Archiv für März 2009

Erstes Interessenten-Treffen für ein ÖSF in Südhessen


V.l.n.r.: Katja Rühl, Wilhelm Engel, Feyza Morgül (Foto: René Antonoff, www.antonoff.eu)

Von Feyza Morgül, www.opera-civil.de, Frankfurt

Zu einem ersten konstruktiven Dialog von Interessenten des ÖSF im südhessischen Raum lud Wilhelm Engel, Leiter der renommierten Königsteiner Akademie, www.koenigsteiner-akademie.de, am vergangenen Dienstagvormittag ein. Am Gespräch nahmen René Antonoff, erfahrener und engagierter Fotograf aus Darmstadt, Feyza Morgül, Journalistin und PR-Frau für ökologische und soziale Verantwortung mit Sitz in Frankfurt am Main sowie Katja Rühl, Mitarbeiterin der Königsteiner Akademie teil.

Gemeinsam sprachen sie über ihre jeweiligen unternehmerischen Kerngebiete, aktuelle Entwicklungen sowie kommende Herausforderungen und potentielle Projekte für Selbständige und den Mittelstand. Es bestand Konsens über erforderliche Veränderungen struktureller Grundlagen und nötige Neuerungen für eine zukunftsfähige Gesellschaft. Themen wie Gesundheit, Dialogformen und strategische Kommunikation oder auch das islamische Finanzwesen wurden angesprochen und könnten beim nächsten Treffen schon gezielt zur Vorbereitung eines südhessischen Ökosozialforums dienen.

Geplant ist ein zweiter handlungsorientierter Austausch am Vormittag des 15. April 2009 in Königstein.

Die christliche Sozialethik

Ein Maßstab für eine vernünftige Ordnung des gesellschaftlichen Zusammenlebens.

Teil 1 der Reihe zur Katholischen Soziallehre

Die Anfänge liegen in der Mitte der 18. Jahrhunderts in einer Zeit der großen Umwälzungen in Gesellschaft und Arbeitswelt. Die katholische-soziale Bewegung ist eng mit dem Engagement von Adolf Kolping, Bischof Wilhelm Emmanuel von Ketteler und Papst Leo XIII. verbunden.

Mitverantwortung und Gerechtigkeit

Wesentliche Inhalte der Katholischen Soziallehre, die heute auch als Christliche Sozialethik bezeichnet wird, sind die Sozialverpflichtung des Eigentums, soziale Gerechtigkeit und Chancen-Gerechtigkeit. Weiterhin die Wahrung der Rechte der Frau, weltweite Verteilung von Wirtschaftsgütern und Ressourcen, Mitverantwortung und Mitbestimmung im Unternehmen, der Interessenausgleich zwischen Kapital und Arbeit, Schutz der Familie und Eigentumsbildung in Arbeitnehmerhand.

Vernünftige Ordnung des Zusammenlebens

Die katholische Soziallehre geht vom Grundgedanken eines Ordo Socialis, einer sozialen Ordnung aus; also einer vernünftigen Ordnung des gesellschaftlichen Zusammenlebens. Ein wichtiger Leitbegriff der Lehre, die sowohl auf der Heiligen Schrift als auch auf dem Naturrecht basiert ist die Personalität, also die Würde der Person.

In den folgenden Teilen der Reihe “Ordo socialis” beantworten wir folgende Fragen: “Welches sind die sechs Leitbegriffe für eine vernünftige Ordnung? “, “Wie viel Einfluss hat die katholische Soziallehre auf unsere Gesellschaftsordnung?”

von Thomas Helmstetter, www.thomas-helmstetter.de

Veränderte Marktbedürfnisse – INKOBA® Wissenstechnologie reagiert mit neuen Produkten

Ein Beitrag des INKOBA® Kern-Teams (www.inkoba.de: Kontakt-Mail: reinhard@reinhard-boltin.de)

Ruth Stock-Homburg, Leiterin des Fachgebiets Marketing und Personalmanagement an der TU Darmstadt berichtet in den VDI nachrichten vom 27. März 2009, Nr. 13 über eine Studie, die für Deutschland einen Wandel feststellt, der den Wert der Arbeit betrifft.

Sie schreibt: „In Deutschland haben wir im Grunde einen Wandel festgestellt: Studien aus den 80er und 90er Jahren zeigen, dass es damals ausschließlich um Leistung, Karrierestreben und natürlich Geld ging. Heute haben wir festgestellt, dass junge Menschen monetäre Aspekte zwar nicht verschmähen, aber viel stärker etwas Sinnvolles machen und sich persönlich weiterentwickeln möchten. Dazu gehört auch der langfristige Erhalt der eigenen Arbeitsfähigkeit, was in das Thema funktionierende Work-Life-Balance übergeht. Dieses Bedürfnis war vor zehn Jahren nahezu nicht vorhanden.“

Dieser Wandel wird nach Ruth Stock-Homburg begleitet von der Vermischung von Beruf und Privatleben, der ihrer Meinung nach immer stärker alle Berufsgruppen betrifft. Sie prognostiziert die Aufhebung des Konzeptes der Trennung von Beruf und Privatleben und benennt Zielgruppen, die damit nicht umzugehen in der Lage sind, was letztendlich eine starke Burnout und Workoholismus-Gefährdung (Arbeitssucht) mit sich bringt.

Beide Aussagen, die Feststellung eines Wandels hinsichtlich des Wertes von Arbeit und die Feststellung des Wandels im Konzept der Vermischung von Beruf und Privatleben sind für uns weitere Argumente für den wachsenden Bedarf für neue Produkte und Technik nahe am Menschen.
Computer Cockpits im Sinne von desktops mit sozialer Distribution sind INKOBA® Antworten auf den festgestellten Wandel. Diese neuen Angebote sind keine Erfindungen der Informationstechnologie sondern Artefakte der Wissenstechnologie.

Wissenstechnologie liefert spezielle IT-Produkte (Computer Cockpits) und beschreibt Anwenderkonzepte für die Organisation von Arbeit und ermöglicht individuelle sowie kollektive Problemlösungen aus der Organisation der Arbeit.

Gerade in Zeiten mit einschneidenden Veränderungen werden solche Produkte benötigt, die die Szenarien und Funktionen des menschlichen Gehirns stärker berücksichtigen. Über persönliche desktop Distributionen erhalten diese Produkte ihre nützlichen Eigenschaften, wodurch  Lösungen entstehen, die für den Einzelnen mehr Zeit und mehr geistige Valenz (Wertigkeit) durch einen freien Kopf zur Folge haben.

Mit den Produkten der Wissenstechnologie lassen sich für den Einzelnen und für Teams „Brücke“ zu den Ressourcen der Informations- und Kommunikationstechnik bauen, die den o.g. veränderten Bedürfnissen besser entsprechen als es heute das modernste Handy leisten kann.

Die Einführung von Wissenstechnologie in den Alltag bringt zuerst neue Produkte, lässt vielfältige Konzepte erkennen und führt schließlich zu Lösungen funktionierender Work-Life-Balance – nicht zuletzt  deshalb, weil das Computer Cockpit seinen Nutzer über die soziale Distribution „kennt“ und somit u. U. „respektvoller“ mit ihm „umzugehen versteht“ als so mancher Vorgesetzte es praktizieren kann.

Starke Resonanz auf Berliner Veranstaltungen zum Weltfinanzsystems

Zur gegenwärtigen Finanz- und Wirtschaftskrise gab es am 24.3.09 an der Humboldt-Universität Berlin eine Vorlesung und ein Podiumsgespräch, denen als Drittes eine Internet-Unterschriften-Sammlung zur politischen Willensbildung – nicht sofort, aber zeitnah – folgen soll. Von beiden Veranstaltungen wird „Zeitfilm“ (Hamburg) voraussichtlich Ende April eine DVD herausbringen. Das Podiumsgespräch wird von rbb-Inforadio (93,1 MHz) am 29.3. um 12.22 und 20.22 gesendet.

