anderen Menschen Mut zu machen, hat Birgit Sonnenschein einen Aufruf gestartet: “Helfen Sie mit ihrer Geschichte anderen!” Sind Sie von einem schweren Krankheitsschub oder sogar einer schwere Krankheit geheilt? Hier haben Sie die Gelegenheit, mit ihrer anonymen Mut-Mach-Geschichte anderen zu helfen. Die im Aufbau befindliche Internetpräsenz finden Sie unter www.endlich-geheilt.de.
Mit Ihrer persönlichen Heilungsgeschichte nehmen Sie bitte Kontakt auf über:
Birgit Sonnenschein,
Welperstr. 35,
44879 Bochum,
info@endlich-geheilt.de
www.endlich-geheilt.de
Wohin mit dem Kreuz?
Wohin mit dem Kreuz, das einen drückt, um bei der Bundestagswahl die Partei zu wählen, von der man sich Linderung erhofft?
Man kann darüber streiten, ob in diesem Wahlkampf engagiert und pointiert genug die Alternativen zu einem “Weiter-so-wie-bisher” herausgearbeitet wurden. Die politischen Spekulationsblasen der Steuersenker und Wachstumsbeschwörer sind ungedeckte Schecks auf die Zukunft (unserer Kinder). Es wird zwangsläufig, entsprechend der Mehrheitsverhältnisse im kommenden Bundestag, eine grundsätzliche Richtungsentscheidung geben:
Entweder bekommen wir eine Bundesregierung, die einem wild galoppierenden Kapitalismus Zaumzeug und Zügel anlegen will – und dieses auf europäischer Ebene vehement vertritt – oder wir bekommen eine Regierung der Deregulierer, die, fälschlicher- und geschickterweise, Kapitalismus mit Marktwirtschaft manipulativ gleichsetzen.
Was wir haben: Kapitalismus. Ein “Ismus”. Eine Ideologie.
Was wir brauchen: Sozial und ökologisch orientierte Marktwirtschaft.
Diese Grundsatzdiskussion wird in den kommenden Jahren von Parteien und Zivilgesellschaft in Europa zu führen sein. Unabhängig von der Entscheidung eines Souveräns europäischer Demokratien am 27. September 2009.
Knut Schwedler, www.oesf.de, Knut.Schwedler[at]t-online.de
Online-Portal www.nrw.evangelisch.de geht an den Start
Projekt von rheinischer, westfälischer und lippischer Kirche
NRW. Tagesaktuelle Nachrichten, Reportagen und Interviews aus evangelischer Perspektive, News aus dem Bundesland Nordrhein-Westfalen mit Kirchen-Touch, und das Ganze eingebettet in ein großes neues Portal mit einem innovativen Community-Bereich: Das alles bietet das neue Online-Magazin nrw.evangelisch.de. Das Webangebot ist ein Tochterunternehmen des Portals www.evangelisch.de und geht zeitgleich morgen, 24. September 2009, an den Start.
nrw.evangelisch.de ist zugleich ein Pilotprojekt von evangelisch.de – für andere Bundesländer soll das Magazin stilbildend sein. Betrieben wird nrw.evangelisch.de von den Online-Redaktionen der drei evangelischen Landeskirchen in NRW, also Rheinland, Westfalen und Lippe, in Kooperation mit evangelisch.de. Wie evangelisch.de ist der NRW-Ableger ein unabhängiges publizistisches Angebot, das evangelisches Leben und Erleben in den Mittelpunkt stellt.
nrw.evangelisch.de ist als tagtäglicher Begleiter, als individuelle Startseite konzipiert: In Kombination mit den evangelisch.de-Angeboten hält die Website Menschen auf dem Laufenden über Neuigkeiten. Zugleich lädt sie die User in den Community-Bereich ein, wo Meinungen ausgetauscht und auch intensivere ständige Kontakte zu bestimmten Interessen gepflegt werden können. Indem nrw.evangelisch.de auch im Layout von evangelisch.de erscheint, ist auch optisch unterstrichen, dass die User ein großes, zusammen geplantes neues Angebot erhalten. Dritte Säule von evangelisch.de ist übrigens unter dem Titel „Kompass“ ein ausgedehnter Servicebereich über Kirche und Diakonie, das beispielsweise Beratungsangebote leicht findbar macht.
