Archiv für Juni 2009
Fit für die berufliche Zukunft
wir laden Sie herzlich ein zur Informationsveranstaltung
Weiterbildungsberatung im Bildungszentrum Kassel,
Falderbaumstr. 18 – 20, Haus 3
am Mittwoch, 01.07.2009, ab 16.00 Uhr
Beruflichen Chancen hängen weder einzig vom Arbeitgeber noch von der Lage am Arbeitsmarkt ab.
Was wir als Erfolg im Beruf erleben, hängt von unseren ganz persönlichen Bedürfnissen und Motiven ab. Für den einen wird Erfolg finanziell bestimmt. Ein anderer macht sich weniger aus Geld, will jedoch in seinem täglichen Tun einen überzeugenden Sinn sehen, will spüren, dass seine Arbeit einen wichtigen Beitrag darstellt. Informationen zu unterschiedlichen Möglichkeiten der beruflichen Weiterbildung hilft, den Berufsweg aktiv zu gestalten, beruflich erfolgreich zu sein und es zu bleiben.
Sie erhalten Informationen zu
• Verbessertem Meister- BAFöG ab 01.07.2009 für alle Lehrgänge der Aufstiegsweiterbildung
• Geprüfte Betriebswirte und Geprüfte Technische Betriebswirte mit IHK Abschluss – alle Studiengänge sind Meister-BAFöG gefördert -
• Meistervorbereitungslehrgänge
• 200 verschiedene Lehrgänge in den Bereichen kaufmännisches Fachwissen, Führungstraining, Schweißtechnik, Elektrotechnik, Sanitär und Heizung, Metall, Holz, Farbe, Nahrung und Körperpflege
• sowie wechselnde Vorträge zu allen Themen
Kurz: Sie erfahren wie sich berufliche Aus- und Weiterbildung am unternehmerischen Bedarf orientiert und Sie gewinnen einen aktuellen Einblick in die vielfältigen Möglichkeiten im Bildungszentrum Kassel.
Wir freuen uns auf Ihren Besuch!
Bildungszentrum Kassel,
Falderbaumstr. 18 – 20
www.bz-kassel.de
0561/9596-350
Forsa-Umfrage: 65 Prozent der CDU/CSU-Anhänger wollen Volksentscheide
Mehr Demokratie: Unions-Wahlprogramm ignoriert den Wunsch der eigenen Wähler
CDU und CSU haben am heutigen Montag (29. Juni) ihr Regierungsprogramm für die Bundestagswahl verkündet. Volksbegehren und -entscheide auf Bundesebene spielen dabei – anders als CSU-Chef Seehofer kürzlich dem Rheinischen Merkur gegenüber angedeutet hatte – keine Rolle. Dass 65 Prozent aller Unions-Anhänger für Direkte Demokratie auch in bundespolitischen Fragen sind, haben die Parteispitzen dabei ignoriert.
In einer repräsentativen Forsa-Umfrage von Anfang Juni wurden im Auftrag von Mehr Demokratie 1.004 Personen befragt, ob es Volksbegehren und -entscheide auch auf Bundesebene geben sollte. Insgesamt antworteten darauf über zwei Drittel (68 Prozent) der Befragten mit „Ja“, 26 Prozent antworteten mit „Nein“. Unter den Anhängern der CDU/CSU unterstützen 65 Prozent die Forderung nach mehr Mitbestimmung, nur 27 Prozent sind dagegen. „Die Union sollte sich fragen, ob sie sich leisten kann, die eigenen Anhänger zu ignorieren“, sagt dazu Claudine Nierth, Vorstandssprecherin des Vereins Mehr Demokratie. „An der Einführung bundesweiter Volksabstimmungen führt kein Weg mehr vorbei, wie die Verfassungsrichterin Gertrude Lübbe-Wolff kürzlich festgestellt hat.”
Die Zustimmung unter Unionswählern liegt sogar noch höher als unter den Anhängern von SPD und FDP und ist fast ebenso hoch wie unter den Anhängern der Grünen. Von den SPD- Wählern sprechen sich 63 Prozent für bundesweite Volksabstimmungen aus, bei den FDP- Anhängern sind es 55 Prozent, bei den Grünen-Anhängern 66 Prozent und bei den Wählern der Linken 72 Prozent. Alle vier Parteien treten für die Einführung bundesweiter Volksabstimmungen ein. „Die Unionsspitze dagegen steuert in den Wahlkampf wie ein Kapitän, dem das Ziel seiner Passagiere egal ist“, so Nierth.
Während die Wähler der Grünen, der Unions-Parteien und der Linken die Position „ihrer“ Parteien zu bundesweiten Volksabstimmungen überwiegend richtig einschätzen, glauben immerhin 30 Prozent der SPD-Anhänger und 25 Prozent der FDP-Anhänger, dass SPD und FDP gegen mehr Direkte Demokratie seien. „Hier besteht offenbar Aufklärungsbedarf“, folgert Nierth. „SPD und FDP sollten die Chance nicht versäumen und ihren Wählern auch deutlich machen, dass sie für mehr Bürgereinfluss auf Bundesebene eintreten.“
Mehr Demokratie befragt vor der Bundestagswahl Direktkandidaten aus allen 299 Wahlkreisen, wie sie zum Thema bundesweite Volksabstimmung stehen und veröffentlicht ihre Antworten auf der Homepage www.volksentscheid.de. Auch hier zeigt sich eine deutliche Kluft zwischen dem Willen der Unionsanhänger und den Antworten der CDU/CSU-Politiker: Rund 60 Prozent der Unions-Kandidaten haben sich bisher gegen bundesweite Volksabstimmungen ausgesprochen. Mit dieser Position vertreten sie nicht einmal ein Drittel ihrer Anhänger.