Etwa 150 Teilnehmer ließen sich in einer Vorlesung von Dirk Solte, Zukunftsforscher und Autor zweier Bücher zum Weltfinanzsystem, „Spielregeln der Finanzwelten und deren Auswirkungen für soziale, ökologische und ökonomische Nachhaltigkeit“ erklären. Unter Einbeziehung des Publikums demonstrierte der Referent eindrucksvoll, wie durch exzessive Kreditvergabe aus jedem Euro Zentralbankgeld (dem alleinigen gesetzlichen Zahlungsmittel) „verbriefte Geldansprüche“ im Wert von 53 € erzeugt werden, die für die einen Vermögenswerte, für andere aber Schulden darstellen, wobei die weltweite Summe aller dieser Schulden das globale Bruttoinlandsprodukt (die realwirtschaftliche Wertschöpfung eines Jahres) um das Vierfache übersteigt.

Das ist eine extrem instabile Situation, wenn die Bereitschaft, bloße Geldansprüche als Vermögenswerte zu halten sinkt, was wir eben gerade dramatisch erleben. Die Folge ist ein Run auf Zentralbankgeld und reale Sachwerte, bei dem große institutionelle Anleger die Nase vorn haben, bei denen sich Liquidität sammelt, die der realen Wirtschaft zum Funktionieren fehlt und die den deswegen drohenden Ruin wirtschaftlicher Akteure vor allem auch des Mittelstandes nutzen, um bedeutende wirtschaftliche Sachwerte „preisgünstig“ in ihre Verfügungsgewalt zu bringen. Die Gesellschaft droht auseinander zu fallen – was in einer ähnlichen Situation vor 80 Jahren zu Faschismus und verheerendem Krieg geführt hat.

Die Staaten fühlen sich zu Rettungsaktionen verleitet, die sie fataler Weise durch neue Staatsschulden finanzieren – absehbar auf Kosten notwendiger Investitionen in soziale und ökologische Zukunftsprojekte (Bildung, Gesundheit, regenerative Energien, saubere Technologien). Gelingen solche Zukunftsinvestitionen nicht – und zwar in globaler Dimension – dann drohen viel schwerwiegendere Krisen als die gegenwärtige. Jetzt bietet sich die Chance, die nicht trennbaren Probleme zusammen zu lösen, wozu der Referent einen 7-Punkteplan vorgelegt hat.

Das anschließende Berliner Zukunftsgespräch unter dem Titel „Zukunft eines stabilen Weltfinanzsystems“ füllte den 500 Personen fassenden Kinosaal der Universität bis auf wenige Plätze. Auf die provokante Frage der rbb-Moderatorin Ute Holzhey nach Schuldigen für die Finanzkrise entspann sich eine zunächst kontrovers anmutende Diskussion, in der Dirk Solte vehement seine Meinung vertrat, dass es sich um eine systembedingte Krise handele und es demzufolge wenig sinnvoll sei, nach Schuldigen zu suchen. Er stellte die Elemente seines viel mehr als nur die Finanzkrise berührenden 7-Punkteplanes vor:

Zur Behebung der aktuell wirtschaftschädigenden Liquiditätsengpässe Vorgabe einer Maximalreserve für alle Finanzmarktakteure und Einspeisung der Überschüsse in einen Liquiditätssicherungsfonds. Eindämmung spekulativer Hebelgeschäfte durch Besteuerung globaler Transaktionen (Tobinsteuer) und vor allem durch eine neuartige Mehrwertsteuer auf alle Finanzprodukte, die für eine faire soziale Balance sorgen soll. Gewinn weiterer Finanzierungsmittel durch globale Harmonisierung der Finanz- und Besteuerungsregeln im Rahmen eines erweiterten „Bretton-Woods-II-Abkommens“.

Die so zu gewinnenden öffentlichen Mittel werden in einen globalen Strukturfonds eingebracht zur Finanzierung eines „Global New Deal“ – des Übergangs zu einer konsequent auf Nachhaltigkeit ausgerichteten globalen sozialen ökologischen Marktwirtschaft: Weiter zu entwickelnde Umwelt- und Sozialstandards werden in der sanktionsfähigen Welthandelsorganisation (WTO) als verbindliche Verfahrensstandards verankert. Deren nationale Umsetzung wird nach dem Marshall-Plan-Prinzip aus dem Strukturfonds kofinanziert: Standards gegen finanzielle Unterstützung. Einzelne Elemente dieses umfassenden Vorschlages wurden sowohl von Prof. Max Otte (Fachhochschule Worms) als auch von Prof. Rolf Kreibich (Institut für Zukunftsstudien und Technologiebewertung) eingebracht.

Zweifel gab es vor allem zur Frage, ob die WTO als Teil des bisherigen Problems ohne radikalen Personalwechsel die geeignete Instanz zur Umsetzung eines solchen Konzepts sein könne. Prof. Kreibich, der sich basisdemokratisch sehr dafür eingesetzt hat, dass der Berliner Bankenskandal gerichtlich aufgearbeitet wurde, bestand darauf, Finanzmanager zu Verantwortung zu ziehen, wenn sie gegen gesetzliche Vorgaben verstoßen haben. Susan Levermann, ausgestiegene ehemalige Top-Investmentbankerin der Deutschen Bank war in der Runde der lebende Beweis für die Möglichkeit, sich aus dem krisenerzeugenden System auszuklinken. Aus dem Publikum gab es u.a. den Vorschlag, Geldschöpfung zu verstaatlichen oder – nach dem Vorbild des in der Schweiz bewährten WIR-Systems – Wirtschaftsakteuren zu überlassen, ein eigenes Kreditgewährungssystem zu schaffen, mit dem durch Bankenkrisen verursachte Liquiditätsengpässe antizyklisch überbrückt werden können.

Ein kurzes Schlusswort wurde dem Vertreter der Werkstatt für Zukunfts-Forschung und Gestaltung (WZFG) e.V., Knoten Berlin-Buch im Netzwerk Zukunft e.V., Dr. Hans-Volker Pürschel, zugestanden, von dem die Anregung zu der Doppelveranstaltung und zur Kooperation aller Beteiligten stammt: neben den Genannten IZT (s.o.) mit seinem Partner rbb-Inforadio, BWA (Bundesverband für Wirtschaftsförderung und Außenwirtschaft) sowie Global Marshall Plan Initiative Berlin.

Pürschel dankte allen Beteiligten und der Humboldt-Universität für die hervorragende Kooperation und betonte, dass Politiker sich in wenig beneidenswerter Lage befinden: Sie haben zwar jetzt die Chance, kluge und weitsichtige Entscheidungen zu treffen, sitzen aber bezüglich der Interessen, die sie dabei „bitteschön vertreten möchten“, zwischen sehr verschiedenen und z.T. weit auseinander stehenden Stühlen. Die willig sind, im Interesse der Allgemeinheit sich für eine sozial, ökologisch. ökonomisch und monetär nachhaltige Entwicklung einzusetzen und dabei vom Wahlvolk abhängig sind, brauchen dafür viel öffentlichen Rückenwind; die unwillig sind und lieber enger begrenzten Klientel- und Lobbyinteressen folgen möchten, brauchen öffentlichen Druck.

Rückenwind wie Druck können organisiert werden: Der WZFG e.V. wird eine politische Willenserklärung, die sich an den Vorschlägen des 7-Punkteplans orientiert, auf seine Homepage www.zukunfts-werkstatt.org stellen, die jeder Befürworter dort – datentechnisch abgesichert – unterschreiben kann. Das Ergebnis der Aktion wird an politische Entscheidungsträger weitergereicht. Über hoffentlich eintreffende Reaktionen wird an gleicher Stelle berichtet.

Welches Wachstum wollen wir?

Nach Absprache mit dem Bundesvorsitzenden Detlef Wendt des ÖSF-Deutschland, www.oesf.de, starten mit dem heutigen Tag die Vorbereitungen zu einer Veranstaltung mit dem Titel »Welches Wachstum wollen wir?«, die in den Rahmen der Reihe »Zukunftsfähiges Deutschland – Zukunftsfähige Welt« gestellt wird.