„,Mehr als du glaubst’ lautet der Claim von evangelisch.de, so Portalleiterin Melanie Huber: „evangelisch.de und nrw.evangelisch.de wenden sich an Menschen bzw. bringen diejenigen zusammen, die im weitesten Sinn Interesse an Glaube und Kirche haben“.
G20-Gipfel in Pittsburgh: Attac fordert endlich Nägel mit Köpfen statt heißer Luft
Die Globalisierungskritiker von Attac Deutschland und Attac Österreich haben die Staats- und Regierungschefs der 20 wirtschaftsstärksten Industrie- und Schwellenländer aufgefordert, bei ihrem Gipfeltreffen in Pittsburgh endlich eine echte Regulierung des internationalen Finanzsektors anzugehen und dafür zu sorgen, dass die Profiteure der liberalisierten Kapitalmärkte weltweit für die Kosten der Krise aufkommen.
“Es genügt nicht, populistisch einzelne Maßnahmen als Allheilmittelmittel zu verkaufen. Wir benötigen einen grundlegenden Wandel des globalen Finanz- und Wirtschaftssystems. Dafür ist ein Dreiklang aus echter Regulierung und Schrumpfung des Bank- und Finanzsektors, der Beseitigung von globalen Ungleichgewichten sowie der Bezahlung der Kosten der Krise durch ihre Verursacher nötig”, sagte Detlev von Larcher von Attac Deutschland. Im Einzelnen fordert Attac eine globale (ggf. zunächst EU-weite) Finanztransaktionssteuer, die Schließung von Steueroasen, einen globalen Finanzmarkt-TÜV, eine Weltreservewährung sowie eine weltweite Vermögenssteuer.
“Die vollmundigen Ankündigungen der G20 im April in London haben sich in Luft aufgelöst. Eine notwendige Schrumpfung der Banken und Finanzmärkte ist bisher ebenso wenig in Angriff genommen worden wie die Übernahme der Krisenlasten durch diejenigen, die von den liberalisierten Finanzmärkten Jahre lang profitiert haben”, sagte Christian Schoder von Attac Österreich. Den Staats- und Regierungschefs der Europäischen Union warf Attac vor, mit schwammigen Kompromissen nach Pittsburgh zu reisen. “Von konsequenten Positionen keine Spur. Selbst die beim EU-Gipfel diskutierte Forderung nach Beschneidung der Manager-Boni hat sich als Berg entpuppt, der ein Mäuslein gebar”, sagte Christian Schoder.
“Auch in Pittsburgh dürften wir wieder das übliche Schwarze-Peter-Spiel erleben, an dessen Ende wenig beschlossen ist, aber alle ihre Hände in Unschuld waschen”, ergänzte Detlev von Larcher. Wie dieses Spielchen aussehe, führe die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel derzeit der Öffentlichkeit anschaulich vor Augen. So habe Merkel sich zwar die populäre und sinnvolle Attac-Gründungsforderung nach einer Finanztransaktionsteuer zu eigen gemacht, zugleich aber dafür gesorgt, nicht an ihrer Umsetzung gemessen zu werden. Detlev von Larcher: “Indem Merkel darauf besteht, dass die Finanztransaktionssteuer nur eingeführt werden kann, wenn alle G20-Staaten von Anfang an mitspielen, macht sie deutlich, dass es ihr nicht um die Sache, sondern nur um Wahlkampf-PR geht.”
G20-Blog der Attac-Delegation in Pittsburgh: http://www.attac.org/de/g20
FDP begrüßt das 7.500ste Neumitglied im Jahr 2009
Im Vergleich mit dem Jahr 2000 sei die FDP die einzige wachsende Partei in Deutschland, wie auch die offiziellen Studien der FU Berlin von Prof. Dr. Oskar Niedermayer bestätigen. Insgesamt sei die FDP vom Jahr 2000 mit 62.701 Mitgliedern auf jetzt 70.622 Mitglieder gewachsen. Allein im Jahr 2009 betrage der Netto-Zuwachs (65.600 Mitglieder am 31.12. 2008 im Vergleich zu 70.622 Mitglieder am 17.9.2009) stolze 5.022 Mitglieder.