Umfrage: http://www.mehr-demokratie.de/presse-hintergrund.html
Befragung der Direktkandidaten: www.volksentscheid.de/kandidat/
Einladung zum Twitter-Starter-Seminar am 15.07.09, 18:00 Uhr in Brakel
Für den 15.06.09, 18:00 bis 19:30 Uhr lädt Fachin & Friedrich Systems and Services GmbH & Co KG zum Starter-Seminar für Twitternutzer ein. Themenpunkte sind u. a.:
- Entstehung und Funktionsweise von Twitter
- Schnelleinstieg und Bedienung
- Besondere Leistungsstärke des Dienstes
- Vergleich und Ergänzung zu anderen Webplattformen
- Praktische berufliche und persönliche Verwendungsmöglichkeiten
- Anwendungsbeispiele aus Wirtschaft, Politik und Gesellschaft
Für die Teilnahme am Seminar entsteht ein Kostenbeitrag von € 15,- inkl. Getränken. Es wird um rechtzeitige Anmeldung (Tel. 05272/39018-123, b.gottlob@fachin-friedrich.de) gebeten.
ÖSF-Deutschland: Autoren, Berichterstatter und Redakteure gesucht
Ab sofort sucht das ÖSF-Deutschland e.V., www.oesf.de, zum Auf- und Ausbau einer Redaktion Autoren, Berichterstatter und Redakteure aus allen deutschsprachigen Regionen. Interessenten an der Mitarbeit in einer Redaktion zu Themen und Fragestellungen einer Ökosozialen Marktwirtschaft werden gebeten, sich zu diesem Zweck an das Ökosoziale Forum Deutschland e. V. zu wenden. Partner des ÖSF-Deutschland, die selbst nicht direkt mitwirken wollen oder können, den Aufbau einer Redaktion aber unterstützen möchten, werden um Weiterleitung dieser Suchinformation gebeten. Ansprechpartner für dieses Projekt sind Andreas Huber, andreas.huber@globalmarshallplan.org, und Andreas Stein, andreas.stein@oesf.de.
Klimawandel, Wachstumsende, soziale Konsequenzen
Eindringliches Referat von Josef Riegler im Rahmen der “Wissenschaftsgespräche bei den Minoriten”, veranstaltet von der Karl-Franzens-Universität Graz und dem Kulturzentrum bei den Minoriten, gehalten am 26. Mai 2009
»Innerhalb von nur 20 Jahren mussten wir das Versagen zweier extremer Ideologien miterleben:
1989 den inneren Zusammenbruch des Kommunismus mit Planwirtschaft und Unfreiheit;
2008 die Pleite des profitgetriebenen Kapitalismus.
Beide Ideologien haben große Schäden in Wirtschaft und Gesellschaft sowie millionenfaches menschliches Leid verursacht.«
Mit diesen Worten skizziert Josef Riegler zu Beginn seines Referats Klimawandel, Wachstumsende, soziale Konsequenzen die gegenwärtige Ausgangssituation der gesellschaftlichen Entwicklung. Von dieser Situation ausgehend zeigt er auf Chancen und Risiken der Zukunft, wie sie sich uns augenblicklich darstellt. Sein Plädoyier zur Besinnung auf die Fundamente unserer Wirtschaftskultur und die wesentlichen Handlungs- und Arbeitsfelder zum Erhalt unseres Wohlstands fällt dabei eindeutig aus:
»Mit dem Modell der “Ökosozialen Marktwirtschaft” und dem seit 2003 existierenden Projekt “Global Marshall Plan” (Global Contract) liegt seitens der Zivilgesellschaft ein in sich schlüssiges Modell vor – die Politik bräuchte es nur zu übernehmen!
Stattdessen überwiegen in den Diskussionen in Politik und Medien Ratlosigkeit und Widersprüchlichkeit. Die einen argumentieren, man müsse den Kapitalismus “neu erfinden”, die anderen sehen das Heil in einer neuen Form von Verstaatlichung und Planwirtschaft. Beides kann es nicht sein!
Die aktuellen Diskussionen muten so an, als hätte es die “Soziale Marktwirtschaft” als erfolgreichstes und “menschenfreundlichstes” Wirtschafts- und Gesellschaftsmodell nie gegeben. Bezeichnenderweise umschrieb Ludwig Erhard, der “Vater” der Sozialen Marktwirtschaft, sein Modell mit den Worten: “Wohlstand für alle!”
Völlig im Kontrast dazu die Ideologie des gegenwärtigen Marktfundamentalismus, formuliert von Milton Friedman: “Die soziale Verantwortung von Managern ist Profitmaximierung für die Aktionäre.”«
Lesen Sie das eindringliche Referat Klimawandel, Wachstumsende, soziale Konsequenzen von Josef Riegler zur Positions- und Zielbestimmung der gegenwärtigen weltwirtschaftlichen Entwicklung.
