Archiv für Mai 2009

Von Chaos und Ordnung in der vernetzten Welt, Freiheit und Verantwortung

Von Andreas Stein, Kassel

Medienwelt und Finanzwirtschaft sind zwei Triebfelder der gesellschaftlichen Umbrüche, mit denen ich persönlich und beruflich seit vielen Jahren in der Auseinandersetzung stehe. Den Auslöser zum grundlegenden Strukturwandel in diesen beiden Branchen sehe ich im Internet, dem Motor der “vernetzten Welt”. Dieser Motor ist der Antrieb zur Auflösung der uns vertrauten Gesellschaftsordnung. Mit jedem zusätzlichen Anwender des Netzes gewinnt dieser Motor an Fahrt. Eine bedeusame Frage bleibt aber offen: Wohin führt uns diese Reise?

Auflösung von Ordnung erzeugt Chaos in der Phase des Übergangs. Während eine neue Ordnung noch nicht erkennbar ist, besteht eine Defizit an Orientierung und damit verbundene Unsicherheit. Wer kann hier Wege in die Zukunft zeigen? Wie agieren und reagieren die Vertreter der Politik? Welche gesellschaftliche Verantwortung können und wollen die Vertreter der Wirtschaft tragen?

Wochenrückblick: Mein Twitteraccount – www.twitter.com/ffast – wächst. Jetzt folgt mir Hermann Otto Solms, FDP. Er hat 2 interessante Links “gezwitschert”: Der F.A.Z.-Beitrag von Paul Kirchhof zur Zukunft des Kapitalismus, Der Schaden der anderen, beginnt mit den Worten: “Unser Denken ist verwirrt.” Kirchhof zeichnet ein umfassendes Bild der gegenwärtigen Krisensituation, in vielen Aspekten kann ich aus Erfahrung und Überzeugung zustimmen. Aber eine Frage bleibt für mich offen: Woher nehmen wir den notwendigen gesellschaftlichen Konsens, den aufgezeigten Mißverhältnissen wieder zu einer angemessenen Ordnung zu verhelfen?

Vorgestern hat Josef Riegler einen aktuellen Text zur Veröffentlichung gesendet: Ist “Global Governance” machbar? setzt sich mit dem Zusammenbruch einer kapitalistischen Ideologie des “Marktfundamentalismus” auseinander, den der allseits praktizierte EGO-Liberalsimus der letzten zweieinhalb Jahrzehnte favorisierte. Riegler wirbt weiterhin entschlossen für seine Idee einer Ökosozialen Marktwirtschaft, in der sich der Markt an ökologischen und sozialen Anforderungen ausrichtet – und nicht am Paradigma einer naiven Kapitalstockmaximierung. Diese Idee halte ich für sehr gut, aber: Wie können wir die Vorbeter der Kapitalmärkte motivieren, an der Verwirklichung mitzuwirken? Wie können wir Politiker ermächtigen, Regularien aufzustellen, durch die ökologisch und sozial orientiertes Verhalten eine “Maximierung wirtschaftlicher Belohnung” erfährt?

Fluss statt See – wie die Nachrichten durchs Internet strömen, noch einmal ein Artikel von der F.A.Z., verdeutlicht die Geschwindigkeit und Richtung, mit der Informationen durch das Netz schiessen. Diese Prozesse schwellen an zu einer unüberschaubaren und damit unkontrollierbarem Flut. Was muss geschehen, damit daraus kein Tsunami wird?

Chaos und Ordnung in der vernetzten Welt – Freiheit und Verantwortung – diese Themen werden uns in Zukunft noch sehr beschäftigen. Im Wandel einen Beitrag für Stabilität und Zukunftsperspektiven zu entwickeln, das ist ein Wunsch und Anspruch dieser Plattform, ihrer akiven Unterstützer und Freunde. Unter dieser Leitidee soll die Zusammenarbeit weiter wachsen und Früchte erzeugen.

Ein Elfjähriger als Schirmherr – in der Nachfolge von Angela Merkel

Duisburg – Ein elfjähriger Junge wird als Schirmherr am 5. Juni die Duisburger Umwelttage 2009 eröffnen – und damit die heutige Bundeskanzlerin Angela Merkel ablösen als bislang jüngste Schirmherrin dieser bundesweit bekannten Aktionstage. Der Starnberger Schüler Felix Finkbeiner (11) wurde von der Stadt Duisburg als Gründer der Schülerinitiative Plant-for-the-Planet eingeladen, diese ehrenvolle Aufgabe zu übernehmen, in Anerkennung seines Engagements für den Klimaschutz. Er will zusammen mit Mitschülerinnen und Mitschülern bis Ende dieses Jahres eine Million Bäume für das Klima pflanzen. Felix Finkbeiner ist deshalb auch als europäischer Kindervorstand in das Umweltprogramm der Vereinten Nationen (UNEP) gewählt worden. Er wird in Duisburg als Schirmherr unterstützt von Kindern der Stadt, die zu den Umwelttagen unter dem Motto „Baum und Umwelt“ das Versprechen abgeben werden, sich mit 25.000 Bäumen am Programm von Plant-for-the-Planet zu beteiligen.

Der Elfjährige tritt als Schirmherr der Duisburger Umwelttage in die Fußstapfen bekannter Prominenter aus Politik, Wissenschaft und Kultur. Zu seinen Vorgängerinnen und Vorgängern zählen neben Angela Merkel – die im Jahr 1995 als 40-jährige Bundesumweltministerin bislang die Jüngste im Reigen der prominenten Schirmherrn war – auch Joschka Fischer, Johannes Rau, Veronika Carstens, Klaus Töpfer, Peer Steinbrück oder die Schauspielerin Marianne Koch und der Kabarettist Doktor Stratmann. Die ersten Duisburger Umwelttage fanden 1994 statt als Kooperation von Behörden, Bürgern, Wirtschaft und Verbänden. Insgesamt sind bis zum 21. Juni 2009 rund 130 Veranstaltungen zu Umweltthemen geplant. Ziel der Umwelttage sind einerseits die Information der Öffentlichkeit, andererseits die Motivation der Bürger zum Mitmachen.

Die Schülerinitiative Plant-for-the-Planet hatte Felix Finkbeiner im März 2007 als Neunjähriger gegründet. „Wir wollten zeigen“, so erinnert er sich, „dass auch Kinder und Jugendliche etwas für den Klimaschutz und die Gestaltung ihrer Zukunft tun können.“ Seitdem ist in Deutschland ein regelrechter Baumpflanz-Boom entstanden. Rund 290.000 Bäume wurden von Schülerinnen und Schülern mittlerweile gepflanzt und 250.000 weitere von Schülern und Sponsoren fest zugesagt. Die Initiative hofft, dass sie ihr Ziel von einer Million Bäumen deutlich übertreffen wird, da in rund 15 Städten und Regionen Vorbereitungen zu ähnlichen Großaktionen laufen wie in Duisburg, mit jeweils bis zu 100.000 Bäumen. Plant-for-the-Planet geht es dabei nicht nur um möglichst viele Bäume, sondern auch darum, die Vision von Klimagerechtigkeit – die faire Verteilung von CO2-Emissionsrechten – in den Köpfen junger Menschen zu verankern. In mehreren Bundesländern hat die Initiative über 13.000 Bücher zum Klimaschutz an Schulen verteilt. Seit November 2008 wurden über 400 Kinder zwischen 10 und 12 Jahren in sieben Plant-for-the-Planet – Akademien geschult. Bis Ende 2009 sind weiter 14 Akademien für jeweils 80 bis 100 Kinder in Vorbereitung in Berlin, Bremen, Düsseldorf, Erfurt, Freiburg, Hamburg, Karlsruhe, Kassel, Leipzig, Mainz, Mannheim, München, Stuttgart und Wiesbaden. 