Lesen Sie mehr auf http://www.liberale.de/Beerfeltz-begruesst-das-7500ste-FDP-Neumitglied-im-Jahr-2009/3386c5426i1p19/index.html
Kampagne Volksentscheid ins Grundgesetz: Mehr Demokratie übertrifft selbst gestecktes Ziel
Über eine Million Volksabstimmungs-Flugblätter verteilt
Gut eine Woche vor der Bundestagswahl hat der Verein Mehr Demokratie deutschlandweit mehr als eine Million Flugblätter mit Stellungnahmen der Bundestags-Direktkandidaten zu bundesweiten Volksabstimmungen verteilt. Damit hat das Volksabstimmungs-Bündnis, dem unter anderem Ver.di, Attac, Nabu, BUND und Sozialverband Deutschland angehören, sein selbst gestecktes Ziel bereits jetzt um mehr als 10.000 verteilte Flugblätter übertroffen.
Mit derzeit 1.015.264 Flugblättern wurden knapp vier Prozent aller wahlberechtigten Bundesbürger erreicht. Mehrere Hundert Menschen haben deutschlandweit bei der Verteilung von Flugblättern in insgesamt 120 Wahlkreisen geholfen. Allein am bundesweiten Aktionstag, dem 12. September, haben 230 Aktive 43.000 Flugblätter verteilt.
Unter den Unterstützern befinden sich auch Direktkandidaten der SPD, FDP, Grünen, Linken und diverser kleiner Parteien. In Thüringen, Hamburg, Baden-Württemberg, Sachsen und Schleswig-Holstein nutzen SPD-Direktkandidaten in knappen Wahlkreisen die Flugblätter gezielt für ihren Wahlkampf und lassen in Kooperation mit Mehr Demokratie im großen Stil verteilen.
„Mit der großflächigen Verteilung der Kandidaten-Flugblätter werden bundesweite Volksabstimmungen in einzelnen Wahlkreisen zum Wahlkampfthema“, sagt Michael Efler, Vorstandssprecher von Mehr Demokratie. „Damit ist das Thema Bürgerbeteiligung endlich dort angekommen, wo es hingehört: weit oben auf der politischen Agenda.“
Efler würdigt das Engagement von Mehr Demokratie-Mitgliedern, Bündnispartnern und externen Helfern: „Wir freuen uns, eine so große Unterstützung in der Bevölkerung zu finden. Das zeigt, dass die Bürgerinnen und Bürger keineswegs politikverdrossen sind. Wenn sie das Gefühl haben, wirklich selbst etwas bewegen zu können, sind die Menschen auch bereit, sich zu engagieren.“ Laut einer Forsa-Umfrage vom Juni befürworten über zwei Drittel (68 Prozent) der Bevölkerung bundesweite Volksentscheide.
Seit Ende Juli haben Bürgerinnen und Bürger im Rahmen der Aktion „Volksentscheid ins Grundgesetz“ die Möglichkeit, auf der Internetseite www.volksentscheid.de Flugblätter mit den Statements der Direktkandidaten für ihren Wahlkreis zum Verteilen auszudrucken oder zu bestellen. Die Aktion noch bis zur Bundestagswahl am 27. September.
Für die Kampagne „Volksentscheid ins Grundgesetz“ zur Bundestagswahl hat Mehr Demokratie insgesamt 1.499 Direktkandidaten der fünf großen Parteien aus allen 299 Wahlkreisen der Bundesrepublik befragt: 1.044 (70 Prozent) der Befragten haben sich mit einer persönlichen Aussage für die Einführung Direkter Demokratie auch auf Bundesebene ausgesprochen. Rechnet man diejenigen dazu, die sich nicht persönlich geäußert haben, deren Partei aber für bundesweite Volksabstimmungen eintritt, sagen 80 Prozent der Direktkandidaten der fünf großen Parteien „Ja“ zu bundesweiten Volksabstimmungen.