Jahrestagung MEHR DEMOKRATIE: Letzte Chance zur Teilnahme/ Wegbeschreibung online
Am kommenden Wochenende (26.-28. Juni 2009) findet eine spannende Jahrestagung von MEHR DEMOKRATIE statt – das Thema lautet: Medien – Macht – Demokratie. Ein paar Plätze sind für Kurzentschlossene noch frei. Für diejenigen, die nach Fuldatal (bei Kassel) anreisen, ist eine Wegbeschreibung online gestellt.
Wahlrechts-Reform: Hamburg überholt die Hauptstadt
Mehr Demokratie fordert veränderbare Parteilisten auch für Berlin
In Hamburg können die Bürger mit veränderbaren Parteilisten künftig direkt bestimmen, welche Kandidaten sie im Landes- und Kommunalparlament vertreten sollen. Am heutigen Mittwoch (24. Juni) will die Bürgerschaft die von der Volksinitiative „Mehr Demokratie – Ein faires Wahlrecht für Hamburg“ angestoßenen Reformen endgültig beschließen. „Hamburg hat bewiesen, dass ein Kompromiss zwischen Politikerinteressen und Bürgerwillen möglich ist. Das sollte sich Berlin zum Vorbild nehmen“, erklärt Michael Efler vom Mehr Demokratie-Landesverband Berlin/Brandenburg, der im vergangenen Jahr ebenfalls ein Wahlrechts-Volksbegehren gestartet hatte.
Bei den Wahlen zur Bürgerschaft können die Hamburger demnächst entscheiden, ob sie die vorgegebene Parteiliste übernehmen oder ihre Stimmen auf Kandidaten und Listen verteilen wollen. Bei den Wahlen zu den Bezirksversammlungen wird die Sperrklausel von fünf auf drei Prozent gesenkt, damit auch kleinere Parteien eine Chance bekommen, ins Kommunalparlament einzuziehen. „Was die Fortschrittlichkeit des Wahlrechts angeht, hat Hamburg die Bundeshauptstadt damit überholt“, erklärt Efler. „Wir beneiden die Hamburger darum, dass sie ihren politischen Willen in Zukunft punktgenau ausdrücken können.“
Ein großer Erfolg des im Frühjahr zustande gekommenen Mehr Demokratie-Volksbegehrens ist außerdem, dass das Wahlrecht in Hamburg nur noch mit Zweidrittel-Mehrheit geändert und somit nicht mehr von einer Partei allein gekippt werden kann. Wenn die Bürgerschaft in Zukunft das Wahlrecht ändern will – wie es die alleinregierende CDU 2006 veranlasst hat – können 2,5 Prozent aller Wahlberechtigten einen Volksentscheid dazu verlangen.
Während sich die Vertreter aller Parteien in der Hansestadt nach monatelangen Debatten kompromissbereit zeigten, hat das Berliner Abgeordnetenhaus über die von Bürgern geforderten Wahlrechtsreformen bisher nicht ernsthaft beraten. Die Berliner Initiative „Mehr Demokratie beim Wählen“ hatte im vergangenen Jahr mehr als 20.000 Unterschriften eingereicht und unter anderem veränderbare Parteilisten gefordert. „Wir brauchen ein Wahlrecht, bei dem nicht die Partei-Hierarchien, sondern die Wähler bestimmen, wer sie vertreten soll“, erläutert Efler. „In Hamburg wurden die Stimmen der Bürger endlich gehört. Auch die Berliner Politik sollte sich nicht länger taub stellen.“
Pressesprecherin Anne Dänner
Mehr Demokratie e.V.
Greifswalder Str. 4
10405 Berlin
Tel.: 030/420 823 70 o. 0178/816 30 17
Fax: 030 /420 823 80
presse@mehr-demokratie.de
http://www.mehr-demokratie.de
Non-Profit-Organisationen (NPO´s) zur Verbesserung sozialer, ökonomischer und ökologischer Perspektiven
»Als Non-Profit-Organisation (NPO) bezeichnet man jene Organisationen in frei-gemeinnütziger oder privat-gewerblicher Trägerschaft, welche ergänzend zu Staat und Markt spezifische Zwecke der Bedarfsdeckung, Förderung und/oder Interessenvertretung/Beeinflussung (Sachzieldominanz) für ihre Mitglieder (Selbsthilfe) oder Dritte wahrnehmen. Sie verfolgen keine kommerziellen (Rendite-)Interessen, sondern dienen gemeinnützigen sozialen, kulturellen oder wissenschaftlichen Zielsetzungen ihrer Mitglieder. Dies ist in einem Statut festgelegt und wird in Deutschland im Rahmen eines staatlichen Anerkennungsverfahrens bei Beantragung von Gemeinnützigkeits-Status auf Plausibilität überprüft. In Deutschland typische Rechtsformen von Nonprofit-Organisationen sind die Gemeinnützigen GmbH und der eingetragene Verein (e. V.).« (Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Non-Profit-Organisation)
Der Wikipedia-Eintrag zum Begriff Non-Profit-Organisation (NPO) ist wegen seiner umfassenden Darstellung – auch zum Thema der Finanzierung von NPO´s – sehr empfehlenswert. Ebenso lesenswert ist der Blog http://blog.nonprofits-vernetzt.de von Dr. Brigitte Reiser.