Interessenten, die Beiträge zum Thema einbringen wollen, wenden sich bitte telefonisch über 05 61 / 9 88 25 75 oder per Mail über andreas.stein@forum-fuehrung.com an mich.

Zitat zur Zeit

»Ich gehe von einer starken These aus: Intelligenz gibt es. Aus ihr folgt eine starke ethische These: Intelligenz existiert in positiver Korrelation mit dem Willen zur Selbstbewahrung. Seit Adorno wissen wir, dass diese Korrelation in Frage gestellt werden kann – das war die suggestive Idee der älteren Kritischen Theorie. Sie ging von der Beobachtung aus, dass die Intelligenz sich in der Richtung irren kann und Selbstzerstörung mit Selbsterhaltung verwechselt. Das gehört zu den unvergesslichen Lektionen des 20. Jahrhunderts. Was jetzt auf der Tagesordnung steht, ist eine Theorie der globalen Ko-Immunität. Sie begründet und orientiert die vielfältigen Praktiken des gemeinsamen Überlebens.«

Peter Sloterdijk, Interview in der F.A.Z. vom 22.03.09

Zukunft einkaufen – von der UNESCO ausgezeichnet

Vom Kaffee bis zum Dienstwagen: Kirchen wollen ihre Marktmacht für ökofairen Konsum nutzen

Bonn – Westfalen. „Zukunft einkaufen – glaubwürdig wirtschaften in Kirchen“ ist als offizielles Projekt der UN-Dekade „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ ausgewählt worden. Damit würdigen die Vereinten Nationen die Aktion der beiden großen Kirchen in Deutschland, die ihr Einkaufsverhalten künftig noch stärker an Umweltschutz und sozialen Kriterien ausrichten wollen. Bundesweit arbeiten die Kirchen in 13 Testregionen und zahlreichen Modelleinrichtungen gemeinsam an der Veränderung des kirchlichen Beschaffungsverhaltens.

Die Urkunde wird im Anschluss an die UN-Dekade-Weltkonferenz am 2. April in Bonn vom Vorsitzenden des deutschen Nationalkomitees der UN-Dekade, Professor Dr. Gerhard de Haan, überreicht. Als zweitgrößter Arbeitgeber in Deutschland haben die katholische und evangelische Kirche einen großen Bedarf an Produkten und Dienstleistungen, zum Beispiel Lebensmittel, Papier, Energie, Dienstfahrzeuge, Büromaterial und Bürogeräte.

Präses Buß: Als christliche Kirche sind wir Vorbilder

„Wir sollten die geballte Macht, die wir als Kunden haben, nicht unterschätzen“, erklärt dazu der leitende Theologe der Evangelischen Kirche von Westfalen, Präses Alfred Buß: „Wer einkauft, entscheidet mit, wie die Weichen für die Zukunft gestellt werden: ob Wälder abgeholzt, ausbeuterische Löhne weiter gezahlt oder das Klima geschützt und Armut gelindert werden kann. Zwar brauchen soziale Gerechtigkeit, der Umwelt- und Klimaschutz bessere Rahmenbedingungen und eine mutigere Politik, die sich über Handlungsblockaden hinwegsetzt. Wichtig sind aber auch aufgeklärte Konsumentinnen und Konsumenten, die mit ihrem Einkaufsverhalten ökologisch und sozialverantwortlich handeln.“

Bundesweite Ausweitung geplant

Ab dem Sommer ist die bundesweite Ausweitung des Projekts geplant. Dazu wird es Aktionstage geben. „Zukunft einkaufen“ soll dann auch eine Brücke von der Kirchengemeinde zum privaten Konsum der Kirchenmitglieder schlagen. Das Projekt wird von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt gefördert. Angestoßen haben es die Umweltbeauftragten der evangelischen und katholischen Kirche in Deutschland. Kooperationspartner des Projekts sind der Evangelische Entwicklungsdienst (EED), Brot für die Welt sowie die Wirtschaftsgesellschaft der Kirchen in Deutschland. Derzeit wird „Zukunft einkaufen“ in 13 evangelischen und katholischen Modellregionen und weiteren kirchlichen Einrichtungen mit großem Erfolg erprobt. „Zukunft einkaufen“ präsentiert sich auf dem Deutschen Evangelischen Kirchentag, 20. bis 24. Mai in Bremen. Dort werden unter anderem gute Beispiele aus den Testregionen vorgestellt. Dann soll das Projekt auch bundesweit auf kirchliche Einrichtungen, Gemeinden und den Privatbereich ausgeweitet werden. Informationen zum Projekt im Internet: www.zukunft-einkaufen.de. In Kürze werden hier auch  Materialien zur Erwachsenbildung und Jugendarbeit rund um das Thema Konsum verfügbar sein.

Ansprechpartner, Kontakt:

Pfarrer Klaus Breyer (Projektleitung Gesamtprojekt) Umweltbeauftragter der Evangelischen Kirche von Westfalen
Mobil: 0175/2413100
Telefon: 02304/755-329
E-Mail: k.breyer@kircheundgesellschaft.de
www.kircheundgesellschaft.de/umweltreferat/index.htm
www.zukunft-einkaufen.de
www.kirchliches-umweltmanagement.de

Thomas Kamp-Deister
Projektleiter
Vorstand der Umweltbeauftragten der Deutschen Diözesen
LVHS Freckenhorst
Am Hagen 1
48321 Warendorf
02581 9458 229
kamp-deister@bistum-muenster.de
www.lvhs-freckenhorst.de

Testregionen bzw. Modelleinrichtungen sind:
  • Kirchenkreis Recklinghausen
  • Kirchenkreis Unna 
  • Kirchenkreis Moers
  • Region Mannheim 
  • Bremische Landeskirche 
  • Osnabrück (ökumenisch)
  • Köln (ökumenisch)
  • Testregion Münster im Bistum Münster
  • Testregion Dresden-Meißen
  • Testregion Trier im Bistum Trier
  • Testregion Stuttgart in der Diözese Rottenburg-Stuttgart 
  • Testregion Eichstätt in der Diözese Eichstätt 
Testeinrichtungen:
  • Bank für Kirche und Diakonie, Dortmund u. Duisburg
  • Evangelischer Entwicklungsdienst, Bonn
  • Ev. Akademie Bad Boll
  • Deutscher Evangelischer Kirchentag, Bremen
  • Gesamtverband der Vereinigten  Kirchenkreise Dortmund /Lünen

Es handelt sich insgesamt um ca. 60 Einzelinstitutionen (Kirchengemeinden, Bildungsstätten, Verwaltungen sowie eine kirchliche Bank). Informationen zur  UN-Weltdekade, Bildung für Nachhaltige Entwicklung in Deutschland www.bne-portal.de 

Evangelische Kirche von Westfalen
Landeskirchenamt
- Pressestelle -
Altstädter Kirchplatz 5
33602 Bielefeld

Tel.: 0521/594-313
Fax: 0521/594-333
E-Mail: presse@lka.ekvw.de
Internet: www.ekvw.de

Denken, Reden und Handeln für eine Welt in Balance

Von Andreas Stein, Kassel

Seit ich mit Beginn diesen Jahres gesellschafts-politische Fragestellungen immer stärker aus www.forum-fuehrung.com ausgliedere und dazu auf www.oesf.de verweise, werde ich immer wieder gefragt: Was ist das Ökosoziale Forum?

Ich will es mit meinen persönlichen Worten ganz einfach so ausdrücken:

Formaljuristisch ist das Ökosoziale Forum Deutschland e. V. ein Verein mit Satzung und Finanzordnung, die beide auch über www.oesf.de transparent und abrufbar sind. Die inhaltliche Diskussion im ÖSF-Deutschland betrifft besonders aktuell auch wirtschaftspolitische und finanzpolitische Fragestellungen. Dabei ist der UNTERSCHIED zu Parteien:

  • Das Ökosoziale Forum Deutschland e.V. kann man NICHT wählen, es ist “nur” ein Verein.
  • Das Ökosoziale Forum Deutschland e.V. sammelt und bildet Expertenmeinungen, nicht Wählerstimmen oder Stimmenmehrheiten. Letzteres bleibt Aufgabe der Parteien, mit denen das ÖSF-Deutschland einen konstruktiven Dialog wünscht.