Alle Informationen zu Kandidatenbefragung, Bündnispartnern und Hintergründen der Aktion: www.volksentscheid.de
Die reine Wahrheit!
- Wahlwerbung zur Bundestagswahl -
Die Alternative
Ankündigung einer neuen Artikelserie auf www.forum-fuehrung.com. Von Andreas Stein, Kassel.
Heute ist ein denkwürdiger Tag: Die Superpleite von Lehman´s jährt sich das 1. Mal. Ich kann mich noch genau erinnern, wie ich vor einem Jahr die Nachricht von der Insolvenz im Internet gelesen habe. Ich bin aufgestanden und bin in den Nebenraum gegangen, in dem meine Partnerin Grit Wunderlich gearbeit hat. “Lehman hat Insolvenz angemeldet. Wir haben jetzt einen grundlegenden Einschnitt und können gleich neu anfangen!” habe ich zu ihr gesagt. Dabei soll der Leser wissen: Weder meine Partnerin noch ich haben eine direkte oder indirekte Geschäftsbeziehung zu Lehman´s oder einer anderen Investmentbank unterhalten. Unser Interesse an den Geschäftmodellen von Banken hat sich immer darauf beschränkt, unser Verständnis der Auffassungen und Zielvorstellungen von Bankern weiter zu bilden.
In den letzten 25 bis 30 Jahren hatten Banker im gesellschaftlichen Ansehen überproportional hinzugewinnen können. Ein Banker zu sein, dieser Karrierewunsch wurde beinahe zum gesellschaftlichen Mainstream. Während für die “Götter in Weiß” die Ausstrahlung der Serie Schwarzwaldklinik den Zenit ihrer öffentlichen Achtung und Anerkennung markierte, haben Banker einen beinahe unaufhaltsamen Aufstieg erlebt. Bis zum Tag der Pleite von Lehman´s. Und jetzt wird eine neue Alternative gesucht, ein Berufsbild, dass in den kommenden Jahren als Leitbild dienen kann.
Viele Anzeichen sprechen dafür, dass das Beispiel des “Traumberufs” nicht das einzige Feld der gegenwärtigen Entwicklung darstellt, in der Alternativen dringend gesucht werden. Auch aus der theoretischen Ökonomie (als Gegenkraft zur jahrzehntelang präferierten Ökonometrie) und aus der Wirtschaftspolitk werden die Rufe nach Alternativen lauter. Alternativen werden auch gesucht für die bisherige Form der repräsentativen Demokratie, wie wir sie bisher praktizieren: Einerseits versuchen etablierte Kräft einen stärkeren Zentralismus anzustreben (”Wir haben die Kraft” bedeutet wohl eher “Wir wollen die Kraft”). Andererseits setzen viele zukunftsorientierte Denker auf stärkere Partizipation der Bürger, also auf mehr Demokratie durch mehr Beteiligung an gesellschaftlich relevanten Entscheidungen (siehe auch: www.mehr-demokratie.de). Das Spektrum der Interessen und Präferenzen polarisiert sich weiterhin.
Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage nach »der Alternative«. Wie kann eine andere Lebens- und Arbeitswelt aussehen? Welche alternativen Perspektiven versprechen in welchen Themenfeldern Besserung oder Verschlechterung? Die Grundannahme, die hinter der hier angekündigten Absicht steht ist diejenige, dass es Wahlmöglichkeiten gibt: Die Menschheit ist nicht verdammt, einen Weg zu gehen, der vorbestimmt ist. Das Ende ist offen: Tragödie oder Triumph, wir selbst können es beeinflussen – auch wenn wir es nicht bestimmen können.
»Die Alternative« ist jetzt gefragt. Wenn Sie einen Beitrag in dieser Serie leisten wollen, fühlen Sie sich bitte hiermit eingeladen, ihn zur Veröffentlichung einzusenden. Und wenn Sie zuerst über denkbare Alternativen sprechen möchten: Nehmen Sie bitte telefonisch Kontakt auf. Natürlich stehen Ihnen dazu neben mir persönlich alle Mitglieder der Online-Redaktion (siehe: Impressum) gerne zur Verfügung.