Seit mehr als 10 Jahren setzte ich mich mit der Frage der ZIELDEFINITION und -ORIENTIERUNG von Unternehmen und Organisationen intensiv auseinander. Mit Start der Initiative www.forum-fuehrung.com am 01.-02.07.2005 ist daraus eine neue, weitreichend öffentliche Auseinandersetzung geworden. GERADE vor dem Hintergrund der gegenwärtigen Finanz- und Wirtschaftskrise erscheinen mir NPO´s mit ihrer SACHORIENTIERUNG (Sachziel-Dominanz) als eine zukunftsweisende Alternative gegenüber einer oftmals (selbst-)zerstörerischen RENDITEORIENTIERUNG (Renditeziel-Dominanz).
In Diskussionen zu dieser Thematik bin ich allerdings immer wieder auf einen “Bremsklotz” gestossen, der eine stärkere Ausbreitung von NPO´s in Deutschland zu hindern scheint: Im öffentlichen Bewußtsein wird Gemeinnützigkeit weitgehend mit Ehrenamt gleichgesetzt. Dass diese Gleichsetzung nicht berechtigt ist, zeigt sich aber schon daran, dass wohl grundsätzliche alle staatlichen Einrichtungen gemeinnützig sein sollten, aber nicht von Ehrenämtern getragen werden (Schulen, Verwaltungsbehörden, Polizei und Bundeswehr, etc). Gleiches gilt für die Kirchen, die mit zu den grössten Arbeitgebern in Deutschland gehören. Warum also sollen nichtstaatliche (privatorganisierte), gemeinnützige Organisationen allein auf Ehrenämter, nicht aber auch auf bezahlte Leistungsbeiträge zurückgreifen dürfen?
Zum gegenwärtigen Zeitpunkt scheint mir eine breitere öffentliche Diskussion und die damit verbundene Bewußtseinsbildung überaus sinnvoll, um die bestehende soziale, ökonomische und ökologische Perspektiven-Armut in unserer Gesellschaft sinn- und arbeitsplatzstiftend zu überwinden. Interessenten, die konstruktive Beiträge in eine solche Diskussion einbringen wollen (auch mit der Option, die daraus gewonnenen Ansätze in die Wirklichkeit zu überführen), sind dazu herzlich eingeladen.
Andreas Stein, andreas.stein@forum-fuehrung.com
Von der Unmöglichkeit ein mündiger Bürger zu sein – ein offener Brief an Franz Müntefering (SPD) und Henning Scherf (SPD)
Veröffentlicht von: Ingmar Redel, 21.06.2009
Lieber Herr Müntefering, lieber Herr Scherf,
dies ist ein offener Brief an Sie beide, da Sie mich als als jungen Bürger dieses Landes in den letzten 24 Stunden sehr bewegt haben – und das auf unterschiedlichste Weise. Den Brief veröffentliche ich daher auf mehreren Weblogs und in einem Magazin und hoffe auf einen konstruktiven Dialog.
Der letztliche Auslöser für den Brief war Ihre Aussage, lieber Herr Müntefering, dass
“die Wurstigkeit, mit der in Deutschland mit Demokratie umgegangen wird, uns Sorgen machen muss.”
Und ja, da stimme ich Ihnen zu Herr Müntefering. Gleichzeitig möchte ich aber auch tiefer nachhaken, ohne Ihre Absichten, ein guter Politiker zu sein, in Frage zu stellen:
Herr Scherf hat versucht in der ZDF Sendung “Ich kann Kanzler” junge Menschen für Politik und Teilhabe zu begeistern. Herr Scherf tritt ein für mehr Teilhabe und Engagement und war schon in seiner politschen Zeit sehr nah am Bürger.
Gleichzeitig wird aber im Bund und teils auch auf der Landesebene über die Bürgerinnen und Bürger “hinweg regiert” nach einer gewonnen Wahl, ebenso, wie auch Partei intern Machtstrukturen aufgebaut werden, an denen nicht gerüttelt werden soll.
Ist das Demokratie? Wo ist die konkrete Teilhabe der Bürgerinnen und Bürger?
Sie wundern sich, lieber Herr Müntefering, über die Politikverdrossenheit bei der Wahl. Ich wundere mich über die Verdrossenheit der Politik vor und nach der Wahl gegenüber dem Volk.
In der Sendung “Ich kann Kanzler” hatten Herr Jauch und Frau Engelke mehrmals diese alte Vorstellung von Politik in Frage gestellt, welche eben auch mit zu besagter Politikverdrossenheit geführt haben.
Nun kommt eine neue Generation auf, die nicht mehr über sich “hinweg regieren” lässt. Im Geiste von Obama stellt sie z.B. mal eben eine Onlinepetition mit über 130.000 Unterstützerinnen auf. Oder schauen Sie die Tage auf die Strasse, wo zig tausende Schüler und Studenten demonstrieren.
Ist dies Politikverdrossenheit?
Sicher nicht. Dies sind Ihre zukünftigen Wählerinnen und Wähler, die sich aufmachen Politik direkt zu gestalten, statt nur als Zuschauer alle 4 Jahre ein Kreuz zu machen. Diese Menschen wollen teilhaben an den gesellschafts-politischen Fragen und sich einbringen mit guten Ideen.