Man kann die Arbeit des ÖSF-Deutschland also auch als wirtschaftspolitische und finanzpolitische Bildungsarbeit begreifen, wobei sich die Diskussion um zukunftsweisende Auffassungen und Verhaltensweisen am Gleichgewicht – der Balance – von Anforderungen aus der Ökonomie, der Ökologie und dem Sozialen orientiert. Damit ist ein ganzheitlicher Rahmen gegeben und zum Schluss geht es um “funktionierende Gesellschaft”.

Josef Riegler, früherer Österreichischer Vizekanzler und “Erfinder” der Ökosozialen Marktwirtschaft, hat schon früh darauf hingewiesen, dass sich Wirtschaftspolitik auch in Europa in den letzten beiden Jahrzehnten stark verändert hat, und zwar in Richtung eines zunehmend ungezähmten Marktfundamentalismus. Nach dem vorläufigen Kollaps dieser Ideologie im Jahre 2008 ist nun eine Wende im Denken und Handeln gefragt. So orientieren sich die Auffassungen und Zielrichtungen einer Wirtschafts- und Finanzpolitik, wie sie das Ökosoziale Forum als Idealbild entwickelt hat und weiterentwickelt, stärker am Ordoliberalismus. Das ist einfach und auf deutsch gesagt eine moderne Form der Sozialen Marktwirtschaft. In der gegenwärtigen Krise gewinnt nun das Interesse an einer Wirtschaftskultur und -politik, die in Deutschland über Jahrzehnte hinweg das Wirtschaftswunder ermöglicht hat und für “Wohlstand in der Spitze und der Breite” gesorgt hat, wieder zunehmend an Interesse. Das ist m. E. ein Grund für den gegenwärtigen Zulauf, den das Ökosoziale Forum verzeichnen kann. Auf “weltpolitischer” Ebene spiegelt sich der Trend zur Suche nach neuen Wegen im Regierungswechsel in den USA und im G20-Treffen im April in London.

Fertige Lösungen und Patentrezepte verspreche ich weder für mein privatwirtschaftliches Engagement über www.forum-fuehrung.com noch für mein ehrenamtliches Engagement über www.oesf.de. Es sind jeweils einelne Schritte und Beiträge, die durch zielgerichtete Zusammenarbeit entstehen, die Fortschritte bewirken, “Puzzleteile für ein besseres Leitbild mit besseren Arbeitsergebnissen”. 

Gerne stehe ich Ihnen für weitere Rückfragen zum Ökosozialen Forum und dem Leitbild der Ökosozialen Marktwirtschaft zur Verfügung. Falls ich eine Frage nicht selbst und sofort beantworten kann, werde ich mich umgehend um eine Expertenantwort bemühen.

6 Weblinks:
www.oesf.de
www.oekosozial.at
www.foes.de
www.faw-neu-ulm.de
www.globalmarshallplan.org
www.hessen-nachhaltig.de

24.03.09, Humboldt-Universität zu Berlin

Bitte hier per Mausklick downloaden: Programm als PDF-Dokument

Siehe auch: Dirk Solte, Weltfinanzsystem in Balance – Die Krise als Chance für eine nachhaltige Zukunft

Krisenfest: Weltleitmesse ISH

Nachhaltigkeit, Effizienz und erneuerbare Energien stärken die Branche

von Thomas Helmstetter; Berater von Ausstellern der ISH, www.thomas-helmstetter.de

Thomas HelmstetterZur internationalen Fachmesse ISH kamen vom 10. – 14. März 202.000 Besucher nach Frankfurt am Main (2007: 217.000). Die ISH und die auf ihr vertretene Sanitär-, Heizungs- und Lüftungs/Klimaindustrie setzt damit ihre 50-jährige Erfolgsgeschichte auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten fort. Positiv gegen den allgemeinen Trend entwickelte sich gleichfalls der Anteil der ausländischen Besucher. Mit 2.361 Unternehmen aus 58 Ländern war das Frankfurter Messegelände wie schon 2007 (2.372 Aussteller) ausgebucht.

Dr. Michael Peters, Geschäftsführer der Messe Frankfurt: “Unsere Erwartungen wurden übertroffen. Das Ergebnis zeigt, dass auch in Krisenzeiten positive Meldungen möglich und wichtig sind. Denn sie beweisen, dass zukunftsorientierte Lösungen nach wie vor sehr gefragt sind. Und gerade das stark gestiegene Interesse internationaler Besucher macht deutlich, wie gut die Industrie und die ISH weltweit aufgestellt sind.

Aussteller sind mit der Branchenkonjunktur zufrieden

Nach Befragungen während der Messe zeigt sich die Branche krisenfest. Rund drei Viertel der Aussteller beurteilen die gegenwärtige Branchenkonjunktur als gut oder befriedigend. Insbesondere der Trend zum Rückzug in die eigenen vier Wände, verbunden mit einem steigenden Bedarf und Interesse an nachhaltigen Sanitärlösungen sowie Heiz- und Lüftungs-/Klimasystemen mit erneuerbaren Energien, stimmt die Industrie verhalten optimistisch.

Industrie erreicht mit starkem Auftritt die Messeziele

2008 erwirtschaftete die deutsche Heizungs- und Sanitärindustrie einen Umsatz von knapp 40 Mrd. Euro und bietet zusammen mit dem installierenden Handwerk rund 400.000 Menschen Arbeit. Die Heizungs- und Klimatechnik ist mit rund 1.300 Unternehmen aus der ganzen Welt auf der ISH vertreten. An fast allen Ständen präsentierten Hersteller die von der Heizungsbranche und von der Politik verfolgte Doppelstrategie zum Klimaschutz: energieeffiziente Heizsysteme, die erneuerbare Energie einkoppeln. Der starke Auftritt der Industrie läßt kaum einen Zweifel daran, dass sie dem Verbraucher die richtigen Antworten liefern wollen, um Kosten und Energie zu sparen und somit die Umwelt zu schonen.

82 Prozent der Aussteller bestätigen nach einer Befragung der Messegesellschaft die Erreichung ihrer Messeziele. Michael von Bock und Polach, Hauptgeschäftsführer des Zentralverbandes Sanitär Heizung Klima (ZVSHK): “Im allgemeinen Krisengerede hat die ISH 2009 einen wohltuenden Kontrapunkt gesetzt. Die SHK-Branche hat eindrucksvoll gezeigt, warum sie sich in den nächsten Monaten als krisenfest erweisen kann. Sie bietet eine Vielfalt an innovativen Produkten und Dienstleistungen, die Hausbesitzern in unsicheren Zeiten den Werterhalt oder auch die Wertsteigerung der eigenen Immobilie ermöglichen wird.”

Quellenmaterial: Messe Frankfurt

Der Königsweg aus der Wirtschaftskrise

Hans-Diedrich Kreft, Der Königsweg aus der Wirtschaftskrise. Erhältlich über www.lau-verlag.de oder www.amazon.de

Beschreibung der Buchrückseite: Hans-Diedrich Kreft beschreibt hier den Königsweg aus der Wirtschaftskrise. Niemand hat bisher gesehen, dass uns naturwissenschaftliche Einsichten fehlten, um diesen Weg zu finden. Hier werden sie erstmals vorgestellt.

Naturwissenschaftlich heißt, es geht nicht um Meinungen, Weltanschauungen, es geht um Zahlen, um Fakten. Und natürlich um Menschen. Menschen, die ihr Potenzial, ihre Kreativität einbringen und bisher leer ausgehen. Der Autor rechnet vor, welches Einkommen Schülern, Studenten, aber auch all den vielen bisher ungenannten Lern- und Leistungswilligen in unseren Gesellschaften bereits heute pro Monat zusteht. Er ermittelt mit seiner neu entdeckten Formel, welches Wohlstandswachstum wir in Zukunft erreichen können und dass das Einkommen breiter Bevölkerungsschichten stärker wächst als die vom Staat aufgebürdete Schuldenlast.