Informationen über Plant-for-the-Planet im Web:
www.plant-for-the-planet.org
www.akademie.plant-for-the-planet.org

Ist “Global Governance” machbar?

Global Marshall Plan für eine weltweite Ökosoziale Marktwirtschaft – ein “GLOBAL CONTRACT”

Von Josef Riegler, Wien

Paradigmenwechsel – gemeinsames Wollen der Staaten – Reform europäischer und globaler Institutionen

Innerhalb von nur 20 Jahren mussten wir das Scheitern zweier Wirtschafts- und Gesellschaftssysteme miterleben – mit leidvollen Folgewirkungen für viele Menschen:

A.) 1989 die “Implosion” eines kommunistischen Systems mit Planwirtschaft, zentralistischer Kommandowirtschaft, verbunden mit Zwang und Unfreiheit.Die wirtschaftliche Unterlegenheit dieses Systems gegenüber marktwirtschaftlichen Systemen und die von vielen Menschen als unerträglich empfundene Unfreiheit; verbunden mit zunehmender Handlungsunfähigkeit der politischen Klasse führte letztlich zur inneren Erosion und 1989 zum Zusammenbruch der kommunistischen Satellitenstaaten in Europa sowie 1990/91 schließlich der Sowjetunion selbst.  Ein “Sonderfall” ist die Volksrepublik, in der die kommunistische Partei mit eiserner Hand ihr machtpolitisches Monopol weiterhin ausübt, gleichzeitig aber das Wirtschaftssystem auf einen bisher sehr erfolgreichen “Staatskapitalismus” umgestellt hat – wobei das Aufbrechen sozialer Spannungen spürbar und gewissermaßen “vorprogrammiert” ist.

B.) 2008/09 erleben wir nun den Zusammenbruch einer kapitalistischen Ideologie des “Marktfundamentalismus” und einer ausschließlich profitgetriebenen Ökonomie, welche letztlich an ihrer eigenen Gier und Spekulationswut gescheitert ist. Dieses Scheitern – speziell das Platzen der Spekulationsblasen auf wildgewordenen, völlig ungezügelten globalen Finanzmärkten – war vorhersehbar, wenn man nicht auf einem Auge ideologisch blind war.  Was mich überrascht, ist die Unverfrorenheit, mit welcher die Akteure genau jenes kapitalistischen Marktfundamentalismus, die den Staat stets möglichst weit weg haben wollten, nun genau diesen Staat als “Bürgen und Zahler” einfordern. Die allergrößten Kapitalisten in der Finanz- und Autoindustrie fordern plötzlich Verstaatlichungen, um die Riesenpleiten, die sie gebaut haben, elegant auf die Steuerzahler abwälzen zu können. Wenn die Regierungen – vor allem, wenn sie der Versuchung unterliegen, sich gegenseitig auszuspielen – jetzt nicht auf der Hut sind, werden die Staaten auf Jahre hinaus die Schuldenlast des gescheiterten “Casinokapitalismus” mit sich schleppen, während die Protagonisten des ideologisierten Marktfundamentalismus ihr Spiel von vorne beginnen können. Die Idee der “Bad Bank” ist dafür ein geradezu klassisches Beispiel.

Daher überrascht und ärgert mich die Ratlosigkeit, welche sowohl in der politischen Debatte wie auch in den Diskussionsbeiträgen aus Wissenschaft und Medien in Bezug auf ordnungspolitische Alternativen vorherrscht. Gerade so, als gäbe es keine Alternative zu Kapitalismus einerseits und Verstaatlichung andererseits. Gerade so, als hätte es das bisher erfolgreichste Wirtschafts- und Gesellschaftsmodell – nämlich jenes der Sozialen Marktwirtschaft – noch nie gegeben.

Lesen Sie den gesamten Beitrag von Josef Riegler: Ist “Global Governance” machbar?

Ökosozialer Themenabend am 03.06. in Düsseldorf

Die Düsseldorfer Regionalgruppe des Ökoszialen Forums Deutschland e. V. lädt Sie herzlich zum Themenabend ein: Referieren wird Herr Ladilav Ceki, Geschäftsführer und Koordinator für entwicklungspolitische Bildungsarbeit des Eine Welt Forums Düsseldorf e. V.

Zur Information: Über 3.800 Düsseldorferinnen und Düsseldorfer und etwa 600 Engagierte aus dem Kreis Mettmann arbeiten in direkter Kooperation mit Menschen in Afrika, Asien, Lateinamerika und Südosteuropa zusammen und besuchen regelmäßig auf eigene Kosten die betreuten Projekte. Das Eine Welt Forum e. V. bietet Informationen und Unterstützung in allen Fragen Öffentlichkeitsarbeit und Kooperation an.

Gastgeber: Ökosoziales Forum Deutschland e. V.
Art: Treffen – Arbeitsgemeinschafts-/Gruppentreffen
Netzwerk: Global
Datum: Mittwoch, 3. Juni 2009
Zeit: 19:30 – 21:00
Ort: Düsseldorf
Straße: Himmelgeister Straße 107h
Stadt/Ort: Düsseldorf, Germany
Telefon: 01772417199
E-Mail: merfin.demir@oesf.de

Appell für eine Vermögensabgabe

Die Initiative Vermögender für eine Vermögensabgabe ist eine Gruppe Vermögender, die an die Politik appelliert, Reiche durch eine Vermögensabgabe stärker zu belasten.

Die Gruppe von bisher 26 Wohlhabenden will ein Zeichen setzen, in der Finanz- und Wirtschaftskrise Vermögende wie sie selbst mehr an den finanziellen Kosten einer Bewältigung der Finanz- und Wirtschaftskrise zu beteiligen.

Zu den Internetseiten der Initiative: http://www.appell-vermoegensabgabe.de
Im hr-Fernsehen, 26.05.09: Aufstand der Reichen: Wir wollen mehr Steuern zahlen!

Lasst uns nicht hängen – Die Welt auf dem Kopf

Westfälische Kirche gegen Kinderarmut – 500 Kinder singen am 3. Juni in Gelsenkirchen das Lied zur Kampagne

Westfalen. „Lasst uns nicht hängen“ – mit fantasievollen Aktionen setzt die Evangelische Kirche von Westfalen ihre Kampagne gegen Kinderarmut fort. In Porta Westfalica wurde am Montag (25.5.) die Perspektive umgedreht: Auf einer Schaukel liegend, beschrieben die Erwachsenen Fotos von Kindern und Jugendlichen, die ihnen die Kinder auf den Kopf gestellt zeigten. Zu der Kampagne gibt es jetzt auch ein Lied. 500 Kinder werden es am 3. Juni in Gelsenkirchen uraufführen und auf CD einspielen.