Aber lassen Sie sie teilhaben? Und wenn ja, wo?
Ich wünsche mir in ganz Deutschland Bürgerdialoge zur Zukunft unserer Gesellschaft und der Welt. Wo sind diese Bürgerdialoge, wo alle interessierten Menschen zusammenkommen können, um zusammen mit der Bundesregierung die besten Ideen auszutauschen?
Und warum wissen z.B. nicht alle Bundesbürgerinnen und Bundesbürger, dass es die Möglichkeit gibt an E-Petitionen teilzunehmen? Anscheinend haben Sie sie nicht informiert. Warum wird nicht jedem Wahlberechtigten ein Brief zugestellt mit entsprechenden Informationen und Logindaten?
Ich werde so lange an diesen Fragen festhalten, bis alle jungen wie älteren Menschen in Deutschland Kenntnis von diesen neuen Möglichkeiten haben.
Demokratie, das sind wir alle und nicht nur zur Wahl mit einem Kreuz!
Mit freundlichen Grüßen und in der Hoffnung auf einen Dialog,
Ihr Ingmar Redel
Twitter: http://twitter.com/yeswechange
Blog: http://www.bloggerpatenschaften.de
Email: ir(at)oneaim(dot)org
Anmerkungen:
(1) Ich bin parteipolitisch neutral, habe jedoch in der SPD, CDU, den Grünen, Linken, den Piraten und bei den freien Wählern einige engagierte junge wie ältere Freunde.
(2) Meine kurze Bio, weil ich Sie, Sie mich aber noch nicht kennen:
“Ingmar Redel (29) hat nach dem Besuch der Schule kreative Unternehmensideen umgesetzt. Da diese ihn nicht ausfüllten, beschäftigte er sich mit 19 Jahren mit den globalen sozialen und ökologischen Herausforderungen und schrieb mit 20 Jahren ein internationales Friedensprojekt für die Vereinten Nationen, welches von den Botschaftern vieler Staaten willkommen geheißen wurde. Das Projekt konnte durch den 11. September jedoch nie umgesetzt werden.
Ingmar war in Folge Mitglied in über 14 zivilgesellschaftlichen Organisationen und Initiativen unterstützte diese in Vollzeit mit seinem Know-how, Zeit und Geld.
Im lokalen wie globalen Dialog, möchte er die Stimmen der einzelnen Menschen in gesellschafts-politischen Fragen stärken und so helfen, mehr Transparenz und Teilhabe zu erzeugen sowie innovativen Lösungen den Weg zu ebnen, für die Bewältigung der sozialen, ökologischen und ökonomischen Herausforderungen unserer Zeit.”
Aufruf bei Twitter: BITTE KEINE MICROBLOGS OHNE ANGABE VON IMPRESSUM UND REDAKTEUREN!
Von Andreas Stein, Kassel
Gestern war Twitter-Meeting in der kath. LVH-Hardehausen (siehe: http://news.forum-fuehrung.com/?p=1666). Neben den angekündigten Themenpunkten der Einladung stach besonders ein Interesse der Teilnehmer hervor und wurde ausführlich im Austausch der Erfahrungen – mit aktiver Unterstützung einer Redakteurin des www.wochenblatt.com – behandelt: Es ging um die Vertrauenswürdigkeit der Leser und Autoren der Microblogs bei Twitter und im Internet allgemein. Wesentliche Fragen lauteten:
- Wieviel darf ich im Internet und bei Twitter von mir persönlich preisgeben?
- Wie glaubwürdig sind die Informationen, die Twitter transportiert?
- Wie erkenne ich ein Impressum oder glaubwürdige Angaben zu Autoren und Redakteuren von einzelnen Microblogs?
Als Mitveranstalter und Medienexperte mit mehr als 25 Jahren Erfahrung hatte ich diese Fragestellung im Vorfeld dieses 1. Meetings als weniger bedeutend eingeschätzt, obwohl ich mich bereits oft selbst darüber geärgert habe, wie im Web Gerüchte entfacht und verbreitet werden, um Aufmerksamkeit zu generieren. Oftmals erschien mir bewußtes Anfachen von Ängsten zur Einflussnahme auf Kaufentscheidungen oder Wahlverhalten dahinter zu stehen. Trotzdem hatte ich mich bereits an diese “Mißstände” gewöhnt und eine gewisse innere Ignoranz dazu entwickelt.
Die Erfahrung von gestern hat mich neu sensibilisiert und dazu ermutigt, einen Aufruf (bei Twitter) zu starten: BITTE KEINE MICROBLOGS OHNE ANGABE VON IMPRESSUM UND REDAKTEUREN! Dadurch möchte ich das Netzt etwas sauberer und vertrauenswürdiger machen. Und wenn jemand trotzdem unter Pseudonym veröffentlichen möchte, dann kann er dies ja über eine seriöse Plattform tun, dessen Herausgeber den Autor kennt, der selbst unerkannt bleiben möchte. So bleibt ein Mindestmaß an sozialer Kontrolle erhalten.