All das wird verständlich und mithilfe von zahlreichen Grafiken nachvollziehbar dargestellt. PC-Nutzer können die Ergebnisse auf www.shuccle.de/demo selber testen und sich ihr Bildungseinkommen ausrechnen lassen.

Zum Autor: Hans-Diedrich Kreft ist erfolgreicher Unternehmer, Träger des Bundesverdienstkreuzes, der Rudolf-Diesel-Medaille in Gold und des Innovationspreises der deutschen Wirtschaft sowie weiterer Auszeichnungen. Als genialer Querdenker hat er das „Humanbit“ als Messgröße für menschliche Entscheidungsmengen entdeckt.

Gespräche im Arbeitskreis »ÖSM-Zertifizierung«

Bereits vor Gründung der Regionalgruppe Kassel/Hessen des ÖSF-Deutschland am 06.03.09 hatte eine Gruppe von 4 Praktikern ihr Interesse an einem Arbeitskreis »ÖSM-Zertifizierung« bekundet und zu diesem Zweck einen Gedankenaustausch gestartet. Zur weiteren Arbeit dieses Arbeitskreises wurde am gestrigen Donnerstag die folgende Struktur skizziert. Der Arbeitskreis konzentriert sich zunächst auf 2 Kernaufgaben:

  1. Sammlung und Strukturierung von Qualitätskriterien und Messmethoden. Die Vorgehensweise hierbei orientiert sich prinzipiell an der Frage nach Klassifizierungen in Bezug auf die drei Kernfelder (1) Marktfähigkeit, (2) Umweltverträglichkeit und (3) Sozialverträglichkeit. Spätere Zielsetzung hierbei ist die Herausgabe eines Qualitätsleitfadens.
  2. Parallel zur inhaltlichen Arbeit an einem Zertifizierungsverfahren wird an der Bekanntmachung des Arbeitskreises »ÖSM-Zertifizierung« gearbeitet. Ziel ist hierbei die frühe Gewinnung von Anerkennung des Engagements. Aus allseits bekannten Gründen ist hier echte Ausdauerarbeit gefragt: Die gegenwärtigen Verhältnisse, die durch ungezähmte (Finanz-)Märkte entstanden sind, haben einen superscharfen Wettbewerb auch im Feld des Qualitätsmanagement mit sich gebracht.

Den Impulsgebern des Kasseler Arbeitskreises »ÖSM-Zertifizierung« ist Umfang und Aufwand der beiden beschriebenen Aufgaben bewußt, ebenso wie die Schwierigkeiten und Widerstände, die sich aus einem solchen Projekt entwickeln können und werden. Sie setzen deshalb von Anfang an auf die Bereitschaft zur ergebnisorientierten Kooperation mit weiteren Partnern des ÖSF-Deutschland, des ÖSF-Österreich, des Global Marshall Plan sowie kooperierenden und gleichgesinnten Organisationen und Institutionen (Danke für den wertvollen Hinweis aus Wiesbaden auf www.hessen-nachhaltig.de). Schon mit der Bekanntmachung und Anregung zur Verwirklichung von Qualitätsbeurteilungen und damit verbundenen Verhaltens- und Verfahrensweisen nach den drei Kategorien

  • Marktfähigkeit
  • Umweltverträglichkeit
  • Sozialverträglichkeit 

trägt der Arbeitskreis »ÖSM-Zertifizierung« einen wichtigen Bewußtseins- und Zukunftsimpuls entsprechend der Leitgedanken einer Ökosozialen Marktwirtschaft bei. Weitere Informationen zum Kasseler Arbeitskreis »ÖSM-Zertifizierung« geben gerne:

Thomas Helmstetter, www.thomas-helmstetter.de
Axel Pormetter, www.conres.de
Andreas Stein, www.andreas-stein.info
Grit Wunderlich, www.grit-wunderlich.de

Das moderne Erbe des Johannes Calvin

Westfälische Kirche: Internationale Tagung zum 500. Geburtstag des Reformators

Schwerte/Westfalen. Gesellschaftliche Verantwortung und ökumenische Weite gehören untrennbar zum christlichen Glauben. Diese Einheit lässt sich überzeugend lernen und auf die Gegenwart anwenden durch Johannes Calvin, erklärte Oberkirchenrat Dr. Ulrich Möller am Donnerstag (19.3.) in Schwerte. Calvin (1509-1564) ist neben Martin Luther der bedeutendste Reformator des Protestantismus. Zu seinem 500. Geburtstag hatte die Evangelische Kirche von Westfalen zu einem internationalen Symposium mit anschließendem öffentlichen Studientag in das Haus Villigst eingeladen.

Wo liegt die aktuelle Bedeutung Calvins? Für das Verhältnis zwischen Kirche und Staat hat uns Calvin heute viel zu sagen, findet der westfälische Oberkirchenrat Möller, der die Tagung maßgeblich vorbereitet hat. „Es gibt die Gefahr, dass wir uns als Kirche in Innerlichkeit zurückziehen, dass wir uns in unserem eigenen Raum selbst genug sind. Von Calvin können wir lernen, dieser Gefahr zu begegnen, denn Christsein hat praktische Folgen – und zwar gerade aus der innersten Erkenntnis heraus: Gott allein gebührt die Ehre.“

Gottes Herrlichkeit bezeugen heißt, sich dem Menschen zuwenden Eine Kirche, die sich ganz an der Bibel orientiert und Gottes Herrlichkeit bezeugt, wende sich folgerichtig dem Menschen zu. „Sie tut dies als Gegenüber zum Staat, indem sie den Staat im Hören auf Gottes Wort an seine Aufgaben erinnert, ohne sich staatliches Wesen anzueignen“, erklärt Ulrich Möller. Staat und Kirche seien also zwei gleichberechtigte Partner, die ihre jeweils unterschiedlichen Aufgaben in gemeinsamer Verantwortung wahrnehmen. Der erste Satz des deutschen Grundgesetzes sei ein Beispiel für christlich inspiriertes staatliches Recht: „Die Würde des Menschen ist unantastbar.“

Elemente von Demokratie und Gewaltenteilung vorweggenommen Calvin, der als verfolgter Protestant von Frankreich in die Schweiz geflohen war, baute in Genf eine bürgerliche Rechtsordnung auf, die Elemente von Demokratie und Gewaltenteilung vorwegnahm, berichtete Professor Dr. Michael Welker (Heidelberg). Angesichts schwerer sozialer Konflikte plädierte der Reformator für eine Widerstandspflicht gegen Unrecht und Willkür.

Calvin: Römische Kirche ist aus ihrer Mutterrolle gefallen

Der scharfe Kritiker der römisch-katholischen Kirche hatte in Wirklichkeit „einen wahrhaft katholischen und ökumenisch gesonnenen Geist“. Zu dieser auf den ersten Blick überraschenden Aussage kam Professor Dr. Michael Beintker (Münster). „Katholisch“ im ursprünglichen Wortsinn bedeutet „allumfassend“ – Calvins reformatorisches Bemühen galt der einen heiligen katholischen Kirche, so Beintker. Wenn sich diese Kirche unbedingt zu Jesus Christus hinwende, werde die getrennte Christenheit zusammengeführt, lautet Beintkers Calvin-Deutung. Fragen der kirchlichen Ordnung waren für Calvin höchst bedeutend: „Er sah das Christsein des Einzelnen stets in die verfasste Gemeinschaft der Glaubenden eingebettet. Ohne die Kirche kann man nicht Christ sein.“ Calvin wörtlich: „Wer Gott zum Vater hat, der muss auch die Kirche zur Mutter haben.“ Die heftige Kritik Calvins an der Papstkirche versteht Beintker als Äußerung einer tiefen Liebe zur Kirche als Mutter aller Glaubenden. Aus Calvins Sicht war die römische Kirche „aus ihrer Mutterrolle gefallen, indem sie sich zwischen Christus und die Glaubenden gestellt hatte und damit den Glauben an Christus massiv behinderte“. Doch selbst in dieser irregeleiteten, vom Papst regierten Organisation sah Calvin noch „Spuren von Kirche“. Denn Gott halte auch ihr die Treue. Deshalb gebe es für die Christenheit keinen anderen Weg als den des ökumenischen Miteinanders.