In Porta Westfalica haben unter dem Motto: „Ich sehe was, was du nicht siehst – die Welt auf den Kopf gestellt“ Superintendent Andreas Huneke (Kirchenkreis Vlotho), der westfälische Landesjugendpfarrer Udo Bußmann und Landrat Dr. Ralf Niermann (Kreis Minden-Lübbecke) auf die Lage der von Armut bedrohten Kinder und Jugendlichen aufmerksam gemacht.

Das Lied zur Kampagne hat den Refrain: „Lasst uns nicht hängen, / ihr müsst jetzt darauf drängen, / dass alle an uns denken/ und uns die Zukunft schenken.“ Die Strophen schildern die bitteren Erfahrungen, die Kinder mit der Armut machen – „ganz konkrete Beispiele aus unseren Evangelischen Kindergärten“, sagt Katharina Blätgen, die den Text geschrieben hat. Als Sprecherin des Kirchenkreises Gelsenkirchen und Wattenscheid erhält sie viele Einblicke in deren Alltag. „Manche Erzieherinnen müssen bereits in der Kirche mit der Spendendose klappern, weil die Eltern die kleinen Beträge für die gemeinsamen Mahlzeiten nicht aufbringen.“ Zur Uraufführung versammeln sich rund 500 Kinder aus der Kindergartengemeinschaft des Kirchenkreises am Mittwoch, 3. Juni, um 10 Uhr in der Evangelischen Altstadtkirche am Heinrich-König-Platz in der Innenstadt von Gelsenkirchen. Nach der Generalprobe wird das Lied von den Drei- bis Sechsjährigen auf CD eingespielt. Kreiskantor Andreas Fröhling, der das Lied komponiert hat, wird den Mega-Kinderchor dirigieren und auf dem Keyboard begleiten.

Die Kampagne gegen Kinderarmut „Lasst uns nicht hängen“ zielt darauf, die Mitverantwortung in Kirche und Gesellschaft bewusst machen sowie Hintergründe und Folgen von Kinderarmut zur Sprache bringen. Nach Angaben des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung leben gegenwärtig 2,5 Millionen Kinder in Armut oder sind davon bedroht. Zu den Zielen und Forderungen der Kampagne gehören eine warme Mahlzeit täglich für jedes Kind, kostenfreie Plätze in Kindergärten und Offenen Ganztagsschulen, kostenfreie Schulbücher, Zugang zu Computern und ins Internet, Teilnahme an Schulfahrten, Zugang zu öffentlichen Kultur- und Freizeitangeboten. Kinder, Jugendliche und Erwachsene überall in der westfälischen Landeskirche machen seit Sommer 2008 mit Partnern aus Kommunalpolitik und bürgerschaftlichen Initiativen auf den Skandal der Armut von Kindern aufmerksam.

Das Lied zur Kampagne, auch zum Hören, im Internet: http://www.ekvw.de/dokumente/audio/lasst-uns-nicht-haengen-melodie.mp3

Evangelische Kirche von Westfalen
Landeskirchenamt
- Pressestelle -
Altstädter Kirchplatz 5
33602 Bielefeld

Tel.: 0521/594-313
Fax: 0521/594-333
E-Mail: presse@lka.ekvw.de
Internet: www.ekvw.de

Finanzkrise: Antworten der Bundesregierung

In der Vortragsreihe der Politikwissenschaften an der Uni Kassel referiert Dr. Günther Horzetzky, Staatssekretär im Bundesministerium für Arbeit und Soziales, zum Thema “Antworten der Bundesregierung”: Mittwoch, 27. Mai, 18 Uhr, Raum 0117 der Uni Kassel, Kurt-Wolters-Straße 3.

Ökosoziale Marktwirtschaft

Weiterführende Informationen auf www.globalmarshallplan.org und www.oesf.de

Das ÖSF-Deutschland auf Facebook

Facebook ist ein soziales Netzwerk, in dem nun auch das Ökosoziale Forum Deutschland e. V. vertreten ist. Schauen sie am besten selbst rein und werden Sie virtuelles Mitglied. Besuchen Sie das ÖSF-Deutschland auf Facebook: http://www.facebook.com/group.php?gid=58856469373&ref=ts

Zwitschern Sie uns doch einmal zu!

andreas_steinEine Einladung von Andreas Stein, Kassel

Seit mindestens 25 Jahren setzte ich mich aktiv – persönlich und beruflich – mit Medien auseinander. Was mich dabei von den meisten meiner Mitmenschen unterscheidet ist der Umstand, dass ich wohl schon mehr Medieninhalte erstellt habe, als der Durchschnitt. Wenn ich also eine besondere Kompetenz bezüglich Medien reklamiere, dann betrifft das nicht die Rolle des Medienkonsumenten oder des Mediennutzers, sondern die Rolle des Medienmachers. Aber wie das nun einmal ist in unserer Welt des ständigen Wandels: Die Rollen verändern sich in ihrer Bedeutung grundlegend und was heute noch wichtig ist, das wird morgen wahrscheinlich schon uninteressant sein. Besonders im Mediengeschäft ist dieses Gesetz nicht unbekannt. Unbekannt ist höchstens die Geschwindigkeit, mit der es Wirklichkeit wird.

“Neu” ist nun wieder, daß Medienkonsumenten “Neuheiten” nicht mehr von den Medienmachern hören wollen, sondern unter sich selbst auszumachen versuchen. Das gab es zwar im Prinzip auch schon immer - wie besonders zu den guten alten Zeiten der Marktgespräche – es liegt heute aber angetrieben durch das Internet in einem “neuen” starken Trend.

Was damals die Spatzen von den Dächern gepfiffen haben, das zwitschern nun die Webuser bei twitter. Jetzt zwitschern wir unter http://twitter.com/ffast, http://twitter.com/oesf und unter http://twitter.com/gwunderlich mit. Zwitschern Sie uns dort zu, dann zwitschern wir es weiter, es wird uns freuen!

Horst Köhler wiedergewählt

Mit 613 Stimmen ist Horst Köhler wiedergewählt, wie soeben über den Microblogdienst Twitter zu erfahren war. Inzwischen ist das Ergebnis offiziell.

Kirchentag: 3.000 Unterschriften/Mehr Demokratie-Resolution geschafft

Steinmeier und Müntefering unterschreiben für bundesweite Volksentscheide

Innerhalb von zwei Tagen haben der Verein Mehr Demokratie und der OMNIBUS für direkte Demokratie in Deutschland auf dem Evangelischen Kirchentag in Bremen 3.000 Unterschriften für bundesweite Volksentscheide gesammelt und damit die Hürde für eine erfolgreiche Resolution übersprungen. Nach der offiziellen Prüfung wird der Aufruf „Volksentscheid ins Grundgesetz“, mit dem Bürgerinnen und Bürger die Einführung bundesweiter Volksentscheide fordern, als Äußerung des Kirchentags dem Bundestag zugestellt.