Wozu wir Freiheit brauchen
JEDER MENSCH BRAUCHT FREIHEIT, UM SEINE ANLAGEN UND FÄHIGKEITEN ENTFALTEN UND VERWIRKLICHEN ZU KÖNNEN. OHNE FREIHEIT ERMÜDET DER MENSCHLICHE GEIST, VERFALLEN KULTUR UND WISSENSCHAFTEN, STAGNIERT DIE WIRTSCHAFT. GEISTIGES LEBEN BRAUCHT FREIHEIT GENAUSO, WIE DER KÖRPER DIE LUFT ZUM ATMEN.
Quelle: www.freiheit.org
„Zukunft einkaufen“ – ein ausgezeichnetes Projekt
Preis für die Unterstützung ökologischer und fair gehandelter Produkte – Präses Buß: Konjunkturprogramm gegen Sozialabbau und Klimakrise
Westfalen. Das Projekt „Zukunft einkaufen“ der evangelischen und katholischen Kirche ist ausgezeichnet worden: Es erhielt am Mittwoch (9.9.) in Berlin den „Fairtrade Award“. Diesen Preis verleiht der Verein „TransFair“ an Initiativen und Organisationen, die sich herausragend für fairen Handel engagieren. Mit „Zukunft einkaufen“ wollen die Kirchen ihre Marktmacht nutzen: Als Großverbraucher unterstützen sie damit solche Produkte, die unter ökologischen Bedingungen hergestellt und fair gehandelt wurden. Das beginnt beim Kaffee und hört beim Recycling-Papier noch lange nicht auf.
Alle an „Zukunft einkaufen“ teilnehmenden Kirchengemeinden und kirchlichen Einrichtungen stellen systematisch ihre Beschaffung auf „ökofair“ um. Gleichzeitig bietet „Zukunft einkaufen“ eine Infoplattform zu fair gehandelten und ökologischen Produkten. Das Projekt hilft, die kirchliche Beschaffung wesentlich zu verbessern. In Kooperation mit der Wirtschaftsgesellschaft der Kirchen in Deutschland (WGKD) werden darüber hinaus Rahmenverträge für ökologisch und fair gehandelte Produkte angeboten.
Die Auszeichnung „Fairtrade Award“ soll den Fairen Handel stärker ins Licht der Öffentlichkeit rücken sowie die Akteure anregen und ermutigen. Die Preise wurden am Vorabend der Internationalen Fairtrade-Konferenz (www.fairtrade-conference.com) in Berlin verliehen.
Präses Alfred Buß als leitender Theologe der Evangelischen Kirche von Westfalen erklärt dazu: „In einer Zeit sich überlagernder Krisen ist es wichtig, dass die Kirchen in Deutschland gemeinsam Wege für einen nachhaltigen Konsum aufzeigen und dabei selber mit gutem Beispiel vorangehen.“ Angesichts des großen kirchlichen Beschaffungsvolumens und der kirchlichen Vorbildwirkung sei dies ein wertvolles „Konjunkturprogramm“ gegen Sozialabbau und Klimakrise.
„Wir zeigen neue Wege auf, die Kirche und kirchliche Einrichtungen ökologisch und nachhaltig zu gestalten. Der Fairtrade-Award gibt uns dabei weiteren Rückenwind“, so Projektleiter Klaus Breyer, Umweltbeauftragter der Evangelischen Kirche von Westfalen.
Bundesweit getragen wird das Projekt von den Arbeitsgemeinschaften der katholischen und evangelischen Umweltbeauftragten in Deutschland. „Von Dresden bis Bremen sind wir mit unserem Managementsystem in guter ökumenischer Zusammenarbeit erfolgreich“, betont Thomas Kamp-Deister vom Bistum Münster, Projektleiter der katholischen Kirche.