Reformierter Weltbund: 75 Millionen Christen

An der Zusammenkunft nahm auch der Generalsekretär des Reformierten Weltbundes teil, Dr. Setri Nyomi (Genf). Die Dachorganisation vereinigt mehr als 75 Millionen Christen aus über 100 Ländern der Welt in über 200 Kirchen. Theologische Fachwissenschatler aus USA, der Schweiz, Deutschland, Großbritannien, den Niederlanden, Frankreich, Italien, Kanada, Südafrika und China (Hongkong) hatten das Symposium gestaltet.

Internet:
www.warc.ch
www.reformiert-info.de

Calvin im WDR

Am Karfreitag, 5. April, ist Calvin ein Thema der WDR-Hörfunksendung „Diesseits von Eden“, WDR 5, 9.20 bis 10 Uhr. In der Sendung kommen auch Stimmen von der Calvin-Tagung in Haus Villigst zu Wort.

Evangelische Kirche von Westfalen
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Internet: www.ekvw.de

„Zukunftsfähiges Deutschland – Zukunftsfähige Welt“

Das Ökosoziale Forum Deutschland e.V., www.oesf.de, bereitet eine neue Veranstaltungsreihe unter dem Tiel „Zukunftsfähiges Deutschland – Zukunftsfähige Welt“ vor. Dazu schrieb der Bundesvorsitzende Detlef Wendt im Mitgliederrundbrief vom 28.02.09: »Einigkeit herrschte im Vorstand auch, dass wir in diesem Jahr eine eigene Veranstaltungsreihe beginnen sollten, die – anknüpfend an die Studie „Zukunftsfähiges Deutschland” des Wuppertal-Instituts, deren Lektüre ich hiermit nochmals sehr empfehle – mit dem Arbeitstitel „Zukunftsfähiges Deutschland – Zukunftsfähige Welt” geplant wird. Hier gilt es, nicht nur Referenten und geeignete Veranstaltungsorte zu finden, sondern auch finanzielle Unterstützung durch Sponsoren oder Mitveranstalter. Ich möchte daher an alle Mitglieder die Bitte richten, hierzu Hinweise zu geben, falls jemand insoweit über konkrete Ideen, Kontakte, Möglichkeiten verfügt. Eine erste Überlegung ist, die Veranstaltungen in den Städten bzw. Regionen auszurichten, in denen Lokal- oder Regionalgruppen des ÖSF existieren – natürlich auch in der Hoffnung, von diesen bei der Vorbereitung und Realisierung der jeweiligen Veranstaltung unterstützt zu werden.«

Interessenten, die Beiträge zu der Veranstaltungsreihe „Zukunftsfähiges Deutschland – Zukunftsfähige Welt“ einbringen wollen, wenden sich bitte an Herrn Detlef Wendt, Ökosoziales Forum Deutschland e.V., www.oesf.de, oder an andreas.stein@forum-fuehrung.com.

Engagiert leiten und aktiv gestalten

3. Tag der Presbyterinnen und Presbyter / 800 Ehrenamtliche kamen nach Dortmund

Westfalen/Dortmund. Sie sind engagiert und motiviert. Sie haben Visionen und wollen gestalten. Sie sind bereit, auch in schwierigen Zeiten Verantwortung zu übernehmen, und schöpfen ihre Kraft aus dem Glauben an Gott: die etwa 6.000 Ehrenamtlichen, die gemeinsam mit den Pfarrerinnen und Pfarrern die 546 Gemeinden der Evangelischen Kirche von Westfalen (EKvW) leiten. Rund 800 von ihnen kamen am Samstag (14.3.) zum 3. landeskirchlichen Tag der Presbyterinnen und Presbyter nach Dortmund.

Die sechs großen Themenschwerpunkte des facettenreichen Programms, das mit zahlreichen praxisorientierten Vorträgen, Podiumsgesprächen und 39 Arbeitsgruppen unter dem Motto „… denn euch ist viel anvertraut“ stand, waren: Gemeinde leiten – Einladende Gemeinde – Gottesdienst und Geistliches Leben – Die Gemeinde und ihr Geld – Diakonie: ortsnah und verbandlich – Wir sind die Anderen: Ökumene und Religionsgemeinschaften.

Oberkirchenrätin Doris Damke, Vorsitzende des Trägerkreises zur Vorbereitung des Presbytertages, und Cheforganisatorin Pfarrerin Birgit Winterhoff, Leiterin des Amtes für missionarische Dienste (AmD), zogen am Nachmittag eine erste positive Bilanz. Denn mit einer Beteiligung von über 13 Prozent war die Resonanz so groß wie nie zuvor: „Alle Workshops haben stattgefunden. Häufig mussten sogar noch zusätzliche Stühle aufgestellt werden“, so Damke. Das mit jeweils über 150 Anmeldungen überaus große Interesse an den Impulsreferaten „Fit für die geistliche Leitung – wie der Spagat zwischen Verwalten und Gestalten gelingen kann“ (Harald Wildfeuer, Nürnberg), „Was unsere Gemeinden wachsen lässt – und was wir dafür tun und lassen können“ (Dr. Peter Böhlemann, Villigst) sowie „Reise durch den Gottesdienst – Auf dem Weg zu einer lebendigen Liturgie“ (Gerd Kerl und Matthias Nage, Villigst) wertet Winterhoff als Ausdruck eines erfreulichen innerkirchlichen
Mentalitätswandels: Weg von Strukturfragen – zurück zum kirchlichen Kerngeschäft. Zwangen demografischer Wandel und sinkende Kirchensteuereinnahmen Presbyterien in der Vergangenheit oft zu massiven Rückbaumaßnahmen, stehen jetzt wieder verstärkt Themen wie Jugendarbeit, Besuchsdienste und neue Gottesdienstformen auf den Tagesordnungen: „Der Blick geht nach vorn!“ Presbyterinnen und Presbyter, die jetzt Leitungsverantwortung trügen, bräuchten nicht mehr nur auf Krisen reagieren. „Sie wollen engagiert leiten und aktiv gestalten“, bilanziert Damke. Sie müssen also nicht mehr nach dem Rasenmäher-Prinzip abbauen, sondern können mit Konzeptionen umbauen.

In seiner Predigt im gemeinsamen Abschlussgottesdienst in der St. Reinoldikirche ermutigte Präses Alfred Buß – in einer von steter Veränderung und Flexibilität geprägten Gesellschaft – Kirche einen Ort der Geborgenheit sein zu lassen: „Wo ist noch Geborgenheit? Wer findet bei wem noch Ruhe? Wer hat noch den Ort, wo er die Flügel hängen, die Seele baumeln lassen, einfach da sein darf – ohne ständige Sprungbereitschaft? Wenigstens die Kirche soll der Seele Raum geben, Bindungen festigen, ein Dach über dem Kopf bieten, einladende Gemeinde sein, gesprächsfähig im Glauben, lebendig und vielgestaltig.“ Gemeinde leiten sei vergleichbar mit dem Pflügen eines Ackers: „Einen Pflug in der Spur halten, ist ganze Arbeit. Da darfst du nicht nach links und nach rechts schauen, vor allem nicht nach hinten. Dann kommst du nur aus der Spur.“ Aber die Furchen auf den Ackerfeldern unserer Gemeinden, sagte Buß, verliefen selten gerade, das tägliche Kleinklein im Gemeindeleben lenke den Blick allzu oft vom Wesentlichen ab. Im Vertrauen auf Jesus Christus aber sollten die Leitungsverantwortung Tragenden „fest die Hand an den Pflug legen und nach vorn schauen.“
Denn: „Ihr seid geschickt für das Reich Gottes. Ihr sollt und könnt von der Hoffnung erzählen, die in euch ist, ja, Ihr dürft sie ausstrahlen.“

Weitere Informationenen:

Evangelische Kirche von Westfalen
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33602 Bielefeld