Unter den Unterzeichnern sind neben Bremens Bürgermeister Jens Böhrnsen (SPD) auch Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) und der SPD-Chef Franz Müntefering. Der Verein Mehr Demokratie, der seit über 20 Jahren für fair geregelte Volksbegehren und -entscheide kämpft, zeigte sich begeistert über den großen Zuspruch zur Resolution. „Die Zeit ist reif für den bundesweiten Volksentscheid“, erklärt Claudine Nierth, Vorstandssprecherin von Mehr Demokratie. „Das Fehlen der Direkten Demokratie auf Bundesebene wird offenbar als Demokratiedefizit erlebt. Das ist der Grund, warum in so kurzer Zeit 3.000 Menschen für die Resolution unterschrieben haben.“

Die Unterschriftensammlung auf dem Kirchentag findet ihm Rahmen der deutschlandweiten Kampagne „Volksentscheid ins Grundgesetz“ statt, mit der Mehr Demokratie gemeinsam mit Bündnispartnern wie Attac, NABU, BUND und Sozialverband Deutschland den Ausbau Direkter Demokratie auf Bundesebene erreichen will. Die Kampagne zielt darauf, die Bürger in ganz Deutschland vor der Bundestagswahl über die Haltung ihrer Direktkandidaten zum bundesweiten Volksentscheid zu informieren, Skeptiker in der Politik zu überzeugen und eine Verankerung bundesweiter Volksentscheide im nächsten Koalitionsvertrag zu erreichen.

Auf dem Kirchentag sind 35 Sammler aus Bremen und dem ganzen Bundesgebiet im Einsatz: Aus Niedersachsen, Hamburg, Schleswig-Holstein, Thüringen, Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen und Berlin sind Aktive von Mehr Demokratie und dem OMNIBUS angereist, um mit der Resolution ein Signal in die ganze Bundesrepublik zu senden. Bis zum Samstagnachmittag wollen sie weitersammeln, obwohl die nötigen 3.000 Unterschriften bereits zusammen sind.

Text der Resolution: https://www.mehr-demokratie.de/kampagne.html

WIR BANKENRETTER – für eine Petition und Volksentscheid zur Bankenrettung

Liebe Freundinnen und Freunde,

ich schreibe fast nie große Rund-Emails, aber diesmal tue ich es, weil ein sehr wichtiges Anliegen seinen Lauf nimmt! Vielleicht habt ihr schon auf www.glocalist.com gelesen, dass etwas auf dem Wege ist zum größten Politikskandal: http://www.glocalist.com/news/kategorie/kommentare/titel/volksentscheid-ueber-bankenrettung/

Wir alle sind Bankenretter. Wir alle haben bezahlt und werden bezahlen. Für die Banken. Die Banken, die die Weltwirtschaftskrise verursacht haben. Warum haben diese nicht die Krise nicht bezahlt? Warum müssen wir Bürgerinnen und Bürger und die kleinen Unternehmen diese Krise bezahlen und warum wurden wir von der Politik nicht gefragt, ob wir dem zustimmen? Unser aller Geld wird in gigantischen Summen ausgegeben

- ohne unsere Zustimmung,
- ohne Transparenz und
- ohne sozial-ökolische Bedingungen!

Daher fordern wir (wer immer sich beteilligt) einen Volksentscheid und einen gesamt-gesellschaftlichen Diskurs zum Bankenrettungsplan und Konjunkturprokramm der Bundesregierung sowie die Einbindung der Bürgerinnen und Bürger in massgebliche gesellschaftliche Fragen durch die Einführung des bundesweiten Volksentscheids. Wir brauchen JETZT Bewegung. Dezentral. Bewegung von UNTEN. Die einfachen Menschen. Aber genauso die kleinen und mittleren Unternehmen. Denn wir alle sind betroffen. Wir müssen aber über unsere NGOs hinaus kommen! Wir brauchen Bürgerbewegung! Obama hat es gezeigt: es geht. Nun müssen wir den Menschen zeigen: es geht auch bei uns! Jeder kann eigenständig handeln. Wir alle sind Chef.

Eine entsprechende Petition beim Bundestag ist eingereicht. Schon lange! Der Ausschuss rührt sich nicht, weiss anscheindend nicht, wie er reagieren soll, denn egal wie es ausgeht, wir werden die Möglichkeit haben zu zeigen, dass es so nicht mehr weitergeht. Vorhin hatten wir ein Medientreffen. Auch diese sehen Potential – selbst für die Schweiz und Österreich, wenn sich in Deutschland endlich in der Breite etwas bewegt in Bezug auf die Banken.

Auf der “Wir Bankenretter” Webseite werden wir ALLE Initiativen und Kampagnen listen, die sich mit dem Thema befassen – von Attac bis zum Bundesverband der Steuerzahler (so diese sich dazu äussern möchten). Wir denken, dass es einen breiten gesellschaftlichen Konsens gibt, dass die Verursacher der Krise, auch dafür gerade stehen sollte. Nur haben wir es bislang nicht geschafft die einzelnen Menschen und auch die kleinen und mittleren Unternehmen zu erreichen jenseits unserer NGO Welt und das bundesweit. Wir müssen alle zusammentrommeln. Dezentral.

Es darf in einem halben Jahr keine Ausrede der Politik mehr geben, sie hätte das Volk nicht gehört. Wir werden eine Stimme haben und wir werden viele sein, weil jeder seinen Weg gehen kann – und doch erzeugt alles Topfschlagen zusammen ein riesen Orchester, welches kein einzelner Mensch und keine einzelne Organisation so hinbekommen würde. Daher lade ich euch ein _unsere Macht_ als einzelne Bürger in Zeiten von Internet, Finanzkrise und Obama selbst auszutesten! Was kommt heraus, wenn wir dezentral, alle zusammen die Stimme erheben und über Community Building überall in Deutschland engagierte Bürgergruppen anregen?

Warum kann nicht Herr Wolter in der Gartenstr. 10 einfach das Zepter in die Hand nehmen für seinen kleinen Stadtteil oder seine Strasse? Wir brauchen eigenverantwortlich handelnde Menschen. Sie sollen selbst ihr Chef sein! Wir müssen das nicht alles alleine machen und vor allem: wir können das auch nicht. Wir brauchen Bürgerbewegung! Und ganz ehrlich: Wie viele Chancen haben wir genau dies zu erreichen, wenn nicht jetzt? Ich denke uns allen ist die Antwort klar: wenn wir es JETZT nicht hinbekommen, werden wir es nie hinbekommen.

In diesem Sinne: Lasst uns alle nur eine Kleinigkeit beitragen. Wenn jeder nur 10 Minuten am Tag für diese große gesellschaftliche Anliegen opfert und mit guten Ideen oder zur Vernetzung beiträgt, haben wir das Potential die Republik zu rocken und der Politik über die Bürger und die Medien einen Dialog aufzudrängen, aus dem sie sich nicht mehr herausreden kann.

Denn genau das brauchen wir: einen bundesweiten Dialog, in dem unendlich viele Menschen ihre Stimme erheben. Wie gesagt, die erste Medienpartnerschaft steht. Da ist Potential für viel, viel mehr! Es ist Zeit zu zeigen: es reicht, wir sind das Volk. In diesem Sinne last uns alle vernetzen, die es zu vernetzen gilt und lasst uns Wege finden, wie wir vor Ort die Menschen und auch die kleinen Unternehmen dabei unterstützen können Bürger Communitys aufzubauen, die ihre Stimme erheben. Jeder unter seiner Flagge!

Wir alle werden betroffen sein von der Gier der Banken und der Weltkrise, die erst am Anfang ist – von Karlsruhe bis Rügen. Alle. Eine Mailingliste ist hier eingerichtet: http://list.oneaim.org/sympa/info/bankenretter Bitte tragt euch auf der Liste ein!!