Ich bitte Sie um Unterstützung meines Aufrufs »BITTE KEINE MICROBLOGS OHNE ANGABE VON IMPRESSUM UND REDAKTEUREN!«, den ich selbst von meinem Twitter-Konto @ffast gestartet habe. Bitte tweeten auch Sie »BITTE KEINE MICROBLOGS OHNE ANGABE VON IMPRESSUM UND REDAKTEUREN!«. Mit dieser Aktion könnte etwas mehr von verlorenem Vertrauen ins Netz zurückkehren, verbunden mit vielen Vorteilen, die sich daraus ergeben werden!
Twitter-Nutzung fördert Aufmerksamkeit für Themen auf www.forum-fuehrung.com
Zwischenbilanz nach gut 4 Wochen Twitter-Nutzung (@oesf, @ffast, @gwunderlich und weitere Nutzer): Der Einsatz des Microblog-Dienstes Twitter fördert die Aufmerksamkeit für die Themen der Plattform www.forum-fuehrung.com. Der gleiche Effekt ist für die Plattform www.oesf.de zu verzeichen: Besonders die Verbreitung von Weblinks auf ausgesuchte Artikel und Veranstaltungseinladungen erhöht die Zugriffszahlen auf die entsprechenden Veröffentlichungen deutlich. Damit erfüllt der vieldiskutierte und oft kritisierte Internetdienst Twitter, www.twitter.com, einen guten Zweck: Die Verstärkung der Wahrnehmung von qualifizierten Inhalten. Auch hier gilt also der Grundsatz: Es kommt darauf an, was man damit macht!
Abschied von Ralf Dahrendorf
Von Andreas Stein, Kassel
Rald Dahrendorf ist tot. Die deutsche Geistesgeschichte verliert einen vitalen und liberalen Vertreter ihrer Gegenwart. Als rastloser Sinnsucher und Sinndeuter zählte Ralf Dahrendorf zu den wenigen unerschrockenen Vertretern eines kleinen Kreises, die erfolgreich den Mut aufbringen, sich ihres eigenen Verstandes zu bedienen – ohne übervorsichtige Rücksichtnahme auf gesellschaftlich akzeptierte Denkmuster. Sein Tod ist ein Verlust, sein Andenken ein Denkmal für die Kraft des freien Geistes.
Feindbild “Unternehmer”
“Es gibt Leute, die halten Unternehmer für einen räudigen Wolf, den man totschlagen müsse, andere meinen, der Unternehmer sei eine Kuh, die man ununterbrochen melken kann. Nur ganz wenige sehen in ihm das Pferd, das den Karren zieht!”
Winston Churchill
Es hat sich seither wohl nicht viel geändert. Außer, dass wir Deutsche einen Wohlstand erreicht haben, den es in der Geschichte unseres Landes noch nie gab. Jetzt meinen viele, der Staat kann das Unternehmertum ersetzen und dann wird alles gut. Das wird sich als fataler Irrglauben herausstellen!
Michael May · info@maylabel.de · Tel. 05651-330598 · www.maylabel.de
Zitat zur Zeit
Die Hinwendung zu einer wertfreien Sicht bedingt anzuerkennen, dass jeder Mensch mit seinem Handeln Ziele verfolgt. Weil niemand über die Ziele des Anderen detailliert genug Auskunft geben kann, ist eine Verurteilung nicht möglich, schon eine Beurteilung fragwürdig, allenfalls eine Einschätzung angezeigt.
Dank an http://www.witscore.com/slogans
Tagesseminar zu den Ursachen der Finanzkrise
Rückblick auf ein Tagesseminar zu den Ursachen der Finanzkrise von ÖSF und INWO am 28. März in Düsseldorf
Am Samstag den 28. März fand in Düsseldorf ein weiteres Fairconomy-Tagesseminar statt. Dieses Seminar ist auf Betreiben und in Zusammenarbeit mit dem Ökosozialen Forum Düsseldorf zustande gekommen.
Gegenstand des Seminars war die Entwicklung der Zinslasten sowie der Lösungsansatz, den die Fairconomy für die Schuldenmisere in allen Teilen der Welt bietet. Diskutiert wurde, wie ein Kapitalmarktzins um Null Prozent zu erreichen ist und welche Schritte nötig sind, dies umzusetzen. Von den politisch sehr aktiven ZuhörerInnen wurde auch diskutiert, dass die Kritik am Zinssystem bei den Kirchen, den Gewerkschaften und anderen politischen Gruppen nicht ausreichend beleuchtet wird. Einige Global Marshall Plan Gruppen haben sich mittlerweile dieser Thematik angenommen. Insbesondere Winfried Hoffmann und Hilda Kasparek haben die Sichtweise des Global-Marshall-Plans hierzu eingebracht.
Die Diskussion fand auf hohem Niveau statt. Zu Beginn der Veranstaltung kam der Vorschlag auf, ggf. früher Schluss zu machen. Davon war nach 8 Stunden keine Rede mehr. Die Zeit verging wie im Fluge und alle waren bis zuletzt gespannt bei der Sache. Das Thema Fairconomy ist spannend wie ein Krimi.