Tel.: 0521/594-313
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Ordoliberalismus und Ökosoziale Marktwirtschaft

Von Andreas Stein, Kassel

»Der Ordoliberalismus steht für eine marktwirtschaftliche Wirtschaftsordnung, in der dem Staat die Aufgabe zugewiesen wird, einen marktkonformen Ordnungsrahmen für Privateigentum, Vertragsfreiheit, freien Wettbewerb und Geldwertstabilität zu gewährleisten. Der Ordoliberalismus gilt als eine deutsche Variante des Neoliberalismus. (…) Als Grund für die Notwendigkeit einer Rahmenordnung sieht der Ordoliberalismus die Tendenz eines vollständig freien Marktes, sich selbst aufzulösen. Anbieter schließen sich zusammen, bilden Kartelle und Preisabsprachen und können so den Markt diktieren (Vermachtung des Marktes). Schädigungswettbewerb kann das Übergewicht gegenüber Leistungswettbewerb erlangen.«
(Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Ordoliberalismus)

Freiheit einerseits und Ordnung andererseits finden sich im Begriff des Ordoliberalismus, der die Triebkäfte liberaler Märkte mit dem Regulativ einer Rahmenordnung verbindet. Aber an welchen Ordnungsprinzipien orientiert sich die Gestaltung einer Rahmenordnung?

Das Konzept einer Ökosozialen Marktwirtschaft, so wie sie Josef Riegler in seiner Präsentation »Gerechtere Globalisierung als Chance« darstellt, verankert den Ordnungsrahmen an den Anforderungen von Ökonomie, Ökologie und Sozialem. Es repräsentiert deshalb eine moderne – durch Einbeziehung ökologischer Anforderungen zukunftsweisende – Ausformung des Ordoliberalismus.

Jenseits von Steuerflucht und Steueroasen – Elemente für eine neue internationale Finanzarchitektur

Für Mittwoch, den 15. April 2009, 18.00 bis 21.00 Uhr im Bildungszentrum der AK Wien, großer Saal, Theresianumgasse 16-18, 1040 Wien lädt das Ökosoziale Forum Österreich, www.oekosozial.at, ein. Anmeldungen werden bis 10. April erbeten an: vera.ableidinger@akwien.at, Tel. ++43-1-50165-2278

Elemente für eine neue internationale Finanzarchitektur jenseits von Steuerflucht und Steueroasen stehen im Mittelpunkt einer hochkarätig besetzten Veranstaltung u. a. mit Finanzstaatssekretär Reinhold Lopatka und dem internationalen Experten für Steueroasen, John Christensen, der vielen bereits aus dem Film “Let’s make money” bekannt ist.

Vor dem Hintergrund der aktuellen globalen Finanzkrise, dem G20-Gipfel in London und dem Veränderungsdruck auf die internationale Staatengemeinschaft sollen bei dieser Veranstaltung des Ökosozialen Forums, der AG Globale Verantwortung und der Arbeiterkammer Wien notwendige Schritte zu einem transparenten und gerechteren Finanzsystem ohne Steueroasen und auch die Einführung einer Finanztransaktionssteuer diskutiert werden. Rund 250 Mrd. USD an Steuereinnahmen entgehen den nationalen Haushalten weltweit durch Steuerflucht und Steueroasen. Entwicklungsländer verlieren jährlich etwa 900 Mrd. USD durch Steuerflucht, Bilanzierungstricks und Korruption. Mangelnde Aufsicht und Regulierung auf den Finanzmärkten sind Teil der Ursache für die schlimmste Wirtschaftskrise seit den 1930er Jahren.

Was sind die politischen Konsequenzen aus dieser Krise für den Finanzmarkt? Wie müsste eine neue Finanzarchitektur aussehen, um Krisen zu verhindern? Was sind die Bausteine eines gerechteren und nachhaltigeren Finanzsystems? Wo liegen die Möglichkeiten und Grenzen der politischen Umsetzung? Diese Fragen stehen im Mittelpunkt dieser Diskussionsveranstaltung.

Für die Keynote Speech konnte John Christensen gewonnen werden. Christensen ist Generalsekretär des Tax Justice Networks, ein profunder Experte für Steueroasen und als ehemaliger Regierungsberater von Jersey, einer bekannten Steueroase, ein Insider. Er wird die Auswirkungen von Steueroasen und Steuerflucht auf Entwicklungsländer und die Armutsbekämpfung sowie für die Industriestaaten analysieren und notwendige Bausteine für eine nachhaltige, gerechtere Finanzarchitektur aufzeigen. In der Diskussion mit Finanzstaatssekretär Reinhold Lopatka, Otto Farny, dem Leiter der Abteilung Steuerrecht der Arbeiterkammer Wien und eine/einem VertreterIn der Europäische Kommission stehen die Möglichkeiten der politischen Umsetzung im Mittelpunkt. Diskussionsleitung: Corinna Milborn, Journalistin und Buchautorin.

Weltfinanzsystem in Balance – Die Krise als Chance für eine nachhaltige Zukunft

Lesen Sie hier den Auszug aus dem Buch »Weltfinanzsystem in Balance – Die Krise als Chance für eine nachhaltige Zukunft«: Globales Handeln als Reaktion auf die Krise
Zum Buch

Das Forschungsinstitut für anwendungsorientierte Wissensverarbeitung / neu in Ulm arbeitet im Rahmen seines Schwerpunktes „Zukunftsforschung“ seit 2004 an einem systemischen Verständnis des Weltfinanzsystems. Hierzu wurden Daten und Fakten aus 40 Jahren ausgewertet, analysiert und anschließend ein systemtheoretisches Modell der Wirkungsmuster erarbeitet. Im Jahr 2006 entstand die zusammenfassende Dokumentation der wichtigsten Resultate in dem Buch von Dirk Solte: „Weltfinanzsystem am Limit – Einblick in den „Heiligen Gral“ der Globalisierung“, veröffentlicht 2007, Terra-Media, Berlin. Drei mögliche Zukunftsszenarien wurden darin beschrieben.

Das nun eingetretene Szenario ist eines davon. Das Buch verdeutlicht die gegebenen systemischen Probleme, die ihre Ursache in ungenügenden Regulierungen auf globaler Ebene und in Disharmonien nationaler Regelsetzungen haben. Dabei geht es nicht um „Schuldige“. Denn die Akteure sind oft gezwungen oder werden dazu verleitet etwas Falsches zu tun, weil das Richtige nicht über Gesetze eingefordert, sondern im Gegenteil – in dem System – bestraft wird. So entstehen problematische Wirkungsketten. Im Kern bedeutet das, dass der globale Markt nicht die „Konkurrenz regelt“, sondern es herrscht eine „Konkurrenz der Regeln“. Es fehlen gemeinsame ökologische und soziale Regeln (inklusive Standards bei den Steuer- und Sozialsystemen), deren Durchsetzung und Einhaltung.

Die Fragen sind: Was ist das Gesamtproblem? Wie kommt man bei einer derartigen Ausgangssituation zu einer balancierten Welt? An einem Lösungskonzept wurde aufsetzend auf den Analysen gearbeitet. Es wird nun veröffentlicht in dem Buch von Dirk Solte: „Weltfinanzsystem in Balance – Die Krise als Chance für eine nachhaltige Zukunft“, 2009, Terra-Media, Berlin. Als Auszug aus diesem Buch wird im Folgenden die ausgearbeitete Handlungsoption für eine wirksame politische Strategie (Kapitel II) und deren globale Einbettung (Kapitel III) wieder gegeben. In Kapitel I werden die wichtigsten Aspekte der Krise und der Chance für ein gezieltes Handeln aufgezeigt.

Zum Autor

PD Dr. Dirk Solte, Stellvertreter des Vorstands des Forschungsinstitutes für anwendungsorientierte Wissensverarbeitung/n (FAW/n) Ulm, Privatdozent für Betriebswirtschaftslehre an der Universität St. Gallen (HSG) und Chefökonom des Bundesverbands für Wirtschaftsförderung und Außenwirtschaft (BWA) und leitet die Kommission „Steuern und Finanzmarkt“.