Weiter verweist bankenretter.de/ch/at/org auf ein eigenständiges soziales Netzwerk. Auch dort könnt ihr euch anmelden. Die Mailingliste hat aber aktuell noch vorang, da die Webseite erst eingerichtet wird und noch eine Orga Dinge zu klären sind. Auch ein Twitter-Acount ist eingerichtet unter: http://twitter.com/bankenretter Das wird alles noch hübsch gemacht. Weitere Acounts auf utopia, fairdo, weltretter, Xing usw. werden folgen. Ihr könnt sie auch selbstständig anlegen! Ihr braucht mich ja nicht dazu. Macht einfach was ihr für richtig haltet! :) Jeder ist Chef.

Die einzelnen Quellen werden dann einfach auf der kommenden “Wir Bankenretter” Webseite unter www.bankenretter.org verlinkt. In Kürze wird es den ersten Medienaufschlag geben zum aktuellen Geschehen rund um die Aufnahme der Petition auf dem Petitionsserver. Und das schönste ist: egal ob die Petition aufgenommen wird oder nicht, es bietet Feuermaterial für mehr! Selbst eine Ablehnung wird einen grossen Aufschrei erzeugen, weil die Politik damit sagen würde: “wir geben eure Milliarden aus, aber wir halten es nicht für nötig euch zu fragen”! Also so oder so, werden wir eine Prachtvorlage haben. :)

Und nun… meldet euch bitte auf der Mailingliste an: http://list.oneaim.org/sympa/info/bankenretter

Auch gerne bei Twitter, auf OpenNetworX oder schafft einfach selbst die anderen “Bankenretter” Netzwerke bei fairdo, utopia, xing usw. Macht einfach! Jeder ist Chef. Wir alle sind die Leiterinnen und Leiter all dessen. Niemand braucht einen Vormund. Ihr könnt die Email auch weiterleiten. Es schadet nichts. Macht einfach, was immer ihr JETZT für richtig haltet. Beteiligt euch für nur 10 Minuten am Tag, fragt eure Organisationen, Netzwerke, Freunde wie sie zu der Bankenrettung stehen und ich verspreche euch, WIR werden zusammen etwas bewegen. Obama hat gezeigt das es geht! Nun werden wir ihm zeigen, das es auch bei uns geht!

Alles Liebe und in Hoffnung,
Ingmar

»NeueArbeit-NeueKultur« am 12./13. Juni in Kassel

nach Professor Frithjof Bergmann

Wir bieten erstmals in Kassel eine Weiterbildung zum Mentor/zur Mentorin für »NeueArbeit-NeueKultur« an für Menschen, deren Ziel es ist

  • Jugendliche oder Erwachsene bei der Entwicklung stärkender Zukunftsperpektiven unterstützen zu können
  • Methoden zu erlernen zum Aufspüren dessen, was sie selbst oder andere wirklich, wirklich wollen
  • eine innere Haltung der Achtsamkeit für die eigenen veränderlichen Bedürfnisse zu kultivieren
  • nicht mehr zu leben, um zu arbeiten, sondern zu arbeiten, um sich selbst lebendig zu fühlen,
  • sich intensiver mit Frithjof Bergmanns visionärem Konzept der Neuen Arbeit zu beschäftigen

Zur Ein- und Abstimmung findet unter der Leitung von Jörg Beger (Freiburg), Mentor für NeueArbeit-NeueKultur, am 12./13. Juni 2009 ein Informationsseminar statt. Die Gebühr für dieses Seminar beträgt 75,00 €. Bei Interesse bitten wir um Anmeldung bis zum 06.06.2009 an pioniergeist@gmx.de

Weitergehende Informationen im PDF »Informationsseminar “Mentor für NeueArbeit-Neue Kultur” in Kassel« (siehe auch: http://de.wikipedia.org/wiki/Frithjof_Bergmann)

Die Klimakrise – ein Angriff auf die Menschenrechte

Präses Buß: Es gibt keine Alternative zum Ausstieg aus Kohle und Kernkraft

Bremen – Westfalen. Der westfälische Präses Alfred Buß hat davor gewarnt, den Klimawandel zu verdrängen. „Die Bedrohung des Weltklimas ist eine unangenehme Wahrheit. Und Ausdruck eines krassen Mangels an Gerechtigkeit der Industriestaaten gegenüber den Entwicklungsländern“, sagte der leitende Theologe der Evangelischen Kirche von Westfalen am Donnerstag (21.5.) auf dem Kirchentag in Bremen.

Um das von Bundeskanzlerin Merkel gesetzte Ziel zu erreichen – 40 Prozent weniger Kohlendioxid-Ausstoß bis 2020 auf der Basis von 1990 -, bedürfe es einer umfassenden Energiewende. Statt zentraler Großkraftwerke mit geringem Wirkungsgrad seien effiziente dezentrale Möglichkeiten der Energiegewinnung notwendig. Auch beim Energieverbrauch gebe es noch bedeutende Einsparmöglichkeiten. Zum Ausstieg aus Kohle und Kernkraft sieht Präses Buß keine Alternative. Deutschland habe gerade wegen seiner umwelttechnischen Kompetenz und Exportstärke eine besondere Verantwortung gegenüber der Weltgesellschaft. Das hier vorhandene Ingenieurswissen müsse als Schlüssel zum Klimaschutz weiterentwickelt werden. Der deutsche Anteil am weltweiten CO2-Ausstoß, drei Prozent, dürfe nicht „verniedlicht“ werden. Ganz Afrika mit 900 Millionen Einwohnen sei ebenfalls nur mit drei Prozent an den Gesamt-Emissionen beteiligt. Das zeige, so Präses Buß, „die nicht tolerierbare Armut – auch Energiearmut – in den Ländern des Südens, die eine menschenwürdige Entwicklung verhindert.“ Das Elend, das die ökologische Krise bereits jetzt verursacht, sei nicht nur eine Folge der ungezügelten Ausbeutung der Natur, sondern auch eine Folge der Herrschaft von Menschen über Menschen. Buß: „Die Ressourcen- und Klimakrise ist nichts anderes als ein gigantischer Angriff auf Menschenrechte, Menschenwürde und eine gerechte Weltgemeinschaft.“ Der Präses sparte auch die eigene Kirche als Mitversursacher nicht von der Kritik aus: „Fünf Prozent des CO2-Ausstoßes in Deutschland sind evangelisch.“ Deshalb habe die westfälische Landessynode 2008 beschlossen, ein umfassendes Energiespar- und Klimaschutzkonzept 2020 zu erstellen und konsequent umzusetzen – mit der gleichen Zielmarke wie die Bundesregierung: Reduktion des Kohlendioxid-Ausstoßes um 40 Prozent bis 2020. Wichtige Instrumente dazu gibt es schon jetzt in der evangelischen Kirche: das Umweltmanagement „Grüner Hahn“, das Gemeinden systematisch hilft, ihren Energieverbrauch deutlich zu verringern. Und das Modellprojekt „Zukunft einkaufen“, das die Marktmacht der Kirchen nutzt, um ökologisch und unter fairen Bedingungen produzierte Erzeugnisse am Markt durchzusetzen – vom Kaffee über Recyclingpapier bis zum Grünen Strom.