Klaus Popp
Fairconomy Büro
Blasiusstraße 63
40221 Düsseldorf
Telefon: 0211-30 41 05
e-Mail: fairconomy@klaus-popp.info
Literatur: Das Märchen vom guten Zins
www.klaus-popp.info
Zur »Zukunft der Sozialen Marktwirtschaft«
»Wenn der Kuchen grösser wird, dann können davon alle ein grösseres Stück erwarten. Also soll der Kuchen zuerst grösser werden.« Ähnlich dieser Auffassung gestaltete Ludwig Erhard das Erfolgsmodell Soziale Marktwirtschaft mit dem Versprechen “Wohlstand für Alle”.
Obwohl in den letzten Jahren die fortgesetzte Deregulierung und Globalisierung mit Ricardo´s Theorie des Freihandels (freier Handel ist maximaler Wohlstand für alle Beteiligten) im Kern ähnlich begründet wurde, ist das reale Ergebnis mehr als umstritten. Deutlich sind die Hinweise, dass nur die ganz Armen und die Superreichen profitiert haben und die Wohlstandsmitte Einbußen hinnehmen mußte. Selbst in den Reden von Bundespräsident Horst Köhler wird darauf immer wieder hingewiesen. Dieser Entwicklung soll nun begegnet werden - das ist eine öffentliche Forderung von Bundeskanzlerin Angela Merkel – mit der Forderung der Sozialen Marktwirtschaft und dem “Export” dieses Modell in die ganze Welt.
Aber wie verhält sich nun der gute Anspruch zu der Wirklichkeit? Wieviel Soziale Marktwirtschaft haben wir heute und wie stehen Ihre Aussichten für die Zukunft? Auf http://twitter.com/zsmw entsteht eine Sammlung von Links auf Veröffentlichungen und Veranstaltungen zur »Zukunft der Sozialen Marktwirtschaft«. Als Twitternutzer können sie ihr folgen und Hinweise @zsmw “tweeten”. Oder senden Sie Ihre Hinweise zur Zukunft der Sozialen Marktwirtschaft an redaktion@forum-fuehrung.com.
(Siehe auch: Ökosoziale Marktwirtschaft, www.oesf.de, www.foes.de, www.oekosozial.at, www.faw-neu-ulm.de)
Einladung zum 1. Juli 2009, 20:00 Uhr: Green New Deal
Die Düsseldorfer Regionalgruppe der Global Marshall Plan Initiative und des Ökoszialen Forums Deutschland e. V. lädt Sie herzlich zum Themenabend ein:
Green New Deal
Mittwoch, 1. Juli 2009, 20:00 Uhr
Bürgerhaus Bilk, Düsseldorf, Himmelgeister Straße 107h, Raum 106.
Der “Grüne New Deal” will massive Investitionen in Erneuerbare Energien, Energieeffizienz und Bildung. Finanzmärkte sollen reguliert, Finanztransaktionen besteuert und Steueroasen geschlossen werden. Ist er die Antwort auf die Wirtschafts-, Klima- und Hungerkrise?
Vortrag und Diskussion mit Carsten Steinert Jurist, geschäftsführender Gesellschafter einer Kommunikationsagentur, Sprecher der LAG Wirtschaft und Finanzen von Bündnis 90/Die Grünen NRW.
Anmeldung:
Merfin Demir
Ökosoziales Forum Deutschland e. V.
Sprecher der Regionalgruppe Düsseldorf
Postfach 10 20 07 | D-40011 Düsseldorf
www.oesf.de
contact@merfin-demir.de
Jetzt muss die Sparvermögensbremse folgen
Leistung statt Geld abliefern – dann wird Marktwirtschaft zum ökonomischen Schlaraffenland
Augustusburg, 14.Juni 2009 „Nach der Verabschiedung der grundgesetzlichen Schuldenbremse durch den Bundesrat ist es nun an der Zeit die Konsequenzen zu bedenken.“ sagt Jörg Buschbeck, Unternehmer, Geldexperte und Vorstand des Vereins Global Change 2009 e.V. aus dem sächsischen Augustusburg. „Kanzlerin Merkel würdigt die Schuldenbremse als Schritt zu mehr Generationengerechtigkeit – dann soll Sie bitte aber auch in diesem Sinne handeln. Die Bundesbank gibt sehr gutes Schulungsmaterial zu unserem Geldsystem heraus. Dies sollten die Politiker und ihre ratlosen Berater bitte einfach einmal lesen und die Konsequenzen bedenken.“
All unser Geld entsteht heute aus Kreditverträgen, also aus Schulden die nun gebremst werden sollen. Sparvermögen sind nichts anderes als Schulden von Staat und Privatwirtschaft. Weniger Schuldenwachstum geht also logischerweise nur mit weniger Sparvermögenswachstum. Die Marktwirtschaft kann aber bei funktionierendem Geldkreislauf nahezu unbegrenzt Leistungen abliefern. Leistung statt Geld abliefern – unsere Vorschläge für ein ökonomisches Schlaraffenland:
1. Rückkehr zu einer vollständig umlagefinanzierten Altersvorsorge. Private Altersvorsorge in Form von Sparanlagen erzwingt Neuverschuldung! Es ist unglaublich, dass der Staat seinen eigenen Verschuldungszwang und die Arbeitslosigkeit wegen Nachfragemangels auch noch mit Zulagen fördert.
2. verstärkte Anregung des Sachwertsparens – die auch in liquider Fondsform organisierbare Vorsorge in Form von Direktinvestitionen in den Wirtschaftskreislauf erzwingt im Gegensatz zu klassischen Sparanlagen keinerlei Verschuldung.