Das bundesweite Projekt wird derzeit in 49 Testeinrichtungen in 13 Regionen erprobt. Es wird mit Eigenmitteln der Kirchen und von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt gefördert.
www.zukunft-einkaufen.de
Projektleitung:
Klaus Breyer, Institut für Kirche und Gesellschaft der Evangelischen Kirche von Westfalen, Iserlohner Straße 25, 58239 Schwerte, Telefon 02304/755329
Thomas Kamp-Deister, Katholische Landvolkshochschule, Am Hagen 1, 48231 Warendorf-Freckenhorst, Telefon 02581/9458229
Aufruf der Bundeskanzlerin Angela Merkel zu 361 Grad Toleranz
Der Aufruf der Bundeskanzlerin Angela Merkel zu 361 Grad Toleranz verweist auf http://www.youtube.com/user/361gradtoleranz
Für ein gelingendes Zusammenleben von Christen und Muslimen
Gemeinsames Grußwort der beiden Kirchen zum Ramadan 2009
NRW. Die evangelischen Landeskirchen und die katholischen Bistümer in Nordrhein-Westfalen haben sich erstmals gemeinsam zum muslimischen Fastenmonat Ramadan und zum bevorstehenden Fest des Fastenbrechens mit einer Grußbotschaft an die Muslime gewandt. „Wir wünschen Ihnen eine segensreiche Zeit, in der Sie durch Fasten, Beten und Feiern den Glauben an den einen Gott und die Gemeinschaft untereinander vertiefen können“, heißt es in dem am Donnerstag (3.9.) veröffentlichten Schreiben.
Darin danken die katholischen und evangelischen leitenden Theologen auch für „die in diesen Tagen vielfach geübte Gastfreundschaft“, die bei den zahlreichen Einladungen zum Fastenbrechen zum Ausdruck komme. Sie hoffen, „dass durch diese Begegnungen die guten Kontakte zwischen Christen und Muslimen in den Städten und Gemeinden unseres Bundeslandes Nordrhein-Westfalen vertieft und ausgebaut werden“.
Besorgt zeigen sich die Repräsentanten der beiden Kirchen über eine kleine rechtspopulistische Gruppierung mit dem Namen „Pro NRW“, die in den vergangenen Monaten versucht habe, politisch Einfluss zu gewinnen. Diese Gruppierung schüre nicht nur gezielt Vorurteile gegen den Islam und mache pauschal die Ausländer für die sozialen Probleme in den Städten verantwortlich. Sie versuche auch die Integrationspolitik sowie das kirchliche Engagement für einen Dialog der Religionen als falsch oder gefährlich darzustellen. „Die Positionen dieser Gruppierung sind mit dem christlichen Glauben nicht vereinbar“, betonen die Kirchenleiter. Protestanten und Katholiken hätten sich in der Vergangenheit immer wieder zu einem respektvollen Umgang mit Fremden und einer gleichberechtigten Beheimatung von Muslimen in unserer Gesellschaft bekannt. Dazu gehöre auch das Recht, würdige Moscheen zu errichten, und – sofern die in der Verfassung benannten Voraussetzungen erfüllt seien – ein deutschsprachiger islamischer Religionsunterricht als ordentliches Lehrfach.
In ihrem „Ramadan Mubarak“ („Gesegneter Ramadan“) überschriebenen Grußwort verweisen die Unterzeichner auf die vielen lokalen Projekte, in denen sich christliche Gemeinden und Moscheevereine gemeinsam für Verständigung und Dialog einsetzten und Verantwortung für ihren Stadtteil übernähmen. „Der gemeinsame Einsatz für ein gelingendes Zusammenleben ist das beste Mittel im Kampf gegen Extremismus.“
Mit Blick auf den notwendigen weltweiten Einsatz für Frieden und Gerechtigkeit sowie die Rechte religiöser Minderheiten sind die Kirchenvertreter „dankbar, wenn Sie als Teil der weltweiten Glaubensgemeinschaft der Muslime Ihre Möglichkeiten nutzen und für die Rechte der Christen in mehrheitlich muslimischen Ländern eintreten“.