“Haha, deine Zeitung stirbt …”

Die Zeitungskrise hat es schon in die Zeichentrickserie „Die Simpsons“ geschafft. In der realen Welt sind die Folgen der Medienkrise jedoch nicht geeignet, um darüber zu lachen – davon berichtet Daniela Beer.

daniela_beerNeulich rief ich bei einem bekannten Wirtschaftsmagazin eines noch weit bekannteren Verlagshauses an. Ich war verwundert, als mich statt eines Redakteurs eine Telefonhotline begrüßte. Freundlich wurde mir mitgeteilt, dass ich – obwohl ich eine Frankfurter Nummer gewählt hatte – mit meinem Anruf in Hamburg gelandet sei, mein Ansprechpartner jedoch auch in Berlin sitzen könne oder in Frankfurt, da die Redaktionen aller hauseigenen Wirtschaftsmagazine gerade zusammengelegt würden. „Wäre es möglich, mir eine Telefonnummer zu geben? Ich frage mich dann einfach durch“, erwiderte ich in meiner Naivität. Im Moment würden keine Telefonnummern oder Emailadressen herausgegeben, da diese personalisiert seien und man ja nicht wisse, wer von den Redakteuren in der nächsten Woche überhaupt noch da sei. Schließlich bekam ich noch eine Faxnummer.

Das Gespräch brachte mich zum Nachdenken. Wie kann es eigentlich sein, dass drei verschiedene Magazine in einer Redaktion produziert werden? Und wie soll man sich das in der Praxis vorstellen? Ein Redakteur, der das Finanzressort von drei Zeitschriften betreut? Von Meinungsvielfalt kann hier doch keine Rede mehr sein. Lesen Sie den ganzen Originalbericht auf http://www.mehr-demokratie.de/pressefreiheit-in-gefahr.html

427 Beiträge im 1. Jahr des Bestehens veröffentlicht

Am 20. Mai 2008 startete die Pilotphase dieser Publikation. Seither sind bis zu gestrigen Tag 427 Beiträge veröffentlicht worden. Dieser Erfolg hat am 1. Tag des 2. Jahres eine kurze Nachricht verdient. Und um ihn in Zukunft weiter auszubauen, soll die am 01.07.2008 gegründete Redaktionsarbeit weiterhin verstärkt werden. Interessenten, die diesen Prozess unterstützen wollen, schreiben bitte an redaktion@forum-fuehrung.com

Besucher aus 138 Städten in den letzen 4 Wochen

zugriffe_4wochen

Die grafische Darstellung der Herkunft der Besucherzugriffe in den letzten 4 Wochen vermittelt einen Eindruck von der Verbreitung der Leser dieser Plattform. Neben der in den letzten Jahren gewachsenen Verhaftung im Rhein-Ruhr-Gebiet und im Rhein-Main-Gebiet verdeutlicht die Auswertung einen wachsenden Zuwachs des Interesses aus Baden Württemberg.

Für eine Welt in Balance: Globalisierung partizipativ gestalten!

Ein Memorandum von Torsten Kries und Andreas Stein an die Teilnehmer der Mitgliederversammlung am 16.05.09 in Kassel und alle interessierten Mitglieder und Freunde des ÖSF-Deutschland, www.oesf.de, zur Teilnahme an der Planung und Durchführung des E-Government 2.0 Camp am 28.08.2009 in Berlin und zur Vorbereitung eines Barcamps »Ökosoziale Marktwirtschaft – Eine Chance für Deutschland?«

Durch die frühzeitige Beteiligung  an den Prozessen der E-Demokratie, der E-Partizipation und der Bestrebungen mehr Bürger an den politischen Gestaltungsprozessen teilzuhaben, werden auch mehr Menschen auf die Notwendigkeit einer Ökosozialen Marktwirtschaft aufmerksam. BarCamps werden schwerpunktmäßig Online organisiert, beworben und dokumentiert. Jeder kann selbst ein BarCamp organisieren und dafür vorhandene Tools benutzen.

Zielsetzungen

  • Bildungsprojekt um politische Entscheidungsprozesse erlebbar und transparenter zu gestalten
  • Durchführung eines BarCamp zum Thema Ökosoziale Marktwirtschaft
  • Neue Kontakte und Publikationswege für das ÖSF finden

Zu den weiteren Hintergründen lesen Sie bitte »Für eine welt in Balance: Globalisierung Partizipativ gestalten!«

Wir wünschen uns die Zustimmung der Mitglieder, mindestens einen Vertreter des ÖSF zum ersten Vorbereitungstreffen des E – Government 2.0 Camp, das am 29. Mai 2009 in Berlin stattfindet, zu senden. Rückmeldungen zu diesem Memorandum senden Sie bitte an torsten.kries@gmx.de oder andreas.stein@oesf.de

twitter-Fundraising

daniel_kruse„twitter“ heißt „zwitschern“ und die Anhänger der neuesten Über-Community im Netz trällern sich nur 140 Zeichen lange Kurznachrichten zu. Die einzig entscheidende Frage dabei: „Was machst du gerade?“ Was sonderbar banal klingt, hat sich zu einem Hype mit Millionen Nutzern entwickelt, wohlgemerkt kommen die meisten davon aus den USA. Doch auch in Deutschland zwitschert die Speerspitze der Netzbewohner eifrig mit und organisierte etwa die erfolgreiche Petition gegen die Internetpolitik von Frau von der Leyen – von der Community liebevoll „Zensursula“ getauft. In sagenhaften vier Tagen kamen die nötigen 50.000 Stimmen zusammen, um die Petition in den Bundestag zu tragen. Zahlen und ein Aktivismus, von denen so manch gemeinnützige Organisation wohl nur träumen kann.

Und es geht munter weiter: Das internationale twestival.com erreichte durch digitale Meinungsführer ein Millionenpublikum und sammelte so mehere hunderttausend Dollar für das Trinkwasserprojekt charity:water ein. Jüngst fand Care International einen Förderer, der für jeden „Re-Tweet“ (das Zitieren eines anderen Users) einer bestimmten Charity-Botschaft einen Dollar als Rucksackspende vergab – das Limit von 50.000 Dollar wurde spielend erreicht. Wer also mit kreativen Kampagnen und der passenden Botschaft die Opinion-Leader im „twitterversum“ erreicht, hat gute Chancen auf geldwerte Bekanntheit in einer der spannendsten Communitys, die das Web 2.0 derzeit zu bieten hat.

Daniel Kruse, www.dkomm.wordpress.com

Frischer Spargel vom Spargelhof Strampe

29-04-09_spargelhof-strampeFrischer Spargel vom www.spargelhof-strampe.de

Mehr Mittel für Qualifizierung der Fachkräfte an KiTas und für Frühförderung von Kindern unter drei Jahren gefordert

3. Bildungspolitische Forum der Evangelischen Kirche von Westfalen

NRW. Für die Qualifizierung der Fachkräfte an Kindertageseinrichtungen sowie für die Frühförderung der Kinder unter drei Jahren müssen deutlich mehr Ressourcen bereitgestellt werden als bisher. Zu diesem Ergebnis kam das 3. Bildungspolitische Forum der Evangelischen Kirche von Westfalen zur Bildungsgerechtigkeit am Dienstag (12.5.) in der Tagungsstätte Haus Villigst in Schwerte. Nur so könne der Benachteiligung vor allem von Kindern mit Migrationshintergrund und aus sozial schwachen Familien in unserem Bildungssystem wirksam begegnet werden, hieß es. Die vom landeskirchlichen Pädagogischen Institut (PI) veranstaltete Fachtagung unter dem Thema „Jedes Kind zählt – Bildungsgerechtigkeit und frühe Kindheit“ setzte sich mit den Defiziten in bestehenden Bildungs- und Betreuungsangeboten auseinander.