Dazu wären die Möglichkeiten einer erbschaftssteuerlichen Begünstigung des Sparens in Sachwerten zu prüfen. Entscheidend für mehr Sachwertsparen ist es aber, das Halten von Sparguthaben über den Kreditbedarf solventer Schuldner hinaus unattraktiv zu machen.
Nähere Information zur Anregung des alternativen Sachwertsparens, einen Film zur Gesamtproblematik sowie zur sofortigen Beendigung der Wirtschaftskrise finden Sie unter www.global-change-2009.de
Link zu Erläuterungen der Bundesbank http://www.global-change-2009.com/blog/buba/2009/06/
Kontakt und Informationen:
Verein Global Change 2009 e.V.
Jörg Buschbeck, Vorstand
E-Mail: jb@global-change-2009.de
Uferstraße 12
D-09573 Augustusburg
www.global-change-2009.de
In der Wirtschaft läuft nichts mehr ohne Staat – FDP sucht Selbstdenker
Heute meldet die F.A.Z.: In der Wirtschaft läuft nichts mehr ohne Staat. Und die FDP sucht Selbstdenker. Für diejenigen, die in der gegenwärigen Phase der Krise beim Selbstdenken nicht aus der Übung kommen wollen, vielleicht ein attraktives Angebot!
Global Change 2009: Marktwirtschaft zur Überwindung der Finanzkrise?
Hintergründe über die “Macher” des Videos und Ihre Motive finden Sie auf
http://www.global-change-2009.com/index.php/de/der-kaiser-ist-nackt-ueber-uns
Marktwirtschaft zur Überwindung der Finanzkrise?
Sehr empfehlenswertes Video zur Überwindung der gegenwärtigen Finanz- und Wirtschaftskrise auf www.global-change-2009.de
Europa muss bürgernäher werden
Mehr Demokratie: Volksabstimmungen können Desinteresse bekämpfen
Angesichts der niedrigen Beteiligung an der Europawahl fordert der Verein Mehr Demokratie eine grundsätzliche Demokratie-Reform in der EU. „Die Menschen interessieren sich nur dann für Europa, wenn sie das Gefühl haben, tatsächlich etwas bewegen zu können“, sagt Claudine Nierth, Vorstandssprecherin von Mehr Demokratie.
Die Lösungsvorschläge, die nach der erneut niedrigen Wahlbeteiligung von 43,3 Prozent von den Parteien kommen, sind nach Ansicht von Mehr Demokratie zu stark auf die Wahlen fixiert. So fordert der SPD-Bundestagsabgeordnete Jörn Thießen die Wahlpflicht, während SPD-Innenexperte Dieter Wiefelspütz über eine Wahl per Internet nachdenkt. Von Seiten der CDU werden Stimmen für die Direktwahl des EU-Kommissionspräsidenten oder der nationalen EU-Kommissare laut.
„Das sind rein kosmetische Lösungsvorschläge“, so Nierth. „Die Bürger haben mit ihrer niedrigen Wahlbeteiligung quittiert, dass das Eurpäische Parlament das schwächste Parlament der demokratischen Welt ist und dass sie selbst nur geringe Einflussmöglichkeiten haben.“ Um das Interesse an europäischen Fragen zu wecken, müsse ein Europa der Bürger entstehen, das sie selbst mitgestalten können. Mehr Demokratie fordert deshalb als Ergänzung zu den Wahlen Volksabstimmungen zu europapolitischen Fragen.
„Volksabstimmungen sind große Bildungsveranstaltungen“, so Nierth. „Wer zu einem Thema gefragt wird, fühlt sich ernst genommen und beschäftigt sich damit.“ So hätten etwa die Franzosen vor dem Referendum über die EU-Verfassung in Frankreich 2005 Bücher in Millionenauflage zum Thema EU gekauft.
Die Angst vor der EU-Skepsis der Bürger sein weitgehend unbegründet, meint Nierth. Seit 1972 gab es in Europa 50 Volksabstimmungen über europapolitische Fragen. In 80 Prozent davon sprachen sich die Abstimmenden für eine stärkere Zusammenarbeit in Europa aus. Auch EU-kritische Ergebnisse könnten helfen, die Union weiter zu entwicklen und bürgernäher zu gestalten. „Direkte Demokratie in Europafragen ist kein Risiko, sondern eine Chance, die europäische Integration insgesamt auf eine breitere Basis zu stellen“, folgert Nierth.
Dass sich die Bürger selbst mehr Mitspracherechte neben den Wahlen wünschen, hat die von Mehr Demokratie am Tag der Europawahl organisierte symbolische Volksabstimmung im bayerischen Vaterstetten gezeigt. Über 80 Prozent der Abstimmenden antworteten auf die Frage „Sind Sie für die Einführung deutschlandweiter Volksbegehren und Volksentscheide zu Themen, über die auch der Bundestag entscheiden kann, beispielsweise auch zu EU-Themen?“ mit „Ja“.
Weitere Informationen zu Volksabstimmungen in EU-Fragen:
http://www.mehr-demokratie.de/europa.html
Ergebnisse der symbolischen Volksabstimmung in Vaterstetten:
http://vaterstetten-stimmt-ab.de/ergebnis.html