Korrespondenzadresse:
FAW/n, Lise-Meitner-Straße 9, D-89081 Ulm,
Telefon 0731 – 50 39 200, Telefax 0731 – 50 39 111,
E-Mail: solte@faw-neu-ulm.de
Web: www.faw-neu-ulm.de

Zitat zur Zeit

Für den augenblicklichen Gewinn verkaufe ich die Zukunft nicht.

Henry Ford
(Mit Dank an
www.opera-civil.de)

Für eine Welt in Balance: 1. Regionalgruppe des ÖSF-Deutschland in Hessen gegründet

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Die Teilnehmer der Informations- und Gründungsveranstaltung zur 1. Regionalgruppe des ÖSF-Deutschland, www.oesf.de, in Hessen/Kassel am 06.03.09

Ökonomie, Ökologie und Soziales im Gleichgewicht: Das ist das Beziehungs-, Orientierungs- und Handlungsdreieck einer Ökosozialen Marktwirtschaft, an derem Ideal sich das Ökosoziale Forum Deutschland e. V., www.oesf.de, in seiner Arbeit ausrichtet. Zur Informations- und Gründungsveranstaltung der 1. Regionalgruppe des ÖSF in Hessen erläuterte der Bundesvorsitzende Detlef Wendt, unterstützt durch Vorstandsmitglied Hans-Georg Torkel, Hintergründe und Details zum Verein (siehe auch ÖSF-Imageflyer Handeln für eine Welt in Balance).

Mit einem Arbeitskreis »ÖSM-Zertifizierung« nimmt die neue Regionalgruppe bereits am 09.03.09 ihre Arbeit auf. Zielsetzung ist ein Qualitätsmanagement für Unternehmen und Organisationen unter den 3 Betrachtungswinkeln Ökonomie, Ökologie und Soziales.

Interessenten an der Arbeit des ÖSF-Deutschland in Hessen, dessen 1. Bundesversammlung am 16.05.09 in Kassel stattfinden wird, wenden sich bitte an andreas.stein@forum-fuehrung.com

Für eine Wirtschaft im Dienst der Menschen, nicht des Profits

2500 diskutieren bei Attac-Kongress in Berlin über Kapitalismus 

Als riesigen Erfolg wertet das globalisierungskritische Netzwerk Attac seinen Kongress “Kapitalismus am Ende?”, der am Sonntag mit 2500 Teilnehmern in Berlin zu Ende gegangen ist. Attac hatte ursprünglich mit 1000 Besuchern gerechnet. “Dieser enorme Andrang zeigt, wie sehr den Menschen die Frage nach Alternativen zu unserem gegenwärtigen Wirtschaftssystem auf den Nägeln brennt”, sagte Peter Wahl, Attac-Mitgründer und Mitorganisator des Kongresses. Klar sei, dass die gegenwärtige Krise kein Betriebsunfall ist, sondern im System selbst wurzelt. “Das herrschende Leitbild, dass Markt und Private angeblich alles besser können, liegt am Boden. Notwendig sind grundsätzliche Veränderungen unseres Wirtschaftssystems. Wir brauchen eine demokratische Ökonomie, die Mensch und Umwelt ins Zentrum stellt, nicht den Profit einiger weniger”, sagte Peter Wahl.

Unabhängig von der Frage, ob und in welchem Umfang Marktwirtschaft sinnvoll sei, gebe es einen breiten Konsens, dass Märkte und Kapital endlich demokratisch begrenzt, reguliert und kontrolliert werden müssen. Die Diktatur der maximalen Rendite müsse beendet werden. Voraussetzung dafür sei das drastische Schrumpfen der Finanzmärkte. Die Reichtümer weltweit seien umzuverteilen: von oben nach unten und von Nord nach Süd. Notwendig sei eine neue Weltfinanzordnung unter dem Dach der UNO, die fairen Handel und Entwicklung unterstützt sowie die ökologische Wende einleitet. Peter Wahl: “Der Attac-Kongress hat gezeigt: Die beste Lösung kommt nicht von so genannten Wirtschaftsweisen, sondern aus dem demokratischen Ringen um Argumente und Alternativen.”

Attac kündigte eine breite Mobilisierung für eine soziale und ökologische Bewältigung der globalen Wirtschaftskrise und einen echten Systemwechsel an. “Wir werden die Energie der Debatten in den nächsten Wochen und Monaten aus dem Kongress heraus auf die Straßen und in die öffentliche Diskussion tragen”, sagte Jutta Sundermann vom bundesweiten Attac-Koordinierungskreis. Unter dem Motto “Wir zahlen nicht für eure Krise! Für eine solidarische Gesellschaft” ruft Attac zu Demonstrationen am 28. März in Berlin und Frankfurt am Main auf. Attac wird die Demonstrationen der Gewerkschaften am 1. und 16. Mai unterstützen sowie die bundesweiten Bildungsproteste im Juni. Vom 24. bis 26. April sucht der von Attac mit organisierte Kongress McPlanet in Berlin unter dem Motto “Game over. Neustart” nach Antworten auf die ökologischen und sozialen Herausforderungen der Krise.

Jutta Sundermann: “Wir fordern mit neuem Rückenwind, dass diejenigen, die Jahrzehnte lang von den liberalisierten Finanzmärkten profitiert haben, für die Kosten der Krise aufkommen. Und wir fordern, endlich eine echte Wende einzuleiten – hin zu einem Wirtschaftssystem, das den Menschen dient und nicht der Rendite. Ein Weiter so darf es nicht geben.”

Impressionen und Audiomitschnitte vom Kongress: http://www.attac.de/aktuell/kapitalismuskongress und http://www.attac.de/aktuell/kapitalismuskongress/impressionen/

(Quelle: Frauke Distelrath, Attac-Pressesprecherin, Tel. 069/900 281-42, 0179/514 6079, E-Mail: presse@attac.de)

Zitat zur Zeit

„Das Einzige was wir fürchten müssen, ist die Furcht selbst“

F.D. Roosevelt (gefunden auf www.freiheit.org)

Wie kann eine dauerhaft stabile Volkswirtschaft in einer globalisierten Welt gestaltet werden?

Abb: Seite 6 der angehängten Präsentation »Gerechtere Globalisierung als Chance« zeigt die 3 wichtigsten Eckpunkte zur “Justierung” einer Ökosozialen Marktwirtschaft

Die gegenwärtige Krise macht den Verlust an Stabilität und Gleichgewicht in unserer Wirtschaftsordnung überdeutlich. Um die Krise zu überwinden, muß ein neues Gleichgewicht gefunden werden. Aber an welchen “Eckpunkten” soll es sich orientieren?

Wie kann eine dauerhaft stabile Volkswirtschaft gestaltet werden?

Ein Leitbild zu dieser Fragestellung bietet eine »Ökosoziale Marktwirtschaft«. Im KERN strebt sie nach der richtigen Balance zwischen 3 Hauptforderungen nach

  • Erhaltung der natürlichen Lebensgrundlagen
  • Sicherung wirtschaftlicher Leistungsfähigkeit und
  • Erhaltung des sozialen Friedens

Dieser Kern versteht sich sowohl als Ausgangspunkt als auch als Zielsetzung einer zukunftsweisenden, stabilen und wohlstandsbildenden Wirtschaftsordnung. Den Weg zu diesem Ziel zeichnet ein »Global Marshall Plan«. Lesen Sie mehr über die Ziele und den Weg in eine friedliche Zukunft mit Wohlstand in der Spitze und der Breite vor dem Hintergrund einer globalisierten Welt in der Präsentation »Gerechtere Globalisierung als Chance«.

Quellen: www.oekosozial.at und www.globalmarshallplan.org

Wichtiger Hinweis: In Kassel nimmt die 1. Hessische Regionalgruppe des Ökosozialen Forums Deutschland e. V., www.oesf.de, am 06.03.09 ihre Arbeit auf. Eine 2. Regionalgruppe in Südhessen ist in Vorbereitung. Interessenten an Mitwirkung und Mitgliedschaft wenden sich bitte an andreas.stein@forum-fuehrung.com