Maria Loheide vom Geschäftsbereich Familie, Bildung, Arbeit im  Diakonischen Werk Westfalen (DWW) in Münster kritisierte, dass die in dem Kinderbildungsgesetz (KiBiz) geforderte Fachlichkeit nicht Schritt halten könne mit dem Tempo, mit dem infolge des Gesetzes zurzeit der Ausbau von Plätzen für Kinder unter drei Jahren vorangetrieben werde. 20.000 sind nach ihren Angaben im vergangenen Kindergartenjahr entstanden, 60.000 sollen es im nächsten sein. „Der Trend stößt an die Qualitätsgrenze“, sagte Loheide. Es gebe „erhebliche Probleme“ bei der Betreuung dieser Kinder. Sie hält hier mehr Ressourcen und eine Qualifizierung der Fachkräfte für „zwingend erforderlich“.
Loheide hält auch eine inhaltliche Korrektur des KiBiz im Rahmen der gegenwärtig in NRW diskutierten Bildungsvereinbarung für den Elementar- und Primarbereich für dringend erforderlich. Bisher stehe im KiBiz zu sehr „die Verwertbarkeit mit Blick auf Schule“ im Vordergrund. Loheide warnt mit Blick auf das sich von Schule in Auftrag und Methodik unterscheidende Bildungsverständnis in Kindertageseinrichtungen vor einer „Verschulung im Elementarbereich“. Das dürfe nicht passieren. Bei der Ressourcenverteilung plädierte Loheide für eine Umverteilung der Mittel zugunsten des Elemetarbereichs. So hätten Kindertageseinrichtungen in sozialen Brennpunkten einen höheren Finanzbedarf als über die bisherigen Pauschalen abgedeckt sei, denn hier sei mehr Personal erforderlich.

Drittes Konjunkturprogramm für Humanressourcen

„Bei der Umsetzung des KiBiz klafft eine große Lücke, weil das Geld fehlt“, kritisierte auch Stefan Drubel von der Evangelischen Kirche im Rheinland. Er forderte Nachbesserungen bei der Qualifizierung. Der theologische Dezernent in der Abteilung Erziehung und Bildung des Landeskirchenamts in Düsseldorf plädierte für „ein drittes Konjunkturprogramm, das in Humanressourcen investiert“. Auch nach seiner Wahrnehmung sind personell „die Kapazitätsgrenzen in den Familienzentren schon jetzt erreicht, vielerorts sogar überschritten“. Grundvoraussetzung für eine qualitativ gute Erziehungsarbeit sei eine generell bessere Bezahlung der Erzieherinnen und Fachkräfte, sagte Drubel. An die eigene Adresse gerichtet, warnte Drubel davor, Kindertageseinrichtungen in kirchlicher Trägerschaft aufzugeben, weil die Ressourcen knapper werden. Denn das bedeute eine „Abkoppelung von der gesellschaftlichen Entwicklung“ in einer Situation, in der die Kirchen auf Gemeinde wie auf landeskirchlicher Ebene gefordert seien, ihren Beitrag zur Chancengerechtigkeit zu leisten. „Es muss eine landeskirchlicher Dienstleistung sein, unsere Einrichtungen in der Kirchengemeinde zugänglich zu machen“, sagte Drubel. Er forderte von den Landeskirchen und ihren Kirchengemeinden, frühkindliche Förderung und Bildungsgerechtigkeit in ihr Leitbild aufzunehmen.

Hans-Olaf Henkel für bundesweite Volksentscheide

Konvent für Deutschland will über den Ausbau Direkter Demokratie diskutieren

Kurz nach dem Start der Kampagne „Volksentscheid ins Grundgesetz“ hat der Verein Mehr Demokratie mit Hans-Olaf Henkel, dem ehemaligen Vorsitzenden des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI) und Mitbegründer des Konvents für Deutschland, einen prominenten Unterstützer gewonnen. „Ich persönlich unterstütze seit langem eine weitreichende Verankerung plebiszitärer Elemente wie Volksinitiative, Volksbegehren und Volksentscheid im Grundgesetz“, schreibt Henkel in einem Brief an Mehr Demokratie.
„Die Bürgerinnen und Bürger wären dann nicht länger von politischer Mitbestimmung während einer Legislaturperiode ausgeschlossen und die Gründe für politische Entscheidungen müssten, statt in politischen Hinterzimmern, wieder transparent und für jedermann nachvollziehbar in der Öffentlichkeit diskutiert werden“, bekräftigt Henkel weiter.

Auch der Konvent für Deutschland, der sich zum Ziel gesetzt hat, die Reformfähigkeit in Deutschland zu verbessern und damit Dynamik und Wettbewerbsfähigkeit zu stärken, hält die Diskussion über den Ausbau der Direkten Demokratie für notwendig. Die deutsche Politik werde immer mehr zum reinen Insider-Spiel, bei dem die Politiker wesentliche Entscheidungen nach ihren eigenen Spielregeln und unter sich ausmachen – so beschreibt Henkel die Sicht des Konvents. Die Arbeit von Mehr Demokratie bezeichnete der ehemalige Manager als „wichtigen Beitrag zu einer lebendigen politischen Kultur in unserem Land“.

Am 5. Mai hat Mehr Demokratie seine deutschlandweite Kampagne „Volksentscheid ins Grundgesetz“ zur Einführung direkter Demokratie auch in bundespolitischen Fragen gestartet. Der Verein befragt für die Aktion Kandidatinnen und Kandidaten für die nächste Bundestagswahl, wie sie zur Einführung deutschlandweiter Volksabstimmungen stehen. Die Antworten werden den Bürgern über die Internetseite www.volksentscheid.de und über Flugblätter zugänglich gemacht. Parallel dazu sammelt Mehr Demokratie Unterschriften für den Aufruf „Volksentscheid ins Grundgesetz“.

Henkels Brief im Wortlaut: http://www.mehr-demokratie.de/presse-hintergrund.html · Informationen zur Kampagne: www.volksentscheid.de · Aufruf „Volksentscheid ins Grundgesetz“: https://www.mehr-demokratie.de/kampagne.html

Martina Knappert-Hiese: Ankündigung eines Buchprojekts

Liebe Freundinnen und Freunde, sehr geehrte Damen und Herren,
 
martina_knappert-hieseich freue mich, hiermit das Ergebnis eines “kreativen Aktes” formulieren zu dürfen. Sollte sich eine Gelegenheit finden, dann  dürft Ihr/ dürfen Sie es gerne weiter verteilen und/oder auf Euren/ Ihren Websiten veröffentlichen. Für eine solche Form der Unterstützung danke ich Euch/ Ihnen ausdrücklich!
 
Hinweisen möchte ich zudem auf den Umstand, dass in dem folgenden Zusammenhang noch erheblicher Diskussionsbedarf besteht. Wer immer sich angesprochen fühlt, darf mir seine Gedanken und Anregungen gerne mitteilen. Zudem fehlt auch noch der treffende Begriff bzw. das entsprechende Schlagwort, das auf die Einheit von Ökosozialer Marktwirtschaft und Gendergerechtigkeit verweist.
 
Für Ihre Bemühungen und Eure Unterstützung bin ich sehr dankbar.

Martina Knappert-Hiese
www.knappert-hiese.de

 
 
Zu meinem Buchprojekt:
 
Globale Gerechtigkeit braucht  internationale Rahmenbedingungen, die für alle Akteure auf dem Globus gelten. Es ist deshalb notwendig, alle Marktteilnehmenden entsprechend ihrer ökonomischen Leistungsfähigkeit zur Übernahme von Verantwortung zu verpflichten. Damit sich  aber ökonomische Strukturen verankern lassen, deren Akzeptanz bei allen Teilnehmenden am globalen Markt anerkannt wird, bedarf es der Ökosozialen Marktwirtschaft. Dieses Konzept zielt auf die Regulierung der ökonomischen und ökologischen Verwerfungen, zu denen es in den letzten beiden Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts gekommen ist. Das Ziel einer Welt in Balance, in der die Würde aller Menschen und der Natur gleichermaßen verwirklicht werden kann, lässt sich nur mit einer neuen Gesellschaftsordnung realisieren. Damit irgendwann diese Global Governance umzusetzen ist, müssen wir heute Priotitäten setzen. Das dringlichste Ziel  unserer Gegenwart besteht darin, die mit der der Subprime-Krise begonnene Umverteilung  von realem Geld und existierenden Gütern aufzuhalten. Diese Brasilianisierung kann aber nur dann gestoppt werden, wenn Menschen verstehen, wie der globale Lebensraum gerecht zu organisieren ist. Ohne verbindliche Rahmenbedingungen lassen sich Bedüfnisse aller Menschen nicht befriedigen. Aktuell muss unsere Aufmerksamkeit deshalb insbesondere dem Weltfinanzsystem gelten, dessen Regulierung die unabdingbare Voraussetzung für die Implementierung einer Ökosozialen Marktwirtschaft ist. In einer balancierten Welt wird die Kategorie Geschlechtszugehörigkeit einst  bedeutungslos sein. Doch gegenwärtig trägt die Nichtbeachtung dieser aus der Biologie stammenden Zuordnung nur dazu bei, dass bestehende Unterschiede und Ungerechtigkeiten weiter vergrößert werden. Erst wenn wir begreifen, warum Gender auch im Hinblick auf ökologische und soziale Verbesserungen eine bedeutende Kategorie darstellt, kann die Welt in Balance  entstehen . Die seit 40 Jahren in allen gesellschaftlichen Bereichen erforschten feminstischen Fragestellungen  lassen keinen Zweifel daran, dass die Marginalisierung von Frauen die Entstehung des globalen Status quo erheblich mit verursacht hat.
 
Die Globalisierung findet ihren Ausdruck gegenwärtig in einer allgemeinen Gewalt, die universell zu wirken scheint. Es ist davon auszugehen, dass die globale strukturelle Gewalt nur in einer Welt zu überwinden sein wird, die um ihre Usprünge weiß. Die Einsicht, das die Menschheit einst sehr wohl in einer Welt in Balance lebte, gehört längst nicht mehr zum akzeptierten Wissen. Für Jahrtausende lebte die Menschheit unter matriarchalisch organisierten Lebenszusammenhängen. Durch klimatische Veränderungen ist es zu anderen ökologischen Randbedingungen gekommen, die sich unmittelbar auf   gesellschaftliche Organsiation auswirkten. Aus dem Matriarchat wurde ein Patriarchat und aus Menschen in einer funktionierenden Lebensumgebung wurden Männer und Frauen, die ihr Dasein unter ungelösten Globalisierungsbedingungen nachhaltig organsisieren müssen. Für den wirtschaftlichen Organisationsbereich der Gesellschaft gibt es das Konsezpt der Ökosozialen Marktwirtschaft. Damit diese erfolgreich eingeführt werden kann ist es jedoch notwendig anzuerkennen, welche definitiven Unterschiede es zwischen Männern und Frauen gibt. Ein Forschungsprojekt, das sich der besonderen Bedeutung der Frau im Globalisierungsprozess widmet, steht noch aus. Zwar gibt es unterschiedliche Darstellungen zur aktuellen Situation von Frauen in verschiedenen Regionen der Erde, aber eben noch keine übergreifende Untersuchung, die die Verbesserung der Lebenssituationen von Frauen im Kontext der Zielsetzung einer Ökosozialen Marktwirtschaft betrachtet. Auf der Basis meines Wissens aus ganz unterschiedlichen Bereichen habe ich mit der Arbeit begonnen, die dazu beiträgt, dass diese Lücke geschlossen werden kann.
 
Uns ist bis heute nicht klar, was es bedeutet, ein Mensch zu sein, da wir uns als Männer oder Frauen wahrnehmen. Das muss uns zwar nicht zwingend bewusst sein, lässt sich aber nicht verleugnen, da wir entweder als Mann oder als Frau handeln. Die Unterschiede hat der Feminimus erarbeitet, doch Gleichberechtigung besteht bis heute keineswegs. In einer balancierten Welt mit einer funktionierenden Ökosozialen Marktwirtschaft sollten Menschen leben, die sich der Geschechtszugehörigkeit immer bewusst sind. Gender-Gerechtigkeit, ein notwendiges politisches Ziel unserer Gegenwart, verliert unter weltkrisenhaften Randbedingungen zunehmend an Bedeutung. Bisher haben wir erst ausgearbeitete Lösungsansätze, um die sozialen und ökologischen Probleme gemeinsam  im Konzept der ökosozialen Marktwirtschaft einer Lösung zuzuführen. Es fehlt die Erweiterung dieses Konzeptes mit den feministischen Inhalten, die das problemlose Zusammenleben der Geschlechter in  den Gesellschaften der Gegenwart erschweren. Während die Öksosoziale Marktwirtschaft die gesellschaftlichen Ordnungsstrukturen opitimiert, fehlt  zudem  eine Darstellung der Faktoren des nachhaltigen Zusammenlebens von Menschen, die aus Sicht des geplanten Buches von gleicher Relevanz sein dürfte. Neben der Darstellung der bekannten Gender-Differenzen unter den gegenwärtigen Lebensbedingungen wird es ein Kapitel beinhalten, das ein Set von notwendigen Forderungen entwickelt, die Männern und Frauen eine Form persönlicher Identitätentwicklung jenseits von traditionellen Geschlechtszuschreibungen ermöglicht. Der hohe zivilisatorische Entwicklungsgrad der Menschheit, über den momentan bestenfalls ein Drittel der lebenden Menschen verfügt, soll in einer balancierten Welt auch den anderen zwei Dritteln zur Verfügung stehen. Deshalb muss ein Diskurs gefunden werden, der die Maginalisierung des Weiblichen als Enstehungsbedingung des globalen Status quo erläutert – und zwar auf eine Art und Weise, dass Männner und Frauen nicht mehr wie bisher “gegeneinander ausgespielt werden”. Die aktuelle Weltkrise macht beide Geschlechter zu Verlierenden – gewinnen  können wir erst dann, wenn Männer ihre weiblichen und Frauen ihre männlichen Persönlichkeitsanteile leben dürfen und sich als MENSCHEN begegnen. Eine Ökosoziale Marktwirtschaft als Voraussetzung globaler Gerechtigkeit ist auf Menschen angewiesen, die gelernt haben, vernünftig und nachhaltig jenseits traditioneller Rollenzuschreibungen zu handeln.

Holzhackschnitzel vom Erzeuger

